Die Klimakrise ist eine ernstzunehmende Bedrohung und wird erst seit ein paar Jahren öffentlich stark diskutiert. Klimawandel, Luftverschmutzung und Welthunger zählen zu den drängenden globalen Problemen. Ein Grund für diese Auswirkungen ist die wenig nachhaltige Lebensweise der Menschen in den letzten Jahrzehnten. Wie du deinen Alltag grüner gestalten kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

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Nachhaltig leben: Ökologischen Fußabdruck reduzieren

Durch den Verbrauch rarer Ressourcen schaden wir der Umwelt. Doch nicht nur die Umwelt, sondern auch arme Bevölkerungsgruppen leiden unter dem hohen Konsumverbrauch der westlichen Welt. Das Global Footprint Network bestätigt dies und zeigt auf, dass der ökologische Fußabdruck eines Europäers circa sechsmal so groß ist wie der eines Menschen in Bangladesch. Auch der Begriff „ökologischer Fußabdruck“ ist kein fremder in der Klimadebatte. Doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Dein ökologischer Fußabdruck gibt an, wie viele Rohstoffe du verbrauchst und wie viele Schadstoffe du durch deinen Konsum verursachst. Du siehst also, dass Nachhaltigkeit nicht nur die Umwelt, sondern auch die soziale Gesellschaft betrifft. Deshalb ist es wichtig, Produkte auf ihre Herstellungsart zu überprüfen. Also, ob das Produkt zum Beispiel unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Wenn du nachhaltig leben willst, musst du deinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten und soziale Verantwortung übernehmen. Da es zu diesem Thema bereits eigene Studiengänge gibt, scheint dir die Aufgabe wahrscheinlich zunächst unmöglich, doch gibt es ganz einfache, wenige Tipps, die du im Alltag anwenden kannst, um deinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Fotoquelle: Photo by Grant Durr on Unsplash

12 einfache Tipps für ein nachhaltiges Leben

Wir geben dir nun wichtige und einfache Tipps an die Hand, um nachhaltiger und bewusster zu leben. Fang am besten mit kleinen Schritten an und taste dich langsam in ein nachhaltigeres Leben vor. Und vergiss nicht: Niemand ist perfekt! Selbst wenn du nicht alle Tipps befolgen kannst, hast du der Umwelt schon einen großen Gefallen getan, wenn du nur ein paar dieser Tipps in deinem Alltag integrierst.

1. Nachhaltig leben: Werde Vegetarier

Die Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) „Brot für die Welt“ ermittelte, dass ein Drittel unseres ökologischen Fußabdrucks von unserer Ernährung abhängt. Denn bei der Produktion von tierischen Produkten wird extrem viel Wasser verbraucht, das Grundwasser mit Gülle verunreinigt und Grünflächen für Futteranbau verschwendet. Zudem sind die schlechten Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie und die Massentierhaltung weder fair noch moralisch angemessen. Wie du deinen ökologischen Fußabdruck also klein hältst? Einfach die vegetarische Lebensweise mal ausprobieren oder auf tierische Lebensmittel so oft wie möglich verzichten.

2. Kaufe regionale und saisonale Produkte

Wir wissen alle, dass Mangos, Papayas oder Lychees nicht in Deutschland wachsen. Diese werden meist per LKW, Schiff oder sogar Flugzeug in unser Heimatland transportiert. Der ökologische Fußabdruck nicht regionaler Produkte ist also sehr schlecht. Du lebst nachhaltiger, indem du heimische und saisonale Lebensmittel einkaufst. Denn mal ehrlich, musst du im Dezember wirklich einen Mango-Smoothie trinken oder einen Ananas-Kuchen backen? Durch Lebensmitteletiketten kannst du schnell das Herkunftsland des Produktes überprüfen.

Fotoquelle: Photo by James Yarema on Unsplash

3. Nachhaltig leben: Plane deinen Einkauf

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Jedes Jahr schmeißen wir Deutschen 82 Kilogramm an Lebensmitteln im Wert von 235 Euro weg. Damit landet jedes Jahr Geld im Müll. Deshalb solltest du deinen Einkauf planen, um möglichst wenig Lebensmittel unnötig wegzuschmeißen. Und wenn doch mal die Milch aus dem 6-er Pack, Brot oder Gemüse übrigbleibt, dann melde dich bei „Foodsharing“-Plattformen an, um deine frischen Lebensmittel vor dem Wegschmeißen zu retten. Diese Initiativen verteilen deine Lebensmittel dann an bedürftige Menschen, die sich über jeden frischen Apfel freuen. Also wenig Aufwand, der aber viel bewirkt, wenn jeder Mensch weltweit sich um ein nachhaltigeres Leben bemüht.

Und jetzt auch mal Hand aufs Herz: Selbst, wenn du deinen Einkauf regelmäßig planst, hast du bestimmt schon öfters die Situation erlebt, dass dein Kühlschrank kurz vor deinem Urlaub noch prallvoll ist, oder nicht?

4. Nachhaltig leben: Mach Urlab am See

Ich weiß, wer will nicht im Sommer ans Meer? Doch auch in Deutschland gibt es viele schöne Seen, an denen du einen entspannten Urlaub verbringen kannst. Das Flugzeug ist nun mal das klimaunfreundlichste Transportmittel, das es gibt. Seit Ende der 90-er hat sich der globale Flugverkehr verdreifacht. Du fragst dich, warum ein Flug von München nach Köln billiger ist als die Bahnfahrt? Ganz einfach: Umweltschäden werden in den Flugpreis nicht mit einberechnet. Zudem wird Kerosin nicht wie die Energie bei Bahn- und Autofahrten besteuert. Wenn du dann doch mal fliegen musst, kannst du auf freiwilliger Basis deinen CO₂-Ausstoß ausgleichen. Auf bestimmten Online-Plattformen kannst du beispielsweise Bäume kaufen, die zur CO₂-Neutralisierung gepflanzt werden. Wenn du nachhaltiger leben willst, sollte du so oft wie nur möglich auf fliegen verzichten.

5. Nimm das Fahrrad oder die Bahn

Das Auto stehen lassen und das Fahrrad oder die Bahn nehmen, tut nicht nur deiner physischen Gesundheit, sondern auch deinem Geldbeutel und der Umwelt gut. Auch damit leistest du der Umwelt wieder einen großen Beitrag und hältst deinen ökologischen Fußabdruck klein. Hast du schon von dem 9-Euro-Ticket gehört? Von Juni bis Ende August 2022 hast du die Möglichkeit für nur 9 Euro pro Monat bundesweit im Nah- und Regionalverkehrt in der zweiten Klasse zu fahren. Studenten haben dieses Angebot bereits in ihrer Hochschulkarte inkludiert, da die Hochschulen diesen Betrag mit den Studiengebühren des nächsten Semesters verrechnen.

Fotoquelle: Photo by Rober Bye on Unsplash

6. Nachhaltig leben: Spare Energie

Strom sparen reduziert nicht nur deinen ökologischen Fußabdruck, sondern spart auch eine Menge Geld. Deshalb achte bei dem Kauf neuer Elektrogeräte, wie Kühlschrank, Staubsauger oder Waschmaschine vor allem auf das Energielabel. Brauchst du deine Waschmaschine wirklich nur für dich allein? Wenn nicht, überlege dir diese mit weiteren Mitbewohnern oder Mietern im Haus zu teilen. Du machst während der Arbeit oder beim Lernen eine Stunde Mittagspause? Dann schalte deinen Computer in dieser Zeit aus. Nicht zuletzt kannst du deine Glühbirnen durch LEDs austauschen und auch hier wiederum Energie einsparen. Wenn du jetzt noch nicht zu Ökostrom gewechselt hast, ist heute ein guter Zeitpunkt. Über die Vergleichsportalseite Check24 kannst du verschiedene Ökostromanbieter miteinander vergleichen. Auch diese wenigen Tipps führen dazu, dass du Energie sparst und nachhaltiger lebst.

7. Nachhaltig leben: Reduziere deine Chemikalien

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat festgestellt, dass jährlich 530.000 Tonnen Chemikalien aus Wasch- und Reinigungsmitteln aus privaten Haushalten ins deutsche Abwasser fließen. Ein Drittel davon ist toxisch, also gefährlich. Deshalb solltest du auf aggressive Haushaltsmittel, wie Rohrreiniger oder Backofenspray verzichten. Kaufe dafür umweltfreundliche Reinigungsmittel. Diese sind mit dem „Blauen Engel“ oder dem „EU-Ecolabel“ gekennzeichnet. Auch beim Waschen ist es sinnvoll, auf Weichspüler zu verzichten und stattdessen das Knitterprogramm der Waschmaschine zu benutzen. Und wenn du im Homeoffice bist, mach deine Waschmaschine so richtig voll und starte das Öko-Programm. Der Waschvorgang dauert dann natürlich länger, doch im Homeoffice stört das ja nicht, oder?

8. Reduziere deinen Plastikmüll

Plastik begegnet uns überall im Alltag. Um nachhaltig zu leben, kaufe möglichst wenig in Plastik verpackte Produkte. Zudem kannst du zum Einkaufen eine eigene Baumwolltasche mitnehmen. Damit verhinderst du, dass du dir jedes Mal aufs Neue eine weitere Plastiktüte aus dem Supermarkt mitnimmst und spast zugleich Platz in deiner Rumpelkammer. Mikroplastik findet sich jedoch auch in Textilien wieder. Beim Waschen von synthetischer Kleidung wie Fleecejacken oder Sporttextilien lösen sich winzige Fasern (= Mikroplastik), die über das Abwasser in die Ozeane gelangen. Daher…

  • …achte beim Waschen darauf, dass du harte Textilien wie Jeans nicht zusammen mit Fleece-Stoffen wäschst, da die entstehende mechanische Reibung dann sehr hoch ist und mehr Mikroplastik entsteht.
  • …achte beim Klamotten kaufen auf umweltschonende Materialien wie Wolle und Baumwolle.
Fotoquelle: Photo by Naja Bertolt Jensen on Unsplash

9. Nachhaltig leben: Melde Müll

Kennst du schon die „Müll-weg.de“-App? Mittels dieser App kannst du deutschlandweit Müll auf der Straße oder auf Grünflächen melden. Denn wer mag schon dreckige Matratzen am Straßenrand oder Müllhaufen im Wald. Keiner! Also bevor du dich über falsch parkende Autos aufregst, dann melde lieber stinkenden Müll und reduziere dadurch den ökologischen Fußabdruck der deutschen Bevölkerung.

10. Aus Alt mach Neu

Nachhaltig leben, bedeutet auch, dass man sich keinen Berg an Klamotten online bestellt, wobei über die Hälfte wieder zurückgeschickt wird. Wie wäre es denn mit Vintage-Klamotten von anderen Menschen? Über die App „Kleiderkreisel“ kannst du sehr kostengünstig Klamotten kaufen. Und schau doch auch mal bei „eBayKleinanzeigen“ vorbei, bevor du dir neue Möbel oder Haushaltsgeräte liefern lässt.

11. Nachhaltig leben: Verzichte auf Werbung

Ein letzter einfacher Tipp, der dein Leben grüner und nachhaltiger macht, ist der Hinweis „Keine Werbung einwerfen“ auf deinem Briefkasten. Denn verzichten viele Haushalte auf die Werbung, sinkt die Anzahl der Drucke und du trägst dazu bei, den Papiermüll jährlich drastisch zu reduzieren.

12. Grünes Geld: Investiere nachhaltig

Nachhaltigkeit macht auch bei dem Thema Geld nicht Stopp. Auf welchen Öko-Banken du dein Geld deponieren und wie du nachhaltig investieren kannst, erfährst du in unseren zwei neusten Artikeln auf unserer Homepage.

Nachhaltig investieren – welche Möglichkeiten gibt es?
Gutes Tun mit Geld: Diese 5 Öko-Banken musst du kennen

Autorin: Alisha Ogidan

Fotoquelle: Photo by Dose Juice on Unsplash

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