Suchen, streamen, profitieren – was es mit dem Phänomen YouTube auf sich hat und wie relevant die zweitgrößte Suchmaschine der Welt für unsere Wirtschaft ist. Video

Fotoquelle: Photo by Javier Mrianda on Unsplash

Die Angebotsvielfalt von YouTube

Die Relativitätstheorie einfach erklärt. Der Trailer der brandneuen Dokureihe „Harry & Meghan“. Eine Katze, die sich vor einer Gurke erschrickt: YouTube ist bekannt für seine Videovielfalt, getreu dem Motto: Es gibt nichts, was es nicht gibt! Nicht umsonst ist YouTube die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – und viel mehr als nur ein Videoportal für die Massen. Das US-amerikanische Unternehmen ist auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor, wie aus einer aktuellen Studie von Oxford Economics hervorgeht. 1,2 Milliarden Euro trägt YouTube zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Und der Einfluss der Videoplattform reicht noch weiter.

Werbung, Werbung, Werbung

Von Musiklizenzgebühren über Werbespots bis hin zu Videoproduktionen – das unternehmerische Potenzial von YouTube ist immens. Seit der Gründung 2005 hat sich ein kreatives Ökosystem an Creatorn entwickelt. Sie produzieren und veröffentlichen eigene Inhalte. Mit ihren Videos erzielen sie ihre Einkünfte direkt über YouTube. Auch zahlreiche Unternehmen nutzen diese Möglichkeit, um neue Zielgruppen zu erreichen und auf Trends und Bewegungen zu reagieren. Bereits im Julia diesen Jahres besuchten rund 35,1 Milliarden Nutzer youtube.com, so die Angaben von Statista. Laut YouTube-Deutschland-Chef Andreas Briese hat sich die tägliche Live-Sehzeit in Deutschland von 2020 bis 2021 fast verdreifacht. Inzwischen streamt jeder Erwachsene etwa 49 Minuten am Tag über die Plattform. Und die Präsenz auf YouTube bringt noch weitere Vorteile: Die Reichweitensteigerung wirkt als wirtschaftlicher Katalysator. Damit können Unternehmen ihre Produktverkäufe ankurbeln und Markenpartnerschaften schließen. Nach Angaben von Statista hat YouTube im Jahr 2021 einen Werbeumsatz von 28,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das waren knapp zehn Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor.

Alle verdienen Geld mit YouTube

Das Ökosystem wächst. Im Zusammenhang mit YouTube gibt es in Deutschland etwa 30000 Arbeitsplätze. Neben den Creatorn, die mit der Videoplattform direkt Geld verdienen, existieren auch Player, die von den indirekten Einnahmen durch YouTube profitieren. Dazu gehören zum Beispiel Videoproduktionsfirmen, Ton- und Filmausrüstungsunternehmen und Supportdienste.

YouTube und Google

Und neben dem wirtschaftlichen Potenzial, das das Videoportal für Unternehmen bietet, strahlt YouTube auch in weitere Branchen aus. Vor allem dehnt sich das kreative Ökosystem auf die Bereiche Gesellschaft und Kultur aus. Diese Wachstumschance erkannte Google bereits 2006. Seitdem gehört auch YouTube zum Alphabet-Konzern.

Mehr als nur Katzenvideos

Die Deutschen lieben ihre Vierbeiner. Wie beliebt Katzen sind, zeigen über zwei Millionen Katzenvideos, die mehr als zwei Milliarden Mal gestreamt wurden. Dabei ist YouTube viel mehr als ein reines Unterhaltungsportal. Seit der Gründung 2005 durch drei ehemalige PayPal-Mitarbeiter wird das Videoportal von immer mehr Menschen als Informationsquelle und Bildungsplattform benutzt, vor allem in unsicheren Zeiten. 77 Prozent der Nutzer gaben an, dass YouTube während der Pandemie als Quelle von aktuellen und/oder verlässlichen Informationen hilfreich war, so das Ergebnis der „Oxford-Economics-Studie“.

YouTubes Einfluss auf die deutsche Kultur

Kochshows, Schauspiel, Karaoke: Die Welt der Videoplattform scheint inzwischen grenzenlos. All das hat aber nicht nur seinen gesellschaftlichen Reiz, sondern kommt auch der deutschen Kultur zugute. Ganze 89 Prozent der für die „Oxford-Economics-Studie“ befragten Creator nutzen YouTube, um ihre Leidenschaften und Ideen mit der breiten Masse zu teilen. Fast jeder, der ein Talent hat – oder eins zu haben glaubt, versucht es mit der Online-Plattform. Kein Wunder, dass 2018 rund 95 Prozent der über YouTube gestreamten Clips Musikvideos waren. Auch aus der deutschen Kunst- und Kulturszene ist die Videoplattform inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Der Berliner Staatsoper daheim von der Couch zuhören

Behind the Scenes. Dieses internationale Potenzial hat auch die Berliner Staatsoper „Unter den Linden“ erkannt. Ihr YouTube-Kanal bietet exklusive Einblicke hinter die Kulissen der kulturellen Institution. Neben den Behind-the-Scenes-Inhalten können User sich sogar ganze Opernvorstellungen online ansehen. So wird die Bühne für weit mehr als die 1365 Besucher, die im Saal Platz finden, zugänglich.

YouTube wächst immer weiter

Ein Leben ohne YouTube? Für die Generation Z ist das unvorstellbar. Zwei Drittel der um die Jahrtausendwende geborenen jungen Erwachsenen bestätigen laut „Appinio-Studie“, dass sie nicht auf YouTube verzichten können. Unterhaltung, Wissensquelle, Zeitvertreib –YouTube steckt voller Möglichkeiten.

Der Einfluss von YouTube auf Deutschland

Was vor einem Elefantengehege anfing, ist heute ein relevantes Medium für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Und das auf der ganzen Welt. Gerade hier in Deutschland ist die Wirtschaftskraft der Videoplattform nicht zu unterschätzen. Nicht umsonst zählt Deutschland zu den Top-Ten-Märkten für YouTube – gemessen an den Userzahlen. Die Community aus Unternehmen, Creatorn und Nutzern wird weiter wachsen. Nächstes Video in 3, 2, 1…

Reallohndrama: Die Kaufkraft sinkt immer schneller | Kleingeldhelden

Autor*in