Man sagt ja immer: Man sollte in Aktien, Gold und Immobilien anlegen. Vielleicht auch noch in Anleihen und andere Rohstoffe. Doch wie viel Gewinn brachten diese Anlageklassen wirklich? Vor allem nach Abzug der Inflation? Eine neue Studie hat sich das ganz genau angesehen und zeigt, wie die Renditen der wichtigsten Anlageklassen in den vergangenen 100 Jahren aussahen.

100 Jahre Gewinn?

Deutsche Bank Research hat in der “Long-Term Asset Return Study Fiat, fifty and frail” die Renditen von Aktien, Gold, Immobilien und Co. über einen langen Zeitraum ausgewertet. Dabei kamen die Experten zu folgenden Erkenntnissen:

  • US-Aktien brachten in den vergangenen 100 Jahren 7,66 Prozent Rendite nach Abzug der Inflation.
  • 10-Jährige Staatsanleihen brachten 5,3 Prozent pro Jahr, Gold 5,8 Prozent und Immobilien sogar 6,6 Prozent – Aber nur vor Inflation. Zieht man die Teuerungsrate von diesen noch ab, so bleiben bei 10-Jährigen Staatsanleihen nur noch 2,3 Prozent pro Jahr, bei Gold lediglich 1,7 Prozent und bei Immobilien nur 1,0 Prozent jährlich. Die Inflation hat also eine gravierende Auswirkung auf die Anlagen.
  • Es ist also immer wichtig, die Inflation mit zu beachten und in die Anlagestrategie zu integrieren. Aktien waren hier mit weitem Abstand die beste Form, um sein Geld zu vermehren. Rohstoffe eigneten sich eher nicht, sie brachten nach Abzug der Inflation sogar minus 0,8 Prozent pro Jahr.

Das waren ja die US-Gewinne. Doch wie sah es denn in Deutschland in den vergangenen 100 Jahren aus?

  • In Deutschland konnte man in den letzten 100 Jahren jedes Jahr 7,9 Prozent Gewinn vor Inflation mit Aktien erwirtschaften.
  • Bei Staatsanleihen liegen für Deutschland laut der Studie der Deutschen Bank nur für eine Zeitraum von 50 Jahren Daten vor. Hier waren es dann 6,7 Prozent Gewinn pro Jahr vor Inflation.
  • Schaut man sich allerdings die realen Renditen an, also die Gewinne abzüglich der Inflation, so sieht das Bild für Deutschland verheerend aus: In den vergangenen 100 Jahren machte man dann pro Jahr einen Verlust von 15,8 Prozent bei Aktien. Dies dürfte vor allem mit den Kriegen und der Hyperinflation in den 1920er Jahren zusammenhängen. Schaut man sich nämlich den Zeitraum der vergangenen 50 Jahre an, so schafften deutsche Anleger real 5,6 Prozent mit Aktien (was ziemlich gut ist) und 4,1 Prozent mit Anleihen.

100 Jahre Gewinn, egal ob Gold-Standard oder Fiat-Geld

Aktuell leben wir ja in einem Fiat-Geldsystem. Bedeutet: Staaten und Zentralbanken geben einfach Banknoten aus. Doch diese sind ja an sich nichts wert. Sie erhalten ihren Wert nur dadurch, dass wir alle ihnen einen Wert zumessen. Doch was bedeutet das? Wie war das früher? Und welche Auswirkungen hat das auf unser Leben und unsere Anlagen?

Dazu schreibt die Deutsche Bank: “Selbst für diejenigen von uns, die an den Finanzmärkten arbeiten, ist es leicht, die Fortsetzung von Fiat-Währungen, bei denen Geld keinen inneren Wert hat, als selbstverständlich anzusehen. Praktisch jeder, der heute an den Märkten arbeitet, hat nur ein solches Regime erlebt. Aber das zugrunde liegende Geldsystem hat sich in den letzten paar hundert Jahren häufig geändert.”

Und weiter erklären die Experten: “Keine der 152 Volkswirtschaften, für die wir Daten haben, hat es geschafft, in der 50-jährigen Fiat-Ära, in der wir uns seit 1971 befinden, eine durchschnittliche jährliche Inflationsrate von unter 2 Prozent zu erreichen. Nur bei 45 von ihnen lag sie im Durchschnitt unter 5 Prozent im Berichtszeitraum. 55 haben einen Durchschnitt von über 10 Prozent gesehen. Die fünfzig Jahre Fiat haben zweifellos den höchsten Anstieg der globalen Inflation in der Geschichte erlebt.”

Und für die meisten Menschen ist das schlecht. Außer, sie schaffen es halt, eine höhere Rendite am Kapitalmarkt zu erwirtschaften. Wer nicht anlegt, verliert unweigerlich.

Fazit

Grundsätzlich bringen Aktien die besten Rendite am Finanzmarkt. Natürlich kann man sein Portfolio mit ein bisschen Gold, Anleihen und Rohstoffen diversifizieren. Eventuell auch mit Kryptos. Doch wichtig ist es immer, nicht nur die nominalen Gewinne anzuschauen, sondern die realen Gewinne nach Abzug der Inflation. Denn diese Teuerungsrate frisst große Teile der Gewinne und des Geldes auf, wenn man nicht aufpasst. Die Studie zeigt also eindrücklich, was in den vergangenen 100 Jahren möglich war und worauf man achten sollte. Wie du starten kannst, dein Vermögen aufzubauen, das haben wir bereits in diesem Artikel beschrieben.

Fotoquelle: Photo by Mr Cup / Fabien Barral on Unsplash

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