Du willst den Schritt in die Selbstständigkeit wagen? Beachte diese Tipps, um dein Business nicht nur rentabel, sondern auch stabil aufzubauen. Denn wir haben die besten Finanztipps für Selbstständige und Freiberufler.

Erst das Schlechte, dann das Gute

Bevor du mit deiner Business-Idee in die Selbstständigkeit startest, ist es ein guter Tipp, das Risiko zu ermitteln. Auch wenn das vielleicht für den ein oder anderen etwas Schlechtes sein mag. Überlege also, welches Risiko deine Tätigkeit oder deine Idee mit sich bringt. Damit ist nicht nur gemeint, ob du dich dabei verletzen kannst, sondern auch ob du vielleicht, um überhaupt deine Selbstständigkeit zu starten, viel Zeit und Geld investieren musst. Dadurch ist das Risiko gegeben, dass du bereits im ersten Jahr Minusgeschäft machst. Also nicht genug Geld verdienst, um die Anfangsinvestition wieder herauszuholen.

Eine Dienstleistung beispielsweise trägt in einigen Fällen ein niedrigeres Risiko als eine Produktion, oder ein Shop. Nämlich dann, wenn vor allem Spezialwissen im Rahmen einer Dienstleistung gefragt ist. Leider sieht man nur allzu oft, dass ein Business nicht durchdacht ist, weil der Mensch sich vielleicht dachte „Aber ich mache das ja auch gerne.“ Das ist zwar ein legitimer und wichtiger Gedanke, doch am Ende zählt auch, dass man mit dem, was man gerne macht, sein Leben finanzieren kann.

Eine Marktanalyse, eine Kostenaufstellung einer Basis-Ausstattung und eine Rechnung, wie viel Geld man aktuell zum Leben braucht, sind also absolut notwendig. Denn dadurch erlangst du einen Überblick über die finanzielle Machbarkeit der Selbstständigkeit.

Finanztipps für Selbstständige: Think big – vor allem bei Strukturen

Aus finanzieller und praktischer Sicht heraus, ist es sinnvoll, von Anfang an alles gut zu strukturieren. Alle Unterlagen und Ablagesysteme, die Art der Aufbereitung und der Posteingang sollten gut strukturiert sein. Deswegen solltest du dafür eine Ordnung überlegen, die es ermöglicht, dass das Unternehmen wachsen kann, ohne ständig etwas ändern zu müssen. Das Gleiche gilt für deinen Stundensatz. Denn dieser sollte natürlich zum Umsatz passen und eine Rücklage ermöglichen. Jedoch sollte das eigene Gehalt nicht zu niedrig angesetzt werden. Informiere dich über marktübliche Preise. Ein zu niedriger Anfangs-Stundenlohn könnte bei späterer Steigerung und gleichbleibenden Kunden schnell ausgereizt sein in der Möglichkeit diesen zu erhöhen.

Investiere in Weiterbildung

Auch wenn dein Ausgaben-Budget zu Beginn der Selbstständigkeit noch sehr gering sein mag, so ist es doch wichtig, sich auch auf Weiterbildungsmaßnahmen zu konzentrieren. Dazu werden in diesem Fall auch Messen und Networking-Veranstaltungen gezählt. Eben alles, was dich in deinem Geschäft weiterbringen kann. Ein guter Budget-Start sind beispielsweise 150 Euro im Jahr. Das entspricht etwa einem Kaffee in der Woche ein ganzes Jahr lang – das sollte drin sein.

Finanztipps für Selbstständige für kostengünstigen Weiterbildungs-Input: Webinare bei Udemy gibt es immer wieder im Super-Sale. Auch Podcasts vermitteln oft einiges an Business-Wissen beispielsweise, wie man gutes Marketing macht.

Baue Rücklagen auf

Super, wenn deine Selbstständigkeit oder Freiberufliche Tätigkeit schon viel Umsatz bringt. Doch bevor du einen Mitarbeiter einstellst, oder dir mehr Gehalt nimmst, ist es wichtig, Rücklagen für dein Business aufzubauen. Eine Rücklage für Monate, falls es doch mal nicht so gut läuft. Eine Rücklage für größere Anschaffungen, die eventuell bevorstehen. Eine Rücklage, um mit mehr Sicherheit Mitarbeiter einstellen zu können.

Bleib liquide

Um flüssig zu bleiben, ist eine Rücklage natürlich hilfreich. Eine Übersicht über Ausgaben und Einnahmen und auch künftig geplante Ausgaben und Einnahmen ist essentiell. Damit behält man die Übersicht, wann das Geld eventuell ausbleiben könnte. Denn dadurch kann man quasi etwas vorausplanen und so im Zweifelsfall schauen, dass man mehr Arbeit hat, oder Kosten einsparen sollte.

Kenne deine Zahlen

Wo wir gerade bei Zahlen und Übersichten sind, ist es ebenso wichtig, ein paar wichtige Kennzahlen zu deinem Unternehmen immer parat zu haben. Dazu kann zählen: Wie viele Kunden hattest du in diesem Jahr? Wie hoch war dein Umsatz im Monatsdurchschnitt? Wie groß ist deine Reichweite? Wie lange musst du arbeiten, um deine laufenden Firmenkosten zu decken? Das ist nicht nur praktisch in Gesprächen mit anderen oder potentiellen Kunden. Auch für die eignen Erfolgserlebnisse und firmentechnischen Entscheidungen ist es immer gut die Zahlen im Hinterkopf zu haben.

Das Finanzamt ist dein Freund

Ja, so ist es. Ein Finanz-Tipp für Selbstständige ist, das Finanzamt nicht als das Böse anzusehen. Im besten Fall steht man mit seinem Finanzamt telefonisch in Kontakt und klärt alles, was die Selbstständigkeit angeht direkt mit den Angestellen dort ab. Die Mitarbeiter:innen des Finanzamtes können erklären, wann das Business in die Kleinunternehmerregelung passt, wann es wieder rausfällt, wie das mit der Steuerabgabe läuft und Umsatzsteuer – welche Möglichkeiten es eben diesbezüglich gibt und was zu beachten ist. Lieber einmal mehr anrufen, als sich Zuhause lange Gedanken machen.

Finanztipps für Selbstständige: Such dir Gleichgesinnte

Ein Netzwerk an Gleichgesinnten, egal ob diese nun auch selbstständig sind, oder einfach nur im gleichen Fachgebiet arbeiten ist wahrhaft wertvoll. Scheu dich nicht nachzufragen. Jeder hat einmal klein begonnen. Wer dich dabei nicht unterstützt, passt auch nicht in dein Netzwerk.

Steuerrücklagen lieber großzügig planen

Auch wenn das Finanzamt oder der Steuerberater dir sagt, wie viel du in etwa bei der Steuer einkalkulieren kannst, ist es sinnvoll einfach etwas mehr als Steuerrücklage einzukalkulieren. Glück für dich, wenn du das Geld nach ein bis zwei Jahren doch nicht brauchst. Schon hast du eine größere finanzielle Rücklage in deinem Unternehmen.

Altersvorsorge hat Priorität

Ebenso wichtig wie das monatliche Gehalt, ist die monatliche Altersvorsorge. Als Angestellte:r erhält man ja quasi direkt schon eine kleine Einzahlung in die Rentenkasse. In der Selbstständigkeit muss man dieses selbst leisten. Daher ist ein wichtiger Tipp, sich zur Altersvorsorge beraten zu lassen. Dies muss nicht zwingend bei einer Bank oder einem Versicherungsunternehmen stattfinden. Mittlerweile haben sich viele Finanzberater:innen ebenfalls Selbstständig gemacht und beraten, welche Möglichkeiten man selbst hat.

Gesetzliche Krankenversicherung vs private Krankenversicherung

Auch die Frage, wie man sich künftig krankenversichern lässt, ist zu klären. Ein Tipp für Selbstständige und Freiberufler ist es, sich bei verschiedenen privaten Krankenkassen Angebote einzuholen. Bei gesetzlichen Krankenkassen gibt es zwar auch hier und da Unterschiede, was die zusätzlichen Leistungen betrifft, die Kosten, die man zu zahlen hat, sind jedoch vergleichbar. Online gibt es bereits einige Plattformen und Informationen zum Vergleich von Krankenkassen. Mach dich schlau und vergleiche deine Top 3 nochmal explizit.

Rechtsschutz und Mehr

Benötigst du eine Unfallversicherung? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Eine Berufshaftpflichtversicherung? Informiere dich, was in deiner Branche üblich ist. Wie sieht es mit Rechtsschutz aus? Letzterer ist immer zu empfehlen.  Ein Firmenrechtsschutz beispielsweise erstattet Kosten, die bei einem Rechtsstreit entstehen wie die Anwaltsgebühren, Gerichtskosten oder Mediatoren, die im Streitfall beraten. Auch das sollte man bei Finanztipps für Selbstständige beachten.

Fotoquelle: Photo by Carl Heyerdahl on Unsplash

Autorin: Johanna Lucke

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