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“When in doubt, stay out”

Eine unserer Lieblings-Börsenweisheiten beim Kleingeldhelden-Team lautet: „When in doubt, stay out“– auf Deutsch sinngemäß: „Wenn du Zweifel hast, lass ein Geschäft lieber bleiben.“ Das gilt gerade, wenn ihr mit dem Anlegen erst anfangt. Der plausible Hintergrund: Selbst von den Aktienkäufen, zu denen man ausgiebig recherchiert hat, die eine bestehende Logik aufweisen und von denen man folglich absolut überzeugt ist, geht ein gewisser Teil nicht auf. Äußerst wahrscheinlich, dass der Prozentsatz der Verlierer bei den Deals noch höher ist, bei denen man sich von Anfang an nicht hundertprozentig sicher war.

No doubts: Stay cool, aber wie?

Besonders in der aktuell sehr unübersichtlichen Marktphase ist es wichtig, nur Papiere zu erwerben, die einen restlos überzeugen. Denn nur so kann man sie gelassen durchhalten, auch wenn die Kurse einbrechen. Und dass man persönlich den allgemeinen Tiefpunkt trifft, ist äußerst unwahrscheinlich.

Really no doubts? Hinterfrag dich kritisch!

Es gibt ein paar Vorgehensweisen, mit denen ihr den Grad eurer Überzeugtheit zumindest tendenziell bestimmen könnt. So könnt ihr versuchen, ob es euch gelingt, den betreffenden Trade kritischen Geistern im Bekannten- oder Kollegenkreis in wenigen klaren Sätzen zu erklären. Nur, wenn man wirklich hinter der Idee steht, klappt das. Zusätzlich kann man sich ehrlich fragen, ob man tatsächlich auf dem Laufenden ist, was Veröffentlichungen beispielsweise von Kapitalmaßnahmen oder Quartalsergebnissen der AG angeht. Zu oft kommt es vor, dass man einsteigt und kurz nach einem Kauf von negativen Zahlen überrascht wird, einfach, weil man das Datum der Publikation nicht auf dem Schirm hatte.

No doubts meaning trust: Vertrau auf deine Fähigkeiten!

Viel zur Klärung der eigenen Meinungsfestigkeit bezüglich eines Investments trägt auch bei, ebenjene Quartalsberichte & Co. im Original (z. B. in der Investor-Relations-Sektion auf der Firmen-Homepage) nachzulesen – also ohne eine Einordnung durch einen Analysten. So muss man sich ein eigenes Urteil bilden. Mir hat besonders am Anfang geholfen, die Newsletter der Unternehmen zu abonnieren. So bist du immer auf dem neusten Stand und weißt, was in der Firma passiert. Dennoch solltest du dich auch unabhängig von den firmeninternen News regelmäßig über deine Investments informieren und diese überprüfen.

Die Psychologie beim Investieren: Welche Stimmung hast du?

Selbst der simple Ratschlag, vor einem Einstieg noch einmal eine Nacht darüber zu schlafen, kann sich lohnen. Denn was heute ein guter Aktien-Deal ist, sollte das auch morgen noch sein. Studien haben ebenso gezeigt, dass die eigene Stimmung eine große Auswirkung auf deine Kaufentscheidungen hat. Bist du tendenziell positiv gestimmt, könnten dir negative Aspekte eines Investments nicht direkt ins Auge springen und positive Aspekte verstärkt auffallen. Die negativen Aspekte versuchst du dann durch die positiven Aspekte zu rechtfertigen oder dir „schönzureden“. Auch wenn eine Aktie langfristig nur Verluste macht, könnte dir eine positive Stimmung wieder die Hoffnung geben, die Aktie entweder weiter zu halten oder sogar nachzukaufen. Deshalb ist ein neutraler und objektiver Blick immer wichtig. Zusammengefasst ist daher eine neutrale oder sogar negativere Einstellung von Vorteil, wenn du dich mit deinen Investments beschäftigst.

Where there is doubt, there is no hope

Es gibt das Börsenbonmot übrigens ebenfalls in der Variante „When in doubt, get out“ – also frei übersetzt: „Wenn dir Zweifel bei Positionen kommen, die du bereits hältst, steige besser aus.“ Auch da dürfte einiges dran sein. Wenn du die endgültige Entscheidung zum Verkauf deines Papiers triffst, solltest du in einer neutralen und nicht emotional aufgewühlten Stimmung sein. Einige Studien haben gezeigt, dass der Kauf eines Investments oft dazu führt, dass man sich emotional an diese Sache bindet. Doch woher kommt das? Na ja, du hast dich umfassend mit diesem Unternehmen auseinandergesetzt – also Zeit investiert, kannst dich möglicherweise auch sehr mit deren Philosophie und Strategie identifizieren und glaubst somit an dieses Investment. Es ist immer schwierig, von etwas loszulassen, woran man glaubt. Wenn dann die Entscheidung ansteht, das Investment zu verkaufen, ist es ratsam, dass du dich emotional von diesem Investment löst. Daher solltest du deine Investmententscheidungen auch immer neutral und objektiv treffen.

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