Mittlerweile sind Kryptowährungen in der breiten Masse angekommen. Zwar besitzen längst noch nicht alle Menschen Kryptos, aber die meisten haben mittlerweile von der Blockchain und ihren Coins gehört. In Zukunft dürften immer mehr Unternehmen auf Kryptos setzen und diese erhalten dadurch mehr Einzug in unseren Alltag. Doch wie groß ist der Kryptomarkt 2022 überhaupt? Was gehört alles dazu und worauf sollte man achten? Wir erklären es jetzt.

Der Kryptomarkt 2022 – Eine Übersicht

Mittlerweile ist der gesamte Kryptomarkt rund 2.000 Milliarden Dollar wert. Im November waren alle existierenden Kryptowährungen zusammen sogar schon mal fast 3 Billionen Dollar wert. Doch das war nicht immer so. In dem folgenden Bild siehst du die Entwicklung des Marktes seit Anfang 2014 bis heute:

Quelle: www.tradingview.com / Stand: 14.01.2022

Wie wir sehen, waren alle Kryptowährungen zusammen im Jahr 2015 auch nur mal drei Milliarden Dollar wert. Der Markt unterliegt also großen Schwankungen, wobei der Kryptomarkt insgesamt anscheinend immer wertvoller wird. Ob er diese Entwicklung auch in Zukunft weiter so schafft, bleibt abzuwarten.

Doch wer macht aktuell welchen Anteil am Markt aus? Folgend sieht du die prozentuale Aufteilung des Kryptomarkts 2022 im Januar 2022. Diese Anteile verändern sich natürlich laufend, das solltest du bedenken:

  • Bitcoin: 39,6 Prozent
  • Ethereum: 19,1 Prozent
  • Binance Coin: 3,9 Prozent
  • Tether: 3,9 Prozent
  • Solana: 2,3 Prozent
  • USD Coin: 2,2 Prozent
  • Cardano: 2,1 Prozent
  • XRP: 1,8 Prozent
  • Terra: 1,4 Prozent
  • Polkadot: 1,3 Prozent

Die zehn größten Kryptowährungen der Welt machen also 77,6 Prozent des Marktes aus. Wie viele Kryptowährungen es offiziell genau gibt, unterscheidet sich von Dienst zu Dienst. Doch coinmarketcap.com listet im Januar 2022 16.794 Coins. Die restlichen 22,4 Prozent der Marktkapitalisierung verteilen sich also auf 16.784 Kryptowährungen.

Stablecoins scheinen immer wichtiger zu werden

Während du jetzt einen ersten groben Überblick hast, gibt es natürlich ganz viele verschiedene Kryptowährungen. Sie machen nicht alle das gleiche, sondern haben ganz unterschiedliche Herangehensweisen und wollen ganz verschiedene Probleme lösen. Da gibt es reine Wertspeicher, Computing-Kryptos, DeFi- und NFT- Angebote, Coins für ein Metaversum, für das Gaming und vieles, vieles mehr.

Es zeigt sich, dass vor allem Staaten und Unternehmen zudem an Stablecoins interessiert sind. So hat etwa die chinesische Regierung bereits ihre eigene staatliche Kryptowährung – den digitalen Yuan – herausgebracht. Diese Central Bank Digital Currency (CBDC) ist natürlich nicht so sehr mit anderen Kryptos vergleichbar. Denn bei Kryptowährungen ist ja der Clou, dass es keine zentrale Instanz gibt, die die Währung kontrolliert. Andere Zentralbanken dieser Welt könnten aber nachziehen und es China gleichtun. Grundsätzlich könnte dies die Adaption der Kryptowährungen beschleunigen, weil dann viel mehr Menschen mit Kryptowährungen im Alltag in Kontakt kommen. Allerdings hat ja China den Bitcoin mehr oder weniger im Inland verboten, damit er dem digitalen Yuan keine Konkurrenz macht. Dies zeigt einerseits, dass der Bitcoin wohl als ernstzunehmende Alternative gilt, zeigt aber auch, dass andere Staaten den Bitcoin ebenfalls verbieten könnten, um ihre eigenen staatlichen Kryptowährungen zu lancieren.

Doch auch Unternehmen arbeiten an eigenen Stablecoins. Ein Stablecoin bedeutet letztendlich, dass der Wert des Kryptos an eine FIAT-Währung wie Dollar, Euro oder Yuan gekoppelt ist. Etwa ein USD Coin kostet immer einen Dollar, weil er an den Dollar gekoppelt ist. Daher der Name Stablecoin. Mit Stablecoins macht man also keine großen Kursgewinne. Doch manche Projekte bieten Zinsen und Vergünstigungen an. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er oder sie das braucht. Grundsätzlich könnten 2022 viele neue Stablecoins von Unternehmen und Staaten entwickelt werden. Nicht alle werden es auf den Markt schaffen und es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen dies auf die herkömmlichen Kryptowährungen hat.

Mögliche Entwicklungen am Kryptomarkt

Das Jahr 2022 könnte sehr spannend für den Kryptomarkt werden. Denn während es so scheint, dass Kryptowährungen immer mehr Einzug in unseren Alltag halten, muss es nicht bedeuten, dass die Kurse automatisch steigen. Da Kryptowährungen als Schutz vor Inflation angesehen werden, wird die Entwicklung eben jener Inflation wichtig werden. Aktuell ist diese Rate sehr hoch, doch verschiedene Experten gehen davon aus, dass die Teuerung im Jahresverlauf abnehmen könnte.

Zudem wollen die Notenbanken langsam aus ihrer sehr expansiven Geldpolitik aussteigen und die Zinsen erhöhen. Dies dürfte ebenfalls Gegenwind für die Kryptos bedeuten. Es wird also darauf ankommen, welches Szenario die größeren Auswirkungen hat. Direkt vorhersagen kann man dies nicht. Da sich der Kryptomarkt aber bereits in einer Korrektur befindet und der Markt seit November bereits mehr als 30 Prozent verloren hat, dürfte sich schon etwas Druck abgebaut haben. Heißt: Das Risiko scheint nicht mehr exorbitant hoch zu sein. Dennoch muss man verschiedene Entwicklungen wie die Adaption der Kryptos, die Höhe der Inflation und das Gebahren der Notenbanken ganz genau beobachten.

Fazit zum Kryptomarkt 2022

Der Kryptomarkt 2022 befindet sich auf Bitcoin und Co bezogen in einer Korrektur auf einem hohen Level. Der reale Kryptomarkt, also mit Anwendungen für unseren Alltag, befindet sich weiter auf Wachstumskurs. 2022 dürfte das Jahr werden, in dem die breite Masse der Menschen erste Erfahrungen mit Kryptowährungen im Alltag macht. Sei es als Bezahlmittel, als Cashback-Funktion bei Kreditkarten oder auch als Bezahlung in Video-Spielen. Zudem ist die Entwicklung der Stablecoins mit großem Interesse zu beobachten. Denn letztlich werden diese staatlichen Stablecoins große Auswirkungen auf unser aller Leben haben, wenn sie eingeführt werden. Auch Unternehmen wie etwa PayPal könnten mit eigenen Stablecoins für eine weitere Adaption der Kryptowährung sorgen.

Fotoquelle: Photo by DrawKit Illustrations on Unsplash

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