Wer am Aktienmarkt erfolgreich sein will, der muss auf gute Wertpapiere setzen. Aber wie findet man diese? Und woher weiß man, ob eine Aktie gut ist oder nicht? Wir zeigen, wie eine erste Aktienanalyse aussehen kann und was du dafür brauchst.

Was ist eine Aktienanalyse?

Bei einer Aktienanalyse untersucht man ein Unternehmen und die dazugehörige Aktie. Ziel dieser Untersuchung ist es, herauszufinden, ob man in dieses Unternehmen investieren sollte oder nicht. Die Herangehensweise und die Bestandteile dieser Aktienanalyse können dabei unterschiedlich sein. Manche schauen mehr auf die fundamentalen Daten wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die Dividendenrendite oder die Verschuldung. Andere nehmen eher einen Blick in die Zukunft vor und schauen, wie die Gewinnaussichten der nächsten Jahre sind, wie sich die Branche entwickeln könnte und was das Unternehmen in Zukunft wert sein kann. Eine gute Aktienanalyse versucht, möglichst viele dieser Kennzahlen mit aufzunehmen.

Wenn du dich also für bestimmte Unternehmen und deren Aktien interessierst, dann kannst du dafür eine Aktienanalyse durchführen. Am Ende weißt du dann, ob du diese Aktien kaufen kannst, sie vorerst weiter beobachten solltest oder ganz von deinem Zettel streichen kannst.

Wie funktioniert eine Aktienanalye?

Fangen wir mit den einfachsten und wichtigsten Elementen an: Hast du ein Unternehmen auserkoren, so solltest du dir das KGV, die Dividendenrendite, die Gewinnaussichten und den Chart anschauen. Diese Werte sollten gut sein und dich überzeugen. Welche Werte als gut gelten hängt immer davon ab, was deine Ziele sind, in welcher Branche das Unternehmen tätig ist und in welcher Phase seiner Entwicklung es sich befindet. Deswegen kann man keine pauschalen Werte angeben.

Im nächsten Schritt gehst du tiefer in die Bilanz, schaust dir die Verschuldung, den Cashflow und die Umsatzentwicklung an. Hier kannst du am besten den aktuellen Geschäftsbericht des Unternehmens lesen und regelmäßig einen Blick in die Quartalszahlen werfen. Das findest du bei allen Unternehmen an der Börse jeweils auf der Investor Relations-Seite. Zudem solltest du einen Blick auf die Branche und das Land werfen, in dem das Unternehmen operiert. Gibt es hier regulatorische und politische Chancen oder Risiken?

Im dritten Schritt wirfst du einen Blick auf die Stimmung über dieses Unternehmen. Wird es in der Öffentlichkeit eher positiv oder negativ wahrgenommen? Was macht das Management? Ist es vertrauenswürdig? Und wie ist schlussendlich deine eigene Meinung? Hast du ein gutes Gefühl dabei, in dieses Unternehmen zu investieren und möchtest du das langfristig tun?

Was brauchst du dafür alles?

Um eine Aktienanalyse durchzuführen brauchst du eigentlich nur das Internet und eventuell noch etwas Literatur, wenn du tiefer in die Materie eintauchen willst. Ein gutes Chart-Programm wie tradingview.com hilft dir dabei, den Chart zu analysieren und ihn stets im Auge zu haben.

Zudem solltest du dir den Geschäftsbericht des Unternehmens auf der Investor Relations-Seite ansehen und auch andere vertauenswürdige Quellen im Internet bemühen. Verlasse dich nicht nur auf eine Quelle, sondern prüfe mehrere von ihnen.

Zudem kann es auch immer hilfreich sein, sich in seinem Alltag und der eigenen Umgebung umzuschauen. Sogenannte “Alltags-Unternehmen” – also Unternehmen, mit deren Produkten du in deinem Alltag Kontakt hast, eignen sich oft als gute Aktien. Du findest auch so schon viel über sie heraus und kannst dann mittels der Aktienanalyse noch tiefer ins Detail gehen.

Zudem gibt es noch verschiedene Berechnungen für einen möglichen zukünftigen Wert einer Aktie. Wie etwas das Dividenden-Diskont-Modell (DDM) oder das Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren). Viele Analysten wenden dies an. Du kannst also selbst noch etwas recherchieren, weil diese Anwendungen für eine einfache Aktienanalyse deutlich über den Rahmen hinausgehen. Ansonsten kannst du dir auch die Empfehlungen von Aktienanalysten anschauen. Diese arbeiten oft mit diesen Methoden und veröffentlichen ihre Ergbnisse regelmäßig auf Finanzseiten.

Fazit zur Aktienanalyse

Wer richtig in Einzelaktien investieren möchte, der kommt um eine Aktienanalyse nicht herum. Denn sie gibt Aufschluss darüber, ob sich ein Investment in dieses Unternehmen lohnen kann oder eben nicht. Auch bestehende Aktien im Depot sollte man regelmäßig einer Überprüfung unterziehen. Denn es könnte ja sein, dass sich bei einer vormals sehr guten Aktie etwas geändert hat und sie jetzt vermutlich nicht mehr so vielversprechend ist.

Wie eine Aktienanalyse genau aussieht, dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Man sollte eine Mischung aus harten Zahlen und Fakten, sowie auch weicheren Elementen wie die Stimmung über das Unternehmen oder die erwarteten Zukunftsaussichten miteinfließen lassen. Hätte man etwa Amazon immer nur nach seinem KGV und seinem Gewinn beurteilt, hätte man wohl nicht in Amazon investieren dürfen und hätte dadurch tausende Prozent an Gewinn liegen lassen. Es zählen bei einer Aktienanalyse also immer eine Mischung aus verschiedenen Faktoren.

Fotoquelle: Photo by Isaac Smith on Unsplash

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