Viele Anleger mit einem kleinen Kapitalstock schrecken wegen der hohen Kosten und Risiken oft vor Investitionen in Immobilien zurück. Nach den Einschätzungen der DZ Bank steigen die Immobilienpreise auch in diesem Jahr wieder an, wenngleich die Dynamik etwas fällt. Während 2021 ein Wachstum um elf Prozent verzeichnet wurde, erwarte man 2022 bei vergleichsweise niedrigen Zinsen einen Anstieg um 7,5 bis 9,5 Prozent. Aber was, wenn es doch möglich ist, mit kleinem Geld in Immobilien zu investieren? Mit REITs, den sogenannten „Immobilienaktien“ kannst du weltweit in Immobilien investieren. Was REITs sind, wie diese funktionieren und welche REITs 2022 hohe Erfolgschancen versprechen, erfährst du in diesem Beitrag.

REITs 2022: Was ist das?

Ein REIT (Real Estate Investment Trust) stellt eine Sonderform einer Immobilien-Aktiengesellschaft dar und ist streng reguliert. Allgemein kann man sagen, dass der Fokus von REITs auf Immobilen besteht, sie meist börsennotiert sind und die Gewinne größtenteils den Aktionären zugutekommen. Ein weiteres wichtiges Merkmal dieser Anlageform ist, dass sie besonderen steuerlichen Vergünstigungen unterliegen. Dennoch gibt es länderspezifische Regularien, die die REITs voneinander unterscheiden.

Deutsche REITs 2022

In Deutschland beispielsweise muss ein REIT börsennotiert sein und mindestens 75 Prozent des Gesamtkapitals in Immobilien oder Grundstücke investiert haben. Die Gewinne hieraus müssen fast vollständig (mindestens 85 Prozent) an die Aktionäre ausbezahlt werden.

Deutsche REITs verwalten, halten und veräußern hauptsächlich Gewerbeimmobilien. Wohnimmobilien, die es bereits vor 2007 gab, erhalten keinen Platz im Portfolio. In Wohnimmobilien, die nach 2007 erbaut wurden, darf aber investiert werden. Diese Auflage soll stetige Mietpreiserhöhungen verhindern. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt also auf dem passiven Investieren in Immobilien. Der Handel mit Immobilien ist somit nicht möglich, denn maximal die Hälfte des Immobilienbestandes darf alle fünf Jahre gekauft und verkauft werden.

Amerikanische REITs 2022

Amerikanische REITs hingegen müssen nicht zwingend börsennotiert sein und schütten sogar mindestens 90 Prozent ihrer Gewinne an ihre Anleger aus. Aus diesem Grund gibt es in den USA auch einen großen REIT-Markt außerhalb der Börse.

Während in den USA oder den Niederlanden Immobilienaktien bereits seit den 60er-Jahren eine beliebte Anlageform darstellen, etablierten sie sich in Deutschland erst 2007. Studien besagen, dass über 80 Millionen Amerikaner bereits in REITs investieren, dies entspricht einem Marktvolumen von einer halben Billion US-Dollar. Keine Überraschung ist daher, dass in Amerika weltweit die meisten REITs gelistet sind. In Deutschland dagegen können Aktionäre bislang nur in fünf dieser Investment-Vehikel investieren.

Kann jeder in REITs 2022 investieren?

Du kannst von allen börsennotierten REITs 2022 Anteile kaufen. Obwohl es eine Obergrenze gibt, musst du dir als Kleingeldheld keine Sorgen über zu hohe Anteile machen. Weitere enge Regeln, die verhindern, dass ein Konzern oder eine Privatperson zu viele Anteile besitzt und das Unternehmensgeschäft maßgeblich lenkt, sind diese: Mindestens 15 Prozent der Aktien müssen Kleinanlegern gehören, wobei diese nicht mehr als drei Prozent des Aktienbestandes besitzen dürfen. Von den restlichen 85 Prozent der Aktien dürfen wiederum nicht mehr als zehn Prozent in eine Hand fallen.

Lohnt sich ein Investment in REITs 2022?

Für Anleger, die auch ein Stück vom Immobilienkuchen abhaben wollen, ohne direkt in Immobilien zu investieren, sind REITs eine spannende Anlagemöglichkeit.

Hoher Gewinn möglich

Da REITs von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit sind, ist den Aktionären im Gegensatz zu den herkömmlichen Aktiengesellschaften eine höhere Dividende gewiss. Der Grund für die regelmäßig hohe Dividendenrendite ist, dass der Marktwert eines börsennotierten REITs unter dem der eigentlichen Immobilie liegt. Die Immobilien gibt es damit sozusagen im Sale an der Börse, sodass du als Anleger höhere Renditen auf dein eingesetztes Kapital erhältst. Zudem bist du an den Wertsteigerungen der Immobilien beteiligt und staubst hier auch noch einmal mehr Geld ab. So berichtet „Capital“ im September letzten Jahres in einer Kolumne, dass die Performance (Dividenden zuzüglich Kurssteigerungen) der deutschen REITs in den letzten zehn Jahren 10,7 Prozent betrug.

Stabile Dividendenausschüttung

Ein REIT ist ein stabiles Investment, weil es in viele unterschiedliche Immobilien investiert. Der Direktkauf einer Immobilie birgt mehr Risiken. Wertschwankungen anderer Märkte werden ebenfalls abgefangen, da REITs geringe Korrelationen mit anderen Anlageformen haben. Als potenzieller Aktionär kannst du deshalb regelmäßig mit stabilen Dividenden rechnen.

Wenig Aufwand

Während REITs mit geringem Aufwand preiswert an der Börse erworben werden können, musst du bei einem Direktkauf einer Immobilie bereits zehn bis fünfzehn Prozent deines eingesetzten Kapitals für Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten ausgeben. Darüber hinaus hast du den Vorteil, immer über alle wichtigen Informationen im Bilde zu sein: Die strenge Publizitätspflicht von börsennotierten Unternehmen erlaubt es dir, die Entwicklung der Marktwerte, die Leerstandsquoten oder die Mieteinnahmen stetig zu verfolgen.

Aufgepasst: Dividendenrendite und Gesamtrendite nicht verwechseln

Obwohl REITs 2022 hohe Dividendenausschüttungen versprechen, solltest du beachten, dass die Rendite einer Aktie auch durch den Aktienkurs bestimmt wird. Das bedeutet, dass das Risiko des Aktienkurses bestehen bleibt und sich auf die Gesamtrendite auswirkt. Wenn du ein Investment also nur nach der Höhe seiner Dividenden auswählst, ist das nie eine gute Idee.

Das sind die vier besten REITs 2022

Die starke Entwicklung und schnelle Erholung der Corona-Krise bietet für REITs auch in diesem Jahr eine optimistische Aussicht. Dabei sind die folgenden Immobilien-Aktien keine Anlage-Empfehlung, sondern nur zu Informationszwecken aufgelistet.

Innovative Industrial Properties 

Innovative Industrial Properties (ISIN: US45781V1017) ist ein in der Marihuana-Branche beheimateter Konzern. Das Immobilienunternehmen vermietet Gebäude, Gewächshäuser und Anlagen für die Produktion von medizinischem Cannabis. Insgesamt besitzt der Konzern in den USA 69 Immobilien (Stand: 20. Mai 2021), die mit einer Restmietdauer von 16,7 Jahren zu 100 Prozent an staatlich lizenzierte Cannabis-Hersteller vermietet sind. IIP könnte ein gutes Investment sein, da der Marihuana-Markt derzeit boomt. Das Researchhaus Arcview Group sagt bis 2025 eine Verdreifachung der legalen Verkäufe von Cannabis auf 34 Milliarden US-Dollar voraus. 2022 will IIP die Leiter noch weiter hinauf klettern und einen Gewinn von 6,47 US-Dollar je REIT-Aktie erzielen. Das Fazit lautet also: Bei IIP kannst du mit einer Dividendenrendite von 2,5 Prozent rechnen. Auch wenn diese Zahl im Vergleich zu anderen REITs 2022 niedrig ausfällt, steht ein kontinuierliches Gewinnwachstum in Aussicht.

Wenn du mehr über Cannabis-Aktien wissen willst, lies dir doch diese zwei Artikel von Focus Money durch.

W.P. Carey

Dieser Dreifach-Netto-Leasing-REIT (ISIN: US92936U1097) rückt vor allem wegen seiner erfolgreichen Vergangenheit in den Mittelpunkt. Die Aktionäre freuen sich nun seit über 24 Jahren auf eine stetige Dividendenerhöhung. Mit 1.266 Immobilien erzielte er im letzten Jahr einen Gewinn von rund 1,2 Milliarden Euro. Da alle Mieter, darunter auch einige bekannte Gesichter wie die Marriott Hotelkette (18 Hotels) oder die New York Times, sämtliche Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie Steuern selbst tragen müssen, rechnet das Immobilienunternehmen dieses Jahr wieder mit einem Gewinn von 1,29 Milliarden Euro.

Welltower

Der auf den Gesundheitssektor fokussierte REIT (ISIN: US95040Q1040) investiert vor allem in Seniorenheime und Reha-Zentren. Mit 1660 Objekten und mehr als 320.000 Bewohnern traf die Corona-Krise 2020 das Immobilienunternehmen hart, da die Infektionszahlen in den Heimen stark anstiegen. Neuaufnahmen von Bewohnern blieben somit aus. Dennoch legte Welltower eine großartige Wendung hin, weil er in den letzten drei Jahren das Ergebnis je Aktie um sieben Prozent steigerte. Trotz des Gewinnrückgangs in den letzten zwei Jahren prognostizieren die Analysten ein Ergebnis von 4,8 Milliarden US-Dollar. Dieser REIT 2022 stellt somit ein solides Investment dar und lässt dich als Anleger hohe Dividenden erwarten.

Obwohl deutsche Immobilienaktien im Gegensatz zu internationalen noch in den Kinderschuhen stecken, wollen wir dir auch hier ein mögliches Investment vorstellen.

Fair Value

2021 setzte der deutsche Konzern seinen Erfolgskurs fort, da er 2021 ganze 18,4 Millionen Euro aus seinen Mieterträgen erhielt. Er erzielte somit ein Gesamtergebnis von 13,5 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es nur 4,1 Millionen Euro. 2021 wurde eine Dividende in Höhe von 0,39 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Könnte dieser REIT 2022 aus Deutschland also langfristig mit den amerikanischen Vorbildern mithalten? Wir werden es sehen.

Autorin: Alisha Ogidan

Fotoquelle: Photo by Philipp Katzenberger on Unsplash

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