Höher, schneller, weiter – das Geschäft mit Olympia, European Championships & Co. kurbelt die Wirtschaft an. So kannst du als Anleger vom Milliardengeschäft Sport profitieren

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Olympische Spiele in Tokio, European Championships in München, Fußball-WM in Katar. Großveranstaltungen wie diese zeigen, wie viel Wirtschaftskraft im Sport steckt. Im Jahr 2022 wurden 88,2 Milliarden Euro mit globalen Sportevents umgesetzt, mehr als die Hälfte davon im Bereich Sportsponsoring. Und es gibt noch weitere Akteure, die vom Milliardengeschäft Sport profitieren. Von Veranstaltern über Vereine bis hin zu Sportmedien. Allein für die Übertragungsrechte werden jährlich Milliardenbeträge gezahlt.

Mehr als nur Nike, Adidas & Puma

Bei sportlichen Großveranstaltungen immer präsent und auf den Trikots kaum zu übersehen: Sportartikelhersteller wie Nike, Adidas, Puma & Co. Dabei reicht das sportliche Anlagespektrum viel weiter. Genauso können Börsianer Anteile von Fußballvereinen erwerben. Oder in Unternehmen investieren, die auf den ersten Blick gar nichts mit Sport zu tun haben. Schließlich sind auch branchenfremde Sponsoren wie Volkswagen, Deutsche Telekom oder Coca-Cola immer wieder im Stadion zu sehen. Auch der sportliche Streaming- und Fernsehmarkt wächst weiter. Laut Studie von Statista sind Sportübertragungen bei 17,5 Millionen Deutschen ab 14 Jahren populär. Dann gibt es auch noch die, die in Zockerlaune sind. Nach Angaben des Finanzministeriums haben die Deutschen im Jahr 2019 etwa 9,3 Milliarden Euro für Sportwetten ausgegeben, die Glücksspielindustrie floriert.

Welche Sportaktien lohnen sich, welche nicht?

Die Sportbranche ist vielfältig. Einige Aktien verfügen über ein größeres Anlagerisiko als andere. Hier erfährst du mehr über das Potenzial der einzelnen Branchen:

1.Sportvereine

Geld schießt keine Tore – so heißt es zumindest. Andersherum können Tore beim Geld verdienen helfen. Das zeigen die Aktien einiger Top-Clubs, darunter Borussia Dortmund, Manchester United, Juventus Turin, Ajax Amsterdam und der FC Porto – um nur einige zu nennen. Für Vereine ist der Börsengang eine gute Möglichkeit, um an Kapital zu kommen. Fans wiederum können sich ein Stück ihres Lieblingsvereins ins Depot holen und obendrein attraktive Renditen einfahren. Die Fußballpapiere sind daher vor allem für Liebhaber oder sehr spekulative Investoren eine interessante Anlageoption. Wichtig dabei: Vereinsaktien sind riskant und volatil. Die sportlichen Erfolge – und Misserfolge – des Sportclubs sorgen nämlich für ein Echo an der Börse. Auch PR-Desaster und personelle Skandale stellen ein unvorhersehbares Anlagerisiko dar.

2.Sportartikelhersteller

Die Big Player der Sportartikelhersteller wie Nike, Adidas & Puma erzielen beständig gute Ergebnisse. Sie profitieren sie von der enormen Kundenloyalität und Wiederkaufsbindung. Hinzu kommt der Athleisure-Trend. Kunden kaufen nicht mehr nur Ausrüstung für bestimmte Sportarten, sondern tragen die Mode auch im Alltag. Damit haben sich die Konzerne eine ideale Marktposition verschafft. Die Brands zählen nicht mehr nur zum Sportsektor, sondern auch zur Luxus- und Bekleidungsindustrie.

3.Branchenfremde Sponsoren

Sport bewegt. Sport emotionalisiert. Sport schafft Erlebniswelten – und bietet damit ein attraktives Umfeld mit Möglichkeiten für einen positiven Imageaufbau. Das haben nicht nur Unternehmen aus dem Sektor begriffen. Ob Coca-Cola, Rewe oder Deutsche Post, immer mehr Branchenfremde zieht es zum Sport. Volkswagen etwa ist seit 2019 der offizielle Sponsor und Mobilitätspartner des Deutschen Fußball-Bunds. Anfangs investierte der Konzern nur in den Männersport. Doch Sportsponsoring ist längst keine Männerdomäne mehr. Da auch Frauensport vermehrt in den Medien übertragen wird, haben Un- ternehmen wie VW eine neue Sponsoring-Chance entdeckt – mit der sie sich im besten Fall sogar eine neue Zielgruppe erschließen können. Das Potenzial ist enorm: Im Vergleich zu 2020 sind die Sponsoring- Investitionen im Frauensport (bei den Verbänden Uefa, Fifa, World Rugby) im letzten Jahr um ganze 146 Prozent gestiegen.

4. Streamingmarkt

Den Lieblingsverein von überall aus verfolgen können? Streaming macht’s möglich. Dabei liefern sich Streaminganbieter einen erbitterten Kampf um die Übertragungsrechte. Platzhirsch Sky behält die begehrten Rechte für die Samstags- spiele der Bundesliga. Der deutsche Medienkonzern musste dennoch eine bittere Niederlage gegen die Konkurrenten DAZN und Amazon einstecken. Diese teilen sich in der Saison 2022/23 die Champions-League- Rechte, zudem strahlt DAZN exklusiv die Bundesligaspiele freitags und sonntags aus. Hinzu kommen teilweise deutliche Preiserhöhungen des Streaminganbieters. Wer als Fan und Verbraucher alle Spiele der Bundesliga und Champions League sehen will, muss ordentlich Geld hinlegen, insgesamt knapp 60 Euro monatlich. Zwar können Sky, DAZN & Co. damit kurzfristig ihre Umsätze erhöhen, auf lange Sicht besteht aber die Gefahr, dass Kunden abspringen.

Mehr über Streaming-Dienste erfährst du in diesem Artikel:

5.Sportwetten

Den Ausgang von Sportereignissen vorherzusagen und Wetten abzuschließen, kann sehr viel Spaß machen. Das zeigen auch die Zahlen des Deutschen Sportwettenverbands: Die Branche boomt, der Trend hält an. Mit mehr als neun Milliarden Euro Umsatz war 2021 in Sachen Sportwetten das bisher ungeschlagene Rekordjahr. Der Grund: In der Corona-Hochphase konnten Fans die sogenannten Geisterspiele lediglich von der Couch aus ansehen. Der Unterhaltungsfaktor um den Sport herum fand virtuell statt: Stadiongespräche wurden in Online-Foren verlegt und für Kenner war der nächste Tipp nur ein paar Klicks entfernt. Während viele klassische Sportsponsoren in der Zeit abgesprungen sind, konnten Dienstleister für Sportwetten den Aufschwung nutzen, um mithilfe von freien Werbeplätzen ihre Reichweite zu erhöhen. Doch auch hier muss das Risiko abgewägt und miteinberechnet werden.

Fazit

Hochkochende Emotionen und lebenslange Treue – davon lebt die Stadionatmosphäre, an der Börse hat das aber nichts zu suchen. Experten empfehlen konservativen Anlegern daher, Einzelwerte vor dem Kauf umfassend zu prüfen und diversifiziert anzulegen. Sogenannte Aktien-Lieblinge trüben den Blick auf die Zahlen und sind ein Risiko für das Depot. Für Anleger wie für Sportler gilt also: Kühlen Kopf bewahren – und das (Anlage-)Ziel niemals aus den Augen verlieren. Und wenn du auf der Suche nach einer Anlagemöglichkeit bist, bei der du mit gutem Gewissen eine gute Rendite einfahren kannst, erfähst du hier mehr:

Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informations- und Unterhaltungszwecken. Es findet keine Anlageberatung statt. Der Beitrag stellt auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie, eines Wertpapiers oder einer sonstigen Anlage dar. Jeder Anleger ist an dieser Stelle dazu aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen, bevor eine Investitionsentscheidung trifft.

Fotoquelle: Photo by Andrea Piacquadio on Pexel.

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