Der Akku leert sich binnen weniger Stunden, Apps stürzen ab und die Kamera macht nur noch unscharfe Fotos? Dann ist es wahrscheinlich höchste Zeit für ein neues Smartphone. Doch muss es wirklich ein ganz neues Smartphone sein? Smartphone-Marktplätze wie refurbed werben mit gebrauchten iPhones und Co., die „wie neu“ sein sollen. Doch lohnt sich der Kauf von elektronischen Geräten über solche Plattformen wirklich?

Was steckt hinter refurbed, rebuy und Co.?

Entlang des Megatrends Nachhaltigkeit und auch weil komplett neue Smartphones in den vergangenen Jahren immer teurer wurden, haben Smartphone-Marktplätze wie etwa refurbed (www.refurbed.de) oder rebuy (www.rebuy.de) an Bedeutung gewonnen.

Refurbed bezeichnet sich auf der eigenen Website selbst als „am schnellsten wachsenden Marktplatz für erneuerte Produkte im deutschsprachigen Raum“. Der Online-Shop wirbt damit, Smartphones, Tablets und ähnliche elektronische Geräte, die nach einer intensiven Aufbereitung wieder wie neu aussehen sollen, bis zu 40 Prozent günstiger anzubieten. Das alles mit dem Ziel, für eine nachhaltigere Welt zu sorgen.

Rebuy ist laut eigener Angaben europäischer Marktführer bei gebrauchter Elektronik und gebrauchten Medien. Was die Produktvielfalt angeht, ist rebuy etwas breiter aufgestellt als refurbed und gibt an, fünf Millionen Produkte auf Lager zu haben. Kunden können auf beiden Marktplätzen nicht nur neue Geräte kaufen, sondern auch die eigenen verkaufen. Rebuy-Chef Dr. Philipp Gattner sagt dazu: „Weil Handys in zweiter Hand besser aussehen als in einer Schublade.“

Was sind die Vorteile solcher Smartphone-Marktplätze?

Die Vorteile dieser Plattformen sind in den letzten Jahren verstärkt in den Vordergrund getreten. Besonders beliebt sind die Geräte, weil sie deutlich günstiger sind als die Neuware. Die Marktplätze werben damit, dass es sich für die Käufer so anfühlt, als hätten sie ein komplett neues Gerät gekauft – weit unter dem Originalpreis. Die Smartphones gibt es ohne Vertrag und meistens mit mindestens einem Jahr Garantie. Refurbed bietet außerdem eine 30-tägige Testphase an, sodass Kunden kein Risiko eingehen müssen und das Gerät im Notfall wieder zurücksenden können. Vor dem Verkauf wird jedes Gerät gründlich überarbeitet: Nachdem alle Daten bereinigt und beschädigte Komponenten ausgetauscht wurden, steht eine äußerliche Aufbereitung an, die Smartphones, Tablets und Co. wieder nah an ihr Original-Aussehen bringt. Nach diesem mehrstufigen Verfahren sind die Geräte bereit für den Weiterverkauf.

Besonders was das Thema Nachhaltigkeit angeht, treffen die Secondhand-Plattformen den Zeitgeist. Denn für jedes Gerät, das erneuert und wieder verkauft wird, muss eines weniger produziert werden. Das schont eine Menge Ressourcen und spart CO2 sowie Elektroschrott. Refurbed geht sogar noch einen Schritt weiter und pflanzt für jedes verkaufte Gerät einen Baum.

Was sind die Nachteile?

Ein Nachteil, für den die Reseller der „Refurbished“-Produkte aber nichts können, ist eine Software-Angelegenheit. Wer ältere Smartphones kauft, muss davon ausgehen, dass nach einer gewissen Zeit das aktuelle Software-Update nicht mehr auf dem jeweiligen Gerät installiert werden kann. Während das bei Android-Handys nach meist drei Jahren der Fall ist, sind iPhones in der Regel noch fünf Jahre nach ihrem Erscheinungsdatum mit der aktuellen Software kompatibel.

Ein weiteres Problem: Begriffe wie „refurbished“ oder „generalüberholt“ sind nicht geschützt. Was der jeweilige Shop darunter versteht, sollte man deshalb immer nochmal genau überprüfen – vor allem, wenn es sich um eher kleinere, unbekannte Händler handelt, die extrem günstige Geräte anbieten.

3 Tipps für den Kauf von gebrauchten Smartphones

Wer überlegt, sein nächstes Smartphone (oder ein anderes Gerät wie Tablet oder Laptop) gebraucht zu kaufen, sollte auf ein paar Dinge achten:

1. Vergleichen

Um wirklich Geld zu sparen und nicht einfach nur bei einem gut klingenden Angebot zuzuschlagen, sollte der Preis des gebrauchten Smartphones mit dem der Neuware verglichen werden. Denn nur weil etwas gebraucht ist und wieder aufbereitet wurde, heißt das nicht automatisch, dass es deutlich günstiger ist. Manchmal kann es sinnvoller sein, direkt das Originalprodukt zu kaufen.

2. Intensiver Check

Sobald das Gerät bei dir zu Hause eingetroffen ist, sieh dir alles genau an und untersuche die Ware nach Kratzern oder anderen optischen Mängeln. Auch das aktuelle Betriebssystem sollte installiert sein.

3. Zurücksetzen

Die meisten Reseller übernehmen diesen Schritt zwar für dich, dennoch kann es nicht schaden, das Gerät noch einmal auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Damit stellst du sicher, dass sich keine alten Daten mehr auf dem Handy befinden und das Smartphone nicht vom Vorbesitzer geortet werden kann.

3 Tipps für den Verkauf von gebrauchten Smartphones

Und auch anders herum funktionen Smartphone-Marktplätze. Denn wenn du ein altes Handy verkaufen willst, kann du mit dem Geld deine Haushaltskasse etwas aufbessern. Und du trägst zusätzlich etwas zur Nachhaltigkeit bei, indem dein altes Gerät noch weiterbenutzt werden kann.

  1. Anbieter vergleichen

Auch beim Verkauf solltest du vorher recherchieren, welche Plattformen vertrauenswürdig sind und welche Preise dir angeboten werden. Klicke dich durch den Verkaufsprozess und schaue am Ende, welches Angebot dir am meisten zusagt.

2. Smartphone zurücksetzen

Dieses Mal bist du gefordert. Bevor du dein Smartphone verkaufst, solltest du alle deine wichtigen Daten sichern und dann dein Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Online findest du eigentlich zu jedem Betriebssystem die richtige Anleitung dafür

3. Sicher versenden und für Bezahlmethode entscheiden

Wichtig ist jetzt natürlich noch, dass du dein altes Smartphone gut und sicher an den Ankäufer schickst. Zudem kannst du bei den größeren Marktplätzen oft wählen, wie du dein Geld erhalten willst. Nehme hier auf jeden Fall eine Methode, die keine Gebühren kostet. Zudem geben dir manche Marktplätze noch einen Bonus oben drauf, wenn du kein Geld nimmst, sondern einen Gutschein dieser Plattform. Ein Gutschein macht für dich aber nur Sinn, wenn du ohnehin planst, auf der Plattform früher oder später etwas zu kaufen. Ansonsten nimmst du lieber das Geld.

Fazit zu Smartphone-Marktplätze

Für jeden, der nicht immer das neueste Smartphone braucht, etwas Geld sparen und nebenbei noch etwas für die Umwelt tun möchte, ist der Kauf eines Secondhand-Geräts eine gute Option. Zudem kann man auf Smartphone-Marktplätze auch sein altes Gerät verkaufen. Premium-Händler wie refurbed und rebuy erweitern fortlaufend ihr Sortiment und nutzen nur von Herstellern zertifizierte Komponenten, sodass Käufer qualitativ hochwertige Produkte erhalten. Wer allerdings plant, sein Gerät viele Jahre zu verwenden und es nicht nach ein bis zwei Jahren wieder auszutauschen, könnte mit einem komplett neuen Smartphone jedoch besser ausgestattet sein. Dann gibt es keine Probleme mit den Softwareupdates und wer sein Handy vier, fünf Jahre oder sogar länger behält, verfolgt damit ebenfalls einen nachhaltigen Ansatz.

Autor: Tim Holzapfel

Fotoquelle: Photo by Martin Engel – Grafiker Hamburg on Unsplash

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