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Jeff Bezos, Tim Cook, Ola Källenius – alles Namen, die in der Tech- und Aktienwelt beinahe täglich zu hören sind. Was viele vergessen: Hinter den Erfolgsunternehmen stecken „normale“ Menschen, die auch mal klein angefangen haben. Doch wie sehen die Lebensläufe der berühmten Unternehmensbosse eigentlich genau aus? Wir Kleingeldhelden geben dir einen Überblick.

3 Global Player aus den USA

Apple: CEO Tim Cook

2011 folgte er auf Apple-Legende Steve Jobs als Vorstandsvorsitzender des iPhone-Konzerns. Doch wie kam der am 1. November 1960 in Alabama geborene Tim Cook zu dieser Position? Bis 1982 studierte der US-Amerikaner Industrial Engineering an der Auburn University. 1988 folgte der Master in Business Administration, während er bereits während seines Studiums bei IBM arbeitete. Dort war er insgesamt zwölf Jahre lang tätig.

Bevor Cook 1998 zum damals ziemlich angeschlagenen Apple-Konzern kam, arbeitete er in führenden Positionen bei Intelligent Electronics und Compaq Computer Corporation. Nach kurzer Zeit bei Apple stieg er erst zum Executive Vice President und dann zum Chief Operating Officer (COO) auf, übernahm also die Verantwortung für die Leitung des weltweiten Vertriebs der Macintosh-Abteilung und kümmerte sich um die Weiterentwicklung von Handelskontakten. Kurz vor dem Tod des Apple-Gründers Steve Jobs im Oktober 2011 wurde Tim Cook zum neuen CEO ernannt. Enes der innovativsten Produkte, das der neue Vorstandsvorsitzende präsentieren durfte, war die Apple Watch, die 2015 auf den Markt kam.

Microsoft: CEO Satya Nadella

Satya Nadella ist ein weiterer großer Name im Kosmos der amerikanischen Großkonzerne. Der Unternehmer wurde am 19. August 1967 in Indien geboren und ist seit 2014 der CEO von Microsoft. Der Weg dahin? Sehr geradlinig und voller universitärer Abschlüsse.

Nadella wuchs in Hyderabad auf, eine Stadt im Süden von Indien, und schloss 1988 seinen Bachelor in Elektrotechnik an der Universität von Mangaluru ab. Anschließend zog er in die USA, wo er an der Uni Wisconsin sein Masterstudium in Informatik absolvierte. Der Berufseinstieg erfolgte bei Sun Microsystems als Mitarbeiter der Technologieabteilung. Sun war ein Hersteller von Computern und Software, der 2010 in Oracle eingegliedert wurde. 1992 folgte der Wechsel zu Microsoft, wo er sich mit der Entwicklung einer Windows-Version für Geschäftskunden beschäftigte. Nebenbei schloss Satya Nadella ein weiteres Master-Stuidum ab, diesmal in Betriebswirtschaft an der University of Chicago. Von nun an ging es für den gebürtigen Inder stetig nach oben.

1999 wurde er zum Vizepräsidenten des Microsoft-bCentral-Dienstes für kleine Unternehmen ernannt. Nach der Jahrtausendwende erhielt er die Stelle als Corporate Vice President von Microsoft Business Solutions. 2007 wurde Nadella Senior Vice President für Forschung und Entwicklung der Online-Services-Anteilung des Unternehmens, später war er Präsident des Server- und Tool-Geschäfts von Microsoft. Zwischendurch war der heutige CEO auch für die Cloud-Computing-Plattform von Microsoft zuständig, ehe er 2014 zum Vorstandsvorsitzenden des Tech-Konzerns ernannte wurde.

Amazon: CEO Jeff Bezos

Inzwischen gibt es wohl kaum jemanden, der seinen Namen nicht schon mal gehört hat: Jeff Bezos. Er ist der Gründer des Online-Verandhändlers Amazon und war bis Juli 2021 auch CEO des Top-Unternehmens aus Seattle, bevor er seinen Posten an Andy Jassy abgab. Doch auch heute noch ist Bezos als Vorsitzender des Verwaltungsrats, der dem Vorstand übergeordnet ist, tätig.

Jeff Bezos wurde am 12. Januar 1964 in Albuquerque, New Mexico, geboren und kommt nicht etwa aus einer reichen Unternehmerfamilie, sondern wuchs in recht bescheidenen Verhältnissen in New Mexico und Texas auf. Schon zu Grundschulzeiten entwickelte Bezos ein gutes technisches Verständnis in den Bereichen der Elektronik. Später ergatterte er sogar Auszeichnungen und Förderpreise für junge Forscher und studierte dann Elektronik und Informatik an der Princeton University. Es folgten Stellen als Entwickler für eine Mobilfunkgesellschaft und eine Bank, Mitte der 90er entwickelte Jeff Bezos dann die Idee zu einem Online-Kaufhaus.

Doch Amazon war zu Beginn nicht das, was wir heute kennen. Der Online-Händler verkaufte zunächst nur Bücher, etwas später folgten CDs und DVDs. Doch Bezos entwickelte sein Unternehmen stets weiter, nach nur drei Jahren folgte der Börsengang. Bereits im Jahr 2000 folgte die Gründung des privaten Raumfahrtunternehmens „Blue Origin“. 2013 wurde Bezos auch Eigentümer der US-Tageszeitung „The Washington Post“.

3 große Dax-Werte

Deutsche Telekom: CEO Timotheus Höttges

Klar, die berühmten Unternehmer aus den USA haben meistens eine besondere Strahlkraft und sind auch in Deutschland bekannter als die einheimischen Chefs der Dax-Konzerne. Doch auch die Lebensläufe der CEOs der Bundesrepublik sind einen genaueren Blick wert. So zum Beispiel der des Telekom-Chefs Timotheus „Tim“ Höttges.

Nach seinem BWL-Studium an der Kölner Uni startete Höttges seine Karriere in der Unternehmensberatung Mummert + Partner in Hamburg, ehe er 1992 im Alter von etwa 30 Jahren in den Süden Deutschlands nach München zog und beim Mischkonzern Viag arbeitete. Hier war er in der Beratung, im Controlling und in der Unternehmensplanung tätig. Kurz nach Anbruch des neuen Jahrtausends war Tim Höttges maßgeblich an der Fusion von Viag und Veba zu E.on beteiligt. Anschließend folgte der Wechsel zur Telekom.

Von 2000 bis 2004 war Höttges Geschäftsführer Finanzen und Controlling und später Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Deutschland. Im Anschluss war er im Vorstand der T-Mobile International für das Europageschäft des Konzerns zuständig und leitete von 2006 bis 2009 den Bereich T-Home, wo er unter anderem für das Festnetz- und Breitbandgeschäft verantwortlich war. Bevor der gebürtige Solinger 2014 zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg, war er von 2009 an der Kopf des Ressorts Finanzen und Controlling.

Mercedes-Benz: CEO Ola Källenius

Kaum ein Dax-Chef war in den vergangenen Monaten und Jahren medial so präsent wie Ola Källenius, der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz. Der im Jahr 1969 geborene Schwede studierte nach seinem Wehrdienst in der schwedischen Armee an der Stockholm School of Economics und absolvierte einen Master in Finance and Accounting. Über einen weiteren Master in International Management an der Universität St. Gallen 1993 trat er in die internationale Nachwuchsgruppe von Daimler ein.

Wer so lange Teil eines solch großen Konzerns wie Mercedes-Benz ist, durchläuft natürlich einige Positionen. So bekleidete Källenius vor seiner Ernennung als Vorstandsvorsitzender zwölf Ämter. Er startete 1995 als Manager im Controlling in Tuscaloosa in den USA und wurde im Jahr 2000 Senior Manager im Materialeinkauf. 2010 wurde der Schwede Vorsitzender der Geschäftsführung von Mercedes-AMG in Affalterbach. Die letzten Positionen vor seinem Aufstieg als CEO waren die Vorstandsmitgliedschaften im Vertrieb sowie in der Konzernforschung und Entwicklung von Mercedes-Benz Cars.

SAP: CEO Christian Klein

Mit gerade einmal 39 Jahren war Christian Klein im Frühjahr 2020 alleiniger Vorstandsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP – und ist es bis heute. Im Gegensatz zu den fünf anderen Top-Unternehmern in dieser Übersicht gehört Klein also zu einer jüngeren Generation. Auch sein guter Draht zu Konzerngründer Hasso Plattner verhalf ihm zu der frühen Stelle als SAP-Chef.

Schon 1999 heuerte Klein bei dem Softwarekonzern an, damals noch als dualer Student der Internationalen BWL. Nach mehreren Tätigkeiten in den Bereichen Operations und Controlling war er von 2011 bis 2012 Chief Financial Officer von SuccessFactors, 2014 wurde er zum Chief Controlling Officer, 2016 zum Chief Operating Officer von SAP ernannt. Nachdem Christian Klein ein halbes Jahr lang an der Seite von Jennifer Morgan SAP-Chef war, ist er seit April 2020 allein im Amt.

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Fotoquelle: Photo by Serge Kutuzov on Unsplash

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