So werden Frauen finanziell frei: Katharina Brunsendorf über ihre Initiative Finanzheldinnen, Gehaltsverhandlungen und Networking

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Frauen verdienen nach wie vor weniger und sind dadurch immer noch stärker von Altersarmut betroffen. Laut der letzten Erhebung des statistischen Bundesamtes zum Gender-Pay-Gap verdienen Frauen bei vergleichbarer Tätigkeit, Position und Erwerbsbiografie sechs Prozent weniger. Ab einem Alter von 65 stieg ihre Armutsgefährdungsquote 2021 auf 21 Prozent, bei den Männern lag sie nur bei 17,4 Prozent. Ein Zustand, der sich dringend verändern muss. Das fand auch Katharina Brunsendorf . So rief sie 2018 zusammen mit Kolleginnen die Initiative „Finanzheldinnen“ ins Leben. Das Ziel: Frauen dabei unterstützen, in allen Lebenslagen finanziell unabhängig zu werden. Denn vor allem bei der Geldanlage halten sich hartnäckig große Berührungsängste. 

Katharina Brunsendorf im Interview mit Kleingeldhelden

Bildungslücken ausmerzen

Viele Frauen trauen sich das Thema leider nicht zu.

Katharina Brunsendorf

Das würden auch verschiedene Umfragen belegen. „Und dann sagen andere Studien auch gleich: Das ist gar nicht überraschend – wir haben einfach zu wenig Wissen“. Genau darum gehe es bei ihrer Initiative: Wissen zusammenbringen und die Frauen dann ins Tun bringen. Dafür vermittelt sie über ihren Blog und Instagram einfach zugängliche Infos zum ABC der Geldanlage. Im Podcast „Schwungmasse“ erzählen verschiedene Gäste zudem, wie sie investieren. Mit dabei ist alles von Hochzeitsplanerinnen über Frank Thelen bis hin zu Barbara Schöneberger. Zu Geld hatte Katharina immer schon einen besonderen Bezug: Schon als Kind habe sie im Dorf Blumen für 50 Pfennig verkauft. In ihrer Ausbildung habe sie dann ein Haushaltsbuch geführt und mit Mitte 20 mit dem Investieren losgelegt. Ihre Strategie: Langfristig und solide, viele ETFs, kaum Einzelaktien – „Die Schlagermusik der Portfolios“, wie sie es nennt. Ihre Empfehlung für Börseneinsteigerinnen: Sich zunächst die finanzielle Situation, Investmentziele und Risikopräferenzen bewusst machen – denn je klarer man sich über diese Punkte sei, desto besser halte man Krisenphasen aus. Das Problem fängt allerdings nicht erst damit an, dass Frauen sich bei der Geldanlage kaum etwas zutrauen. Schon beim Gehalt fordern sie oft weniger ein. Ob sie da einen Rat habe?

So klappt die Karriere


“Erfolge sichtbar machen und auch unterjährig immer mal wieder an den Chef oder die Chefin Zahlen, Prozesse oder was gemacht wurde, spiegeln.”

— Katharina Brunsendorf

Immerhin sei es generell hilfreich, eine Liste mit den eigenen Errungenschaften zu führen. Ein anderer Tipp: „Eine Forderung stellen und einen Punkt machen – und das dann einfach auch einmal aushalten“. Dafür sei es gut, das Gespräch vor dem Spiegel oder mit Freunden zu üben. Gerade Frauen hätten die Tendenz, zunächst in Vorleistung zu gehen – die bei der Verhandlung im Hinterkopf zu behalten, könne bei der Forderung nach mehr Geld durchaus helfen. Ein anderer wichtiger Aspekt für die Karriere: Networking. Dazu gehöre es, sich im Unternehmen intern über die eigene Abteilung hinaus zu vernetzen. Wie man das angeht? Auf andere Menschen zugehen, einfach mal einen Kaffee trinken gehen und fragen: „Was machst Du in Deinem Job?“. Es bringe einiges, sich so Feedback einzuholen – und anderen gegenüber zu formulieren, was man braucht. Daher komme es nicht darauf an, viele Kontakte zu sammeln , sondern die richtigen. Sie selber lege sich für jeden davon ein Foto und eine Notiz an und melde sich zwischendurch immer mal wieder: „Es ist gar nicht so einfach,“ sagt sie, „aber man findet seinen Weg“. 

Das vollständige Interview kannst du dir hier auf unserem YouTube-Kanal anschauen oder scanne einfach den QR-Code.

Fotoquelle: Photo by Marten Bjork on Unsplash

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