Der erste Tweet der Welt wurde 2021 für 2,9 Millionen US-Dollar versteigert, ein digitales Werk brachte dem Künstler Beeple über 69 Millionen Dollar ein und Anfang November dieses Jahrs wurde sogar ein Foto von Klopapier für 4100 Dollar verkauft. Dabei existieren all diese Dinge physisch gar nicht. Sie werden als sogenanntes NFT gehandelt, um die seit einiger Zeit ein gigantischer Hype ausgebrochen ist. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Trend und wie funktioniert es genau, wenn Du in NFTs investieren möchtest? 

Was genau ist eigentlich ein NFT? 

Die Abkürzung NFTs steht für Non-Fungible Token. Schlüsseln wir den Begriff einmal auf: Ein Token entspricht einer virtuellen Besitzurkunde – und stellt damit einen digitalen Vermögenswert dar. Non-fungible bedeutet, dass dieser nicht austauschbar ist. Das wäre zum Beispiel beim Bitcoin der Fall: So wie zehn Euro immer zehn Euro bleiben, ist ein Bitcoin immer ein Bitcoin. NFTs hingegen sind einzigartig – wie es im echten Leben beispielsweise auch ein Bild von Picasso wäre. Als NFTs können daher unter anderem Videos, Fotos, GIFs, Memes, virtuelle Kunstwerke oder InGame-Items gehandelt werden.  

Wie funktioniert das ganze eigentlich in der Praxis? NFTs werden auf der Ethereum-Blockchain gespeichert – folglich werden sie auch mit der Kryptowährung Ethereum bezahlt. Auf der Blockchain lassen sich zudem die Besitzverhältnisse eines NFTs klar nachverfolgen. Das schützt vor Kopien oder Verfälschungen.

Warum werden so hohe Summen für einen NFT gezahlt? 

Fotos, Videos, Memes oder andere virtuellen Objekte lassen sich jederzeit mit ein paar Klicks abspeichern – was bringt es da eigentlich, in NFTs zu investieren? Wie oben schon beschrieben, erwirbst Du mit ihnen eine Eigentumsurkunde an einem digitalen Vermögenswert. Der lässt sich zwar theoretisch vervielfältigen, aber Du bleibst stets der alleinige Besitzer des „Originals“. Letztlich wäre es ähnlich, wenn Du ein Gemälde eines berühmten Künstlers ersteigern würdest. Auch in diesem Fall hat nur das echte Bild einen wahren Wert – der einzige Unterschied ist, dass Du einen NFT weder anfassen noch an Deine Wand hängen kannst. 

Unsere Welt wird immer digitaler – und mit ihr auch der Kunstmarkt. Daher spekulieren viele Käufer von NFTs darauf, dass diese wie physische Kunstwerke mit der Zeit in ihrem Preis steigen und so eine gute Kapitalanlage darstellen. Auch durch die Angst, dass unser Geld immer weniger wert ist und so die Ersparnisse schmälert, schauen sich immer mehr Menschen nach solchen alternativen Investments um.  

Wie kannst Du in NFTs investieren? 

Für den Handel von NFTs gibt es im Internet zahlreiche Plattformen – die größte von ihnen ist Opeansea. Weitere beliebte Seiten sind Mintbase, Nifty oder Rarible. Letzere hat sich vor allem auf sehr seltene Kunst in Form von NFTs spezialisiert. Auf Decentraland hast Du zusätzlich die Möglichkeit, Besitzrechte an Grundstücken zu erwerben. Sogar ebay hat angekündigt, bald einen Marktplatz für die Kryptovermögenswerte zu bieten. Da NFTs auf der Ethereum-Blockchain gespeichert werden, benötigst Du für den Handel außerdem die Kryptowährung Ethereum. Falls Du Dich selbst ein wenig künstlerisch betätigen willst, gibt es die Möglichkeit, Deinen eigenen NFT zu erstellen und an ihm zu verdienen. In diesem Fall profitierst Du nämlich auch von jedem Weiterverkauf, da Du stets einen prozentualen Anteil dafür erhältst. Am einfachsten kannst Du Deinen eigenen NFT auf OpenSea oder Rarible hochladen – auch für diese Option brauchst Du allerdings zunächst ein Kryptowallet.  

Die Kritik an NFTs 

NFTs sind eine risikobehaftete Anlage. Es steht noch in den Sternen, ob sie sich wirklich als lukratives Investment eignen. Denn sie haben sich lange nicht etabliert wie der physische Kunstmarkt – und selbst der unterliegt starken Schwankungen. Eine weitere große Schwachstelle von NFTs ist das Klima, denn die dahinterliegende Blockchaintechnologie ist ein enormer Stromfresser. Ein einziger NFT verbraucht laut Studien ungefähr so viel Energie, wie ein durchschnittlicher EU-Bürger innerhalb von einem Monat. Die gute Nachricht: Es existieren auch Möglichkeiten, für einen guten Zweck in NFTs zu investieren. Die WWF hat beispielsweise ein Krypto-Kunstwerk erschaffen, dessen Erlöse sie zur Rettung von zehn Tierarten einsetzen will, die vom Aussterben bedroht sind. Zudem gibt es die Green NFT Kampagne, die sich für die Entwicklung nachhaltiger NFT-Systeme starkmacht – es gibt also Hoffnung für eine grünere Zukunft der Technologie.  

Autorin: Isabel Schommers 

Fotoquelle: Photo by note thanun on Unsplash

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