Träumt ihr auch von der ewigen Jugend? Die Tech-Elite investiert Millionen in die Altersforschung 2022. Wie Firmen das Leben verlängern wollen, erfährst du in diesem Beitrag.

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Altersforschung 2022: Der Traum von der Unsterblichkeit


Es ist der ultimative Traum der Menschheit: das ewige Leben. Seit Jahren arbeiten Wissenschaftler weltweit daran, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Die Altersforschung 2022 schreitet immer weiter voran. Ob wir es zugeben wollen oder nicht – wir sehnen uns doch alle ein Stückweit nach der ewigen Jugend. Nach einem langen Leben ohne Altern, Krankheiten oder Gebrechen. Der Wunsch, das Sterben zu stoppen, nährt die Unsterblichkeitsindustrie. Die Tech-Elite um Bezos und Co. investieren hohe Summen in die Altersforschung 2022. Doch wie hoch ist das finanzielle Potenzial wirklich?

Die Angst vor dem Alter: Warum wir ewig jung bleiben wollen

Fest steht: viele Menschen wollen das Altern aufhalten – um jeden Preis. Sie fürchten sich vor dem Lebensende und vor all dem, was damit zusammenhängt. Um diese einseitige Sicht auf den Alterungsprozess zu hinterfragen und der Forschung einen Anreiz zu bieten hat die WHO die Jahre 2021 bis 2030 zur „Dekade des gesunden Älterwerdens“ erklärt. Das klingt erstmal schön und gut, ändert aber nichts daran, dass viele Menschen Angst vor dem Alter haben. Einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zufolge betrifft das mehr als jeden Zweiten weltweit.

Das Problem daran: Bisher ist das Altern nicht aufzuhalten. Gleichzeitig wird unsere Gesellschaft immer älter. Bis 2035 soll die Zahl der über 67-Jährigen laut dem Statistischen Bundesamt um 22 Prozent ansteigen. Der demografische Wandel ist bereits in vollem Gange. Damit müssen wir uns zwangsläufig abfinden. Den Alterungsprozess zu fürchten, scheint aber auch keine Lösung. Das zeigt zumindest eine neue Studie der Universität Greifswald. Die Forscher fanden heraus, dass allein die Sorge ums Altern die Lebenszeit um ganze 13 Jahre verkürzen kann. Also lohnt es sich auch nicht, die kostbare Zeit unserer Jugend damit zu vergeuden.

Davor haben die Menschen im Alter Angst

Doch warum betrachten wir das Altern als Endgegner? Die Ipsos-Umfrage zeigt,
was Deutschen im Alter Angst macht. Mit 30 Prozent wurden Geldsorgen am häufigsten genannt. Jedem Fünften graut es vor dem Tod von Familienmitgliedern und Freunden. Rund 24 Prozent der Befragten fürchten den Gedächtnisverlust und 23 Prozent sorgen sich um die eingeschränkte Mobilität.

Der Lichtblick: 51 Prozent der Menschen weltweit vertrauen auf die Forschung. Sie glauben, die Technologien würden das Älterwerden verbessern und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft. Schließlich gibt es auch keinen anderen Weg. Die einzige Lösung kann die Wissenschaft bieten. Als Einzelpersonen sind wir mehr oder weniger machtlos. Wir können lediglich Unternehmen unterstützen – etwa finanziell –, die an der Verlängerung des menschlichen Lebens forschen.

Neues aus der Altersforschung 2022

Zahlreiche Biotechnologiefirmen haben sich der Vision verschrieben, das Altern stoppen zu können. Dafür mussten Wissenschaftler vorerst die biologischen Prozesse nachvollziehen. Eine 2021 veröffentlichte Studie der Stanford University bietet Grund zur Annahme, dass das Altern kein schleichender Prozess ist, sondern vielmehr in Stufen geschieht. Die Forscher kamen zu der Erkenntnis, dass sich in den 30ern, 60ern und 70ern die Anzahl der Proteine im Blutplasma erheblich verändert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Proteine maßgeblich mit dem Alterungsprozess zusammenhängen.

Auch aus der Stammzellenforschung gibt es wichtige Entdeckungen. Der Bioinformatiker Steve Horvath erkannte, dass in jeder einzelnen Zelle eine epigenetische Uhr tickt. Diese soll das biologische Alter exakt anzeigen. Im Jahr 2012 erhielt dann der Japaner Shinya Yamanaka den Nobelpreis für seine Technologie zur Reprogrammierung von Zellen. Es gelang ihm mittels vier körpereigener Eiweiße. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Proteine im Blutplasma unmittelbar mit dem Älterwerden zusammenhängen könnten. Tier-Versuche zeigten: Die Yamanaka-Faktoren könnten die Horvath-Uhr der Zellen rein theoretisch bis in den embryonalen Zustand zurückversetzen.

Bezos, Thiel und Co.: Die Tech-Elite investiert Millionen in die Altersforschung 2022


Auch an den Tech-Giganten um Jeff Bezos, Peter Thiel, Larry Page und Co. zieht der Traum vom ewigen Leben nicht spurlos vorbei. Was nützt ihnen schließlich all das Geld und der Erfolg, wenn sie trotzdem alt und gebrechlich werden? Und vor allem: Wenn das Leben dann doch irgendwann vorbei ist. Wie schön wäre es also, wenn sie sich mehr Lebenszeit erkaufen könnten? Auf direktem Wege geht das noch nicht. Deshalb investiert die Tech-Elite weiterhin fleißig Millionenbeträge in Unternehmen, die sich mit der Altersforschung 2022 befassen. Böse Zungen bezeichnen ihre Besessenheit mit dem Altern als Gottkomplex. Andere loben ihren Beitrag zur Forschung.

Die auf der Yamanaka-Forschung basierende Firma Altos Labs ist im Silicon Valley besonders beliebt. Allein im Januar 2022 hat das Unternehmen 2,9 Milliarden Euro von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehört wiederholt Jeff Bezos. Google-Gründer Larry Page hingegen gründete mit Calico Labs gleich seine eigene Forschungseinheit im Alphabet-Konzern. Sie studiert die Heilung altersbedingter Krankheiten wie Alzheimer oder Arteriosklerose. Auch der PayPal-Gründer Peter Thiel investierte in über ein Dutzend kleine und größere Forschungsunternehmen.

Das finanzielle Potenzial der Altersforschung 2022

Aber lohnt sich es sich tatsächlich, in diese Firmen zu investieren? Der Bedarf ist offensichtlich da – die Unternehmen, die sich der Forschung widmen, ebenfalls. Doch wie sieht es mit dem finanziellen Potenzial aus? Analysen der Investmentbank Merrill Lynch zufolge soll sich der Wert von Firmen, die an der Lebensverlängerung arbeiten, bis 2025 auf knapp 582 Milliarden Euro verfünffachen.

United Therapeutics, Adicet Bio, oder Denali Therapeutics – viele zukunftsträchtige Biochtechies sind auch bereits an der Börse notiert. Sollten ihre wissenschaftlichen Ergebnisse erfolgreich sein, könnten diese Unternehmen regelrechte Goldgruben sein. Early Adopter profitieren wie immer am meisten. Trotzdem gilt: sehr geringer Kapitaleinsatz, Stoppkurs beachten und nachziehen. Gerade Aktien von Firmen, deren Projekte sich im Bereich der frühen klinischen Studien bewegen, sind sehr riskant. Auch ein Totalverlust ist hier nicht ausgeschlossen. Deshalb raten Experten immer, das Geld breit gestreut anzulegen. Warum das so wichtig ist, erfahrt ihr hier:

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