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Die US-Fonds-Rating-Agentur Morningstar hat gerade eine Studie veröffentlicht, in der sie für 14 Länder untersucht hat, wie sich die Anlegermentalitäten unterscheiden. Bei der „Global Investor Portfolio Study“ wurden konkrete Wertpapierdepots verglichen und daraus Schlüsse gezogen. Welcher Anlagetyp bist du? Finde es heraus, indem du diesen Beitrag liest.

Anhand dieser globalen Studie lassen sich interessante Erkenntnisse gewinnen, die gegebenenfalls dein eigenes Anlageverhalten verbessern können. Denn es ist für den finanziellen Erfolg ausgesprochen wichtig zu wissen, wie man als Geldanleger wirklich tickt.

Anlagetyp: Wie risikobereit bist du?

Nicht selten kommt es vor, dass man sich bei der Einschätzung der persönlichen Risikobereitschaft und der Renditeerwartungen vertut – und dann mit dem Ergebnis unzufrieden ist. So halten sich viele Menschen (übrigens Männer eher als Frauen) für risikobereite, aktive Investoren und gehen dementsprechend forsch vor. Treten dann tatsächlich heftigere Kursverluste ein, zeigt sich bisweilen, dass man die eigene Verlusttoleranz überschätzt hat und als Folge in den Kursturbulenzen panisch zu billig verkauft. Hier hilft es als erster Schritt, die maximal akzeptierten Verluste in Euro zu bemessen statt wie üblich in Prozent. Ein konkreter Betrag, den man verlieren könnte, wirkt viel greifbarer und weicht oftmals vom Prozentwert ab.

Anlagetyp: Wie kannst du dein Verhalten ändern?

Auch ist es hilfreich zu wissen, was die eigene Investment-Philosophie geprägt hat. Morningstar schreibt, dass Anleger, die früh im Leben mit Aktienkäufen begonnen haben, risikobereiter sind und damit auch besser umgehen können. Was ebenfalls eine Rolle spielt: Anleger, die in einem Land mit leistungsorientierten Altersvorsorgesystemen, einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und umfassendem Sozialversicherungsnetz leben (wie Deutschland, Frankreich oder Japan), legen tendenziell (zu) konservativ an. Realisiert man das, kann man gegensteuern und so die Erträge steigern. Hilfreich ist hierbei, dass man seine Investmens umfassend verstanden hat. So können dich kurzfristige Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen.

Der richtige Ansatz: Denk selbst über Geld nach!

Auch bei der Anlageberatung kannst du selbst nachjustieren, denn diese ist laut Rating-Agentur in Deutschland „oft sehr produktorientiert und nicht auf eine ganzheitliche Portfolio-Konstruktion . . . und langfristige Ziele ausgerichtet“ (also Vorsicht vor den Bankberatern und Beraterinnen!).

Anlagetyp: „Breit gestreut, nie bereut“

Ein weiteres Ergebnis der Morningstar-Studie: Der einzige Fehler, der durchgängig in allen 14 Ländern begangen wird, ist der „Home Bias“ – die zu hohe Gewichtung von Aktien aus dem Heimatmarkt (dass weißt du ja schon, weil wir dazu ja vor kurzem auch einen Beitrag verfasst hatten). Mehr zu diesem Thema, liest du hier. Das zu ändern, und verstärkt aussichtsreichere internationale Werte beizumischen, geht ohne großen Aufwand und hohe Kosten.

Wenn du mehr über die ökonomischen Prinzipien, die sich hinter vielen Börsenweisheiten verstecken, erfahren willst, lies dir diesen Artikel von uns durch. Ich bin sicher, du kannst auch von diesen Börsensprüchen einiges über dein Anlageverhalten lernen, um gegebenenfalls deine Anlagestrategie anzupassen.

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