Wie viel Geld habe ich? Wo liegt mein Geld, in was habe ich investiert und was gehört mir eigentlich alles? Gelegentlich stellt man sich diese Fragen und wundert sich, wohin das Geld schon wieder verschwunden ist. Abhilfe kann hier eine Vermögensübersicht schaffen. Hin und wieder sollte man so etwas tatsächlich machen. Wir verraten jetzt, warum eine Vermögensübersicht wichtig ist, wie man sie erstellt und was sie am Ende bringt.

Was ist eine Vermögensübersicht?

Wir empfehlen ja immer, ein Haushaltsbuch zu führen. Denn so weiß man stets, wie viel Geld man im Monat einnimmt, wofür man sein Geld ausgibt und was übrig bleibt. Das ist wichtig, um zu wissen, wie viel Geld gespart und wie viel angelegt werden kann.

Ein ähnliches Muster sollte man auch für sein Vermögen verfolgen. Je größer und aufwendiger das Vermögen ist, desto wichtiger ist das. Denn auch beim Vermögen sollte man relativ regelmäßig eine Aufstellung über seine Besitztümer machen. Hier ist es vor allem wichtig zu schauen, ob man genug Barreserven hat, ob man ausgeglichen investiert und nicht alles nur in Kryptowährungen steckt und ob mal vielleicht auch mal etwas verkaufen sollte. Ebenso gibt eine Vermögensübersicht Aufschluss darüber, wie viele Schulden man hat und ob man wirklich ein Vermögens besitzt oder sogar eher verschuldet ist.

Denn Schulden muss man bei der Vermögensübersicht natürlich auch berücksichtigen und am Ende vom Vermögen abziehen. Hat man zum Beispiel Bafög-Schulden oder Kredite, so muss man diese minus rechnen. Auch bei einem Haus, das noch nicht abbezahlt ist, muss man die aktuelle Höhe des Kredits vom aktuellen Wert des Hauses subtrahieren, um ein verlässliches Ergebnis zu bekommen. Sonst hinkt die Rechnung natürlich.

Wie erstelle ich so etwas?

Am Monatsende oder am Quartalsende setzt man sich hin und schaut mal auf seine Konten. Jetzt kann jeder auflisten, wie viel Geld man auf dem Girokonto und Tagesgeldkonto hat, wie viel Geld eventuell im Depot liegen und was man bar hat. Zudem macht es Sinn, auch andere Investitionen wie Kryptowährungen, Gold oder Silber, die einem nicht im Depot angezeigt werden, aufzulisten. Zudem kann man Vermögensgegenstände wie ein Haus, Kunstwerke, Sammlerobjekte oder Ähnliches auflisten und mit aktuellen Marktpreisen bewerten. Wichtig: Keine Liebhaberpreise oder Kaufpreise dafür nehmen, sondern möglichst reale Preise, die man erzielen würde, wenn man das Objekt heute verkauft.

Alltagsgegenstände wie ein Auto, einen Fernseher oder Computer würde ich nicht dazu zählen. Hier kommt es auf Gegenstände an, die ihren Wert mindestens behalten und bestenfalls sogar steigen. Alltagsgegenstände verlieren ihren Wert eher und werden ja meistens so lange benutzt, bis sie kaputt sind oder man sie für etwas viel Neueres austauscht. Weil das neue Produkt dann meistens teurer ist, als das alte, macht es keinen Sinn, das mit in die Vermögensübersicht zu nehmen.

Und so könnte eine Vermögensübersicht exemplarisch aussehen:

Vermögensübersicht    
    
GuthabenEuroSchuldenEuro
Konto3.700Auto-Kredit4.000
Bar350Immobilien-Kredit35.000
Aktiendepot5.000  
Kryptowährungen2.200  
Gold1.000  
Immobilie 50.000  
Sammlerobjekte3.000  
    
Insgesamt65.250 39.000

Obwohl man ein Guthaben von 65.250 Euro besitzt, ist das noch nicht das Vermögen. Denn man hat noch 39.000 Euro Verbindlichkeiten. Das wirkliche Vermögen beträgt also 26.250 Euro.

Was bringt mir das?

Im nächsten Schritt sollte man auflisten, welcher Anteil des Vermögens liquide ist, welcher schnell liquidiert werden kann und welcher Anteil nicht so schnell verfügbar ist. Das Geld, welches im Haus steckt, zählt sicherlich zur letzten Kategorie. So bekommt man einen Überblick, ob man viel Geld zur Verfügung hat und noch investieren kann oder ob es auf dem Girokonto eher knapper wird und man vielleicht mal etwas von den Anlagen verkaufen möchte. Vermögen, welches in der Altersvorsorge steckt, sollte man auch beim illiquiden Vermögen in der Vermögensübersicht führen. Denn dort kommt man ja auch nicht so schnell heran.

Und jetzt? Wird mancher sich fragen. Nun, jetzt hat man eine Vermögensübersicht und weiß, wo das Geld steckt. Macht man das regelmäßig, so bekommt man ein Gefühl dafür, welche Anlagen gut laufen, welche man vielleicht abstoßen sollte und wo man noch investieren könnte. Wer bei seinem Vermögensaufbau einfach so vor sich hin wurschtelt, der wird vermutlich nicht so viel Erfolg haben wie jemand, der einen genauen Plan hat und genau weiß, was sein Geld gerade macht. Zudem sollte man immer genug Geld flüssig auf der Seite für Notfälle haben. Aber eben auch nicht zu viel. Der normale Bürger braucht sicherlich nicht 30.000 Euro auf dem Girokonto. Dieses Geld könnte man auch gewinnbringend anlegen. Pendelt man aber immer an der Nulllinie herum, so ist es sicherer, einen Teil der Anlagen mit Gewinn zu verkaufen und einen Notgroschen zu haben. Dafür kann sich eine Vermögensübersicht eignen.

Fotoquelle: Photo by Markus Spiske on Unsplash

Autor*in