Bei der Geldanlage in Deutschland hört man vor allem immer vom Deutschen Aktienindex Dax. Doch in diesem Index sind keinesfalls alle deutschen Aktien enthalten. Neben dem Dax gibt es noch den TecDax, den MDax und SDax. Doch auch das war noch nicht alles. Da stellt sich Anlegern und Interessierten die Frage: Welche Deutschen Aktien Indizes gibt es alles und welche Vorteile bieten sie?

Deutsche Aktien Indizes: Der Dax

Der Dax ist der größte und bekanntestes Index für Aktien in Deutschland. Jahrelang waren dort die 30 größten und wertvollsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands vertreten. Seit 2021 ist der Index auf sogar 40 Aktien angewachsen, die insgesamt rund 2 Billionen Euro wert sind (Stand Februar 2022).

Im Dax findest du Unternehmen wie die deutschen Autobauer, die Deutsche Telekom, Deutsche Post, Vonovia, SAP, Allianz, adidas und viele mehr. Für Anleger lohnt sich der Deutsche Aktienindex, weil er langfristig bislang gute Renditen brachte. Allerdings sollte man als Anleger jetzt nicht nur in den Dax investieren. Denn dort sind nur deutsche Unternehmen enthalten und diese sind oftmals sehr exportabhängig. Dennoch gibt es einige geeignete ETFs, um sein Portfolio damit auszustatten. Es gibt zehn verschiedene ETFs und am besten schaust du einfach mal auf der Seite von justetf vorbei, wenn du dich dafür interessierst.

TecDax

Neben dem Dax gibt es noch den TecDax. Wie der Name schon verrät, wird hier ein Schwerpunkt auf Technologie-Aktien gesetzt. Dabei findest du alle 30 Aktien aus dem TecDax auch in den Indizes des Dax, des MDax und des SDax. Hier werden einfach die wertvollsten Tech-Aktien aus diesen Indizes gebündelt. Für Deutsche Aktien Indizes bedeutet dies, dass man einen speziellen Schwerpunkt auf Technologie-Aktien legen kann.

Dabei sollten Anleger bedenken, dass der Tec-Dax maßgeblich von den Aktien Siemens Healthineers (11,1 Prozent Anteil am TecDax), Infineon (10,8 Prozent), SAP (10,3 Prozent), Sartorius (9,9 Prozent), Deutsche Telekom (9,4 Prozent) und Qiagen (7,9 Prozent) – alles Stand Dezember 2021 – beeinflusst wird. Je wertvoller ein Konzern ist, desto mehr Anteil am Index hat diese Aktie. Alleine diese sechs Werte machen fast 60 Prozent der Wertentwicklung aus. Die anderen 24 Aktien stehen dann für die anderen 40 Prozent. Das muss nicht schlimm sein, aber die Verteilung ist nicht ganz so, wie man es auf den ersten Blick erwarten würde.

Auch für den TecDax gibt es verschiedene ETFs, auf die Anleger setzen können. Hier gibt es allerdings nur drei verschiedene, weswegen die Auswahl nicht so hoch ist. Und wenn dich noch interessiert, welcher Index besser abschneidet: Bislang ist es so, dass der TecDax langfristig deutlich besser abschneidet. Doch in den vergangenen zwölf Monaten war beispielsweise der Dax stabiler, während der TecDax verloren hat. Es ist wohl so, dass der TecDax einfach volatiler ist und Anleger das bedenken müssen.

Deutsche Aktien Indizes: MDax

Es gibt aber sogar noch weitere Deutsche Aktien Indizes. Schauen wir uns jetzt also den MDax an. Wie der Name hier verraten kann, steht das M für “Mid-Cap”, also für mittelgroße Aktien. Das sind diejenigen, die es noch nicht in den Dax geschafft haben, die aber die Verfolger dieser Aktien sind.

Im MDax sind aktuell 50 verschiedene Aktien gelistet und ein Blick auf diese zeigt, dass die Indexgewichtung viel schöner verteilt ist, als beim TecDax. Die größten Positionen nehmen Hannoversche Rückversicherung mit 5,5 Prozent, LEG Immobilien mit rund fünf Prozent, GEA Group mit rund 3,8 Prozent, Kion Group mit ebenfalls rund 3,8 Prozent, Carl Zeiss Meditec mit rund 3,7 Prozent und die Commerzbank mit mit etwa 3,5 Prozent ein. Während die sechs größten Aktien im TecDax also für fast 60 Prozent der Gewichtung standen, sind es beim MDax nur rund 25,3 Prozent. Die Performance der unterschiedlichen Aktien verteilt sich also viel schöner auf den Index.

Von der Wertentwicklung her reiht sich der MDax zwischen die Deutsche Aktien Indizes Dax und TecDax ein. Auf Sicht von fünf Jahren war der TecDax vor dem MDax und Dax der beste Index. Auf Jahressicht war der Dax vor dem MDax und dem TecDax besser. Potentielle Anleger haben die Auswahl aus sieben verschiedenen ETFs, um in den MDax investieren zu können.

SDax

Doch das war immer noch nicht alles. Denn zu den Deutschen Aktien Indizes zählt auch der SDax. Hier steht das S für Small-Cap, also für kleinere Aktien. In diesem Index befinden sich sogar 70 Aktien. Also eine ganze Menge. Aufgrund der Vielzahl der Aktien verteilt sich die Indexgewichtung sehr schön über das ganze Feld. Es gibt keine Aktie, die Stand Dezember 2021 mehr als drei Prozent Anteil am Index ausmacht. Die größten Positonen sind Sixt mit 2,92 Prozent, gefolgt von Jenoptik mit 2,75 Prozent, Shop Apotheke mit 2,53 Prozent, Aareal Bank mit 2,49 Prozent, Dermapharm mit 2,45 Prozent und RTL Group mit 2,45 Prozent.

Auf den SDax gibt es lediglich zwei ETFs. Einmal auf den Performance-Index und einmal auf den Kursindex. Dabei bedeutet der Performance-Index, dass Dividenden direkt in den Kurs miteinberechnet werden. Der Kursindex misst nur, wie sich der Kurs der Aktien verändert hat. Hier können Anleger schauen, was ihnen besser passt. Die Dividende bekommen sie natürlich so oder so auf die eine oder andere Weise.

Im Grunde war es das mit den Deutschen Aktien Indizes. Wer es auf die Spitze treiben will, der kann noch den HDax heranziehen. Hier sind alle Unternehmen aus dem Dax, dem MDax und dem TecDax aufgelistet. Also ein großer Gesamtindex sozusagen. Doch wir fanden dazu keinen ETF, weswegen dies als Investment weniger interessant ist. Zudem gibt es noch den CDax. In diesem CDax Index sind mehrere hundert Aktien vertreten. Nämlich diejenigen, die sich General Standard und im Prime Standard der Deutschen Börse befinden. Dies sind Standards, die Aktien erfüllen müssen, um Anleger bestmöglichen zu schützen. Auch hier bietet sich kein offenkundiges Investment an.

Fazit zu Deutsche Aktien Indizes

Wir haben also gesehen, dass es viele verschiedene Deutsche Aktien Indizes gibt. Das sind vor allem der Dax, TecDax, MDax und SDax. In den CDax und HDax investiert man in der Regel nicht. Dabei ist es gar nicht so einfach zu sagen, welche Indizes jetzt viel besser sind als andere, denn jeder hat seine Qulaitäten. Der TecDax scheint sehr viel Rendite zu bringen, wenn es gut läuft, aber deutlich volatiler zu sein, wenn es eben nicht so rund läuft. Der Dax deckt den größten Wert ab und die kleineren Indizes sind ebenfalls etwas schwankungsanfälliger, können zwischendurch aber schöne Renditen bringen. Vielleicht macht es am Ende die Mischung, wobei man auch Aktien aus Europa, den USA und den Schwellenländern nicht außer Acht lassen sollte.

Fotoquelle: Photo by Hert Niks on Unsplash

Autor*in