Historisch gesehen, schneiden Kryptowährungen im Monat September schlecht ab. Zwar gibt es mal Ausreißer nach oben, doch meistens lohnen sich Kryptos für Anleger im September nicht. Doch woran liegt das? Und wie wird es wohl im September 2021? Wir zeigen, was jetzt auf uns zukommt.

Die Märkte im September

Grundsätzlich schneiden die weltweiten Märkte im Monat September eher schlechter ab. Etwa der Dax verliert durchschnittlich 1,74 Prozent im Monat September. Damit ist es der schlechteste Zeitraum für die Aktien. Und auch der große US-Index Dow Jones verliert im September. Zwar sind es hier nur 1,16 Prozent, doch auch dieser Monat ist beim US-Index ganz klar der schlechteste.

Aber warum ist der Monat September an den Märkten so schlecht? Ganz genau kann man das tatsächlich nicht erklären. Früher argumentierte man damit, dass die Sommermonate an der Börse schlechter ausfallen, weil die Menschen im Urlaub sind und nicht handeln. Doch dann müsste es ja eigentlich am Anfang des Sommers bergab gehen, wenn Leute vor dem Urlab verkaufen. Und im Zeitalter des Smartphones kann man ja rund um die Uhr von überall auf der Welt traden. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass das dritte Quartal Ende September endet. Vielleicht wollen viele Fonds verkaufen, um dann gute Ergebnisse zu erzielen? Aber warum sind dann die anderen Monate, in denen Quartale enden, nicht auch so schlecht?

Vermutlich ist der schlechte Börsenmonat September einfach eine statistische Anomalie. Und da sie jetzt da ist und die Leute davon ausgehen, dass die Märkte im September sinken, so sinken sie auch im September. Das nennt sich eine “selbsterfüllende Prophezeiung”. Anleger sollten sich aber trotz des Wissens nicht zu sicher sein, dass man einfach Anfang September verkaufen und Ende September günstiger kaufen kann.

Bitcoin und Etherem – Kryptos im September

Und wie ist das bei den Kryptos? Interessanterweise sehr ähnlich. Zumindest beim Bitcoin und bei Ethereum – immerhin die Nummer Eins und Zwei im Kryptobereich – ist der Monat September mit Abstand der schlechteste.

Seit 2010 beträgt die durchschnittliche Rendite des Bitcoin im September -5,3 Prozent. Und so fielen die einzelnen Jahre aus:

  • 2010: +3,2 Prozent
  • 2011: -37,3 Prozent
  • 2012: +22 Prozent
  • 2013: -1,6 Prozent
  • 2014: -18,7 Prozent
  • 2015: +3,3 Prozent
  • 2016: +6,1 Prozent
  • 2017: – 8,3 Prozent
  • 2018: -5,8 Prozent
  • 2019: -13,6 Prozent
  • 2020: -7,6 Prozent

Während es auch mal Ausreißer nach oben gab, waren die meisten September-Monate eher schlecht. Doch es fällt auf: Bis auf den September 2011 waren die anderen Verluste meist moderat. Ein katastrophaler Monat war der September meistens nicht.

Und wie sieht es bei Ethereum aus? Seit 2015 beträgt die monatliche Rendite im September -14,07 Prozent. Das ist schon um eines schlechter als beim Bitcoin. Und so setzen sich die Verluste zusammen:

  • 2015: -46,4 Prozent
  • 2016: +13,5 Prozent
  • 2017: -22,3 Prozent
  • 2018: -17,6 Prozent
  • 2019: +5,5 Prozent
  • 2020: -17,1 Prozent

Kryptos im September – Das Fazit

Interessanterweise sind die weltweiten Märkte und auch die Kryptowährungen im September synchron schlecht. Doch das muss nicht jedes Jahr der Fall sein. Anleger, die davon profitieren möchten, könnten einen Teil ihrer Anlagen – aber nicht alles – Anfang September verkaufen und Ende September zurückkaufen. Allerdings sollte man dabei auch die Kosten für Verkäufe und Käufe berücksichtigen und sich dann überlegen, ob sich das Risiko lohnt. Denn vielleicht steigen die Märkte ja auch weiter? Alternativ kann man einfach nichts verkaufen und bei sinkenden Kursen im September nachkaufen. So oder so bieten sich Anlegern gute Möglichkeiten, um vom schlechten Monat September zu profitieren. Denn auch Kryptos im September sind nicht immer ein Rendite-Garant.

Fotoquelle: Photo by Executium on Unsplash

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