Wohl kaum einem ist die Situation fremd: Am Anfang des Monats herrscht Euphorie über den aktuellen Kontostand – kaum zwei Wochen später fragst du dich, wo dein ganzes Geld geblieben ist. So aussichtslos dir diese Problematik erscheinen mag, so einfach lautet die Lösung: Sparen. Sicher erweckt dieser Begriff in dir ganz und gar keine Euphorie, aber lass dich von deinen Gefühlen nicht irreführen. Mit der richtigen Strategie kann jeder erfolgreich sparen – egal ob Sparmuffel oder Sparfuchs. Du wirst sehen, je mehr dein Erspartes anwächst, desto mehr Spaß macht dir das Sparen! Hier erklären wir dir, wie du dieses Stadium erreichst.

First Step: Überblick verschaffen

Bevor du Hals über Kopf große Summen zur Seite legst, solltest du dir zuerst einmal einen Überblick verschaffen. Wie viel Geld steht dir zum Sparen überhaupt zur Verfügung? Hierfür eignet sich prima ein Haushaltsbuch. Je nach Belieben kannst du dies analog, per App oder über Excel führen. Genaueres dazu liest du hier. Wichtig hierbei ist es, dass du deine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellst. Deine Ausgaben musst du daher diszipliniert dokumentieren. Nach zwei bis drei Monaten wirst du ein Muster erkennen und kannst nun besser einschätzen, wie viel Geld du zur Seite legen kannst. Damit steht deinem Spar-Vorhaben nichts mehr im Wege.

Das klingt schon zu aufwendig für dich? Keine Sorge, auch ohne Haushaltsbuch lässt sich Sparen meistern. Wir präsentieren drei Strategien, die für jeden Spar-Typ geeignet sind. Gehörst du zu den „Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss“-Kandidaten, ist für dich die „Sparmuffel“-Strategie mit Sicherheit interessant.

Jeder kann Sparen

Egal, auf welche Art du letztendlich sparst, wichtig ist, dass du dabei Spaß hast. Ansonsten wirst du undiszipliniert und lässt dein Vorhaben vermutlich schleifen. Kleiner Tipp: Indem du auf eine spezielle Anschaffung oder ein Ereignis hin sparst, setzt du dir ein genaues Ziel. Das motiviert mehr als die Einstellung „Ah, ich sollte mal sparen“. Notiere dir dein Ziel oder fertige hierzu sogar eine Collage an. So verlierst du dein Vorhaben nicht aus den Augen und bist umso ambitionierter, dein Ziel baldmöglichst zu erreichen.

Der Sparmuffel

Für diejenigen unter euch, die mit Sparen am liebsten nichts zu tun haben wollen, aber dennoch einsehen, dass auch sie ein wenig sparen sollten: Es hilft nichts, dir aufwendige Strategien vorzunehmen, wenn du von vornherein weißt, dass du sie nicht diszipliniert durchziehst. Beginne daher einfach und du wirst sehen, indem du in kurzen Abschnitten dein Erspartes vermehrst, gewinnst du auf Dauer Spaß am Sparen. Lege dir hierzu wöchentlich einen kleinen Betrag auf die Seite. Beginne am besten mit ein bis fünf Euro – du wirst sehen, dass dir der fehlende Betrag gar nicht negativ auffällt. Je mehr Routine und Gefühl du für deine Finanzen erlangst, desto mehr kannst du die Summe steigern. Ohne dir Gedanken über deine Ausgaben machen zu müssen, wirst du merken, dass sich dein Erspartes schnell vermehrt. Nutze hierfür eine Spardose oder ein anderes Aufbewahrungsmittel. Je mehr sich die Münzen oder Geldscheine türmen, desto mehr wird sich dein Ehrgeiz automatisch steigern. Wer weiß, vielleicht packt es dich ja schließlich doch – und du beginnst ein Haushaltsbuch zu führen, um deine Finanzen noch genauer im Blick zu haben.

Die Sparmuffel-Methode bildet den optimalen Einstieg für Spar-Neulinge. Aber Vorsicht: Da wir aktuell eine anziehende Inflation vorliegen haben, verliert dein Geld über längere Zeit an Wert. Vor diesem Phänomen kann dich auch deine Spardose nicht bewahren. Es existieren jedoch Wege, die dich vor der Geldentwertung schützen. Jetzt bist du neugierig geworden? Dann lies weiter.  

Der vorsichtige Sparer

Für diejenigen unter euch, die sich intensiver mit dem Thema Sparen befassen möchten, eignet sich das 2-Konten Modell des Bestseller-Autors Bodo Schäfer. Dies beruht auf dem Prinzip, Sparen nicht als Einschränkung zu betrachten, sondern „sich selbst zu bezahlen“. Hierfür legst du das Geld nicht erst am Ende des Monats zur Seite, sondern am Anfang. Betrachte deinen Sparbetrag als Fixkosten neben Miete, Telefonrechnung oder Versicherungen. Die Summe richtet sich nach deinen Möglichkeiten – auch dabei verhilft dir wieder ein Haushaltsbuch. Indem das Geld bereits zu Beginn des Monats von deinem Konto abgeht, musst du dir den restlichen Monat keine Gedanken über etwaige Einschränkungen machen. Folglich siehst du Sparen nicht als Belastung an.

Und wohin mit dem Ersparten? Wie der Begriff 2-Konten Modell schon sagt, benötigst du hierfür ein zweites Konto. Die einfachste Lösung: ein Tagesgeldkonto. Dies ist üblicherweise bei deinem Girokonto kostenlos mit inbegriffen. Aktuell fallen die Zinsen hierfür aber leider extrem niedrig aus, dein Geld ist also auch hier nicht vor der Entwertung geschützt. An das Geld gelangst du nur, indem du es von deinem Tagesgeldkonto auf dein Girokonto überweist. Dadurch kannst du mit deiner Bankkarte nicht direkt auf dein Erspartes zugreifen und sollte die Karte einmal verloren gehen, ist dein Geld trotzdem sicher. Richte daher einen Dauerauftrag ein, der den Betrag automatisch am Anfang des Monats von deinem Girokonto auf dein Tagesgeldkonto überweist. Zu empfehlen ist dabei eine Sparquote von rund zehn Prozent deines Nettogehalts – kannst du mehr zur Seite legen, noch besser! Durch das automatische Sparen hast du den Kopf frei und kannst dich trotz eifrigem Sparen entspannt zurücklehnen.

Der sparende Renditejäger

Um dich vor der Inflation zu schützen, besteht für motivierte Sparer eine etwas riskantere Möglichkeit: Du kannst einen Teil deines Geldes nicht nur auf die Seite legen, sondern auch noch vermehren. Hierfür legst du dein Geld nicht auf ein Tagesgeldkonto, sondern investierst es in einen ETF (Exchanged Traded Fund). Dabei handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds – ein „Bündel“ Aktien, das über die Börse gehandelt wird. Üblicherweise kannst du auch hierfür über den Betreiber deines Girokontos auf ein Depot zugreifen, darunter versteht man das „Konto“ für Wertpapiere. Da du mithilfe von ETFs meist mehr dazu verdienst, als was dir durch die Inflation an Geld verloren geht, machst du auf Dauer Gewinn. Zugleich reduzierst du dein Verlustrisiko, indem du in ein gesammeltes Paket von Aktien investierst. Mit Einzelaktien gehst du ein höheres Risiko ein. Alles, was du zu ETFs wissen musst, findest du hier. Mit dieser Strategie vermehrst du nicht nur dein Vermögen, indem du kräftig sparst, sondern indem du dein Geld gleichzeitig für dich arbeiten lässt. ETFs bilden hierbei für Börsenneulinge den optimalen Einstieg.  

Sparen macht dich unabhängiger

Nun kennst du mehrere Möglichkeiten, wie du bequem oder doch etwas aufwendiger dein Geld auf die Seite legen kannst. Wichtig ist: Das Geld, das auf deinem Sparkonto oder in deiner Sparbüchse liegt, solltest du wirklich nicht nutzen. Rücklagen für Notfälle oder unerwartete Kosten sollten daher nicht auf deinem Sparkonto liegen, sondern auf deinem Girokonto. Zudem ist es zu empfehlen, nach Gehaltserhöhungen immer wieder deine Sparquote neu zu überdenken. Ein höherer Lohn bedeutet nicht automatisch, dass du im Alltag plötzlich mehr Geld brauchst. Wer sich viel mit dem Thema Sparen befasst, erkennt schnell, dass er oder sie meist ohnehin schon im Überfluss lebt. Sparen ist daher nicht nur für den Geldbeutel empfehlenswert, sondern auch für deine persönliche Entwicklung.

Fotoquelle: Photo by Pasha Chusovitin on Unsplash

Autorin: Verena Sepp

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