Das Crowdinvesting überträgt die Schwarmfinanzierung auf den Immobilienmarkt. Welche Renditechancen bietet das Modell für Anleger – und was sind die Risiken? Ein Überblick.

Wie funktioniert Crowdinvesting bei Immobilien?

Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine neue, digital organisierte Finanzierungsform. Dabei schließt sich eine Vielzahl von Investoren über eine Online-Plattform zusammen, um gemeinsam zu investieren. Dass sich die Schwarmfinanzierung wachsender Beliebtheit erfreut, zeigt die Datenbank der Online-Plattform Crowdinvest. Sie zählt bis heute knapp 3000 Projekte in Deutschland, die durch Crowdinvestments finanziert wurden oder werden. Die Summe aller Investitionen beläuft sich auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Mit mehr als einer Milliarde Euro entfällt der größte Teil davon auf Immobilien.

Das Prinzip ist simpel und verlockend: Gemeinsam sind wir stark. Denn was ein einzelner Privatanleger womöglich finanziell alleine niemals stemmen könnte, wird in einer Gruppe von Mitstreitern plötzlich möglich: ein Investment in ein vielversprechendes Start-Up etwa, oder die Beteiligung an Eigentumswohnungen in bester Lage in Berlin. Beliebte Crowdinvesting-Plattformen für Immobilien sind Exporo, Homerocket , Rendity und Bergfürst.

Aber wie funktioniert das Crodwinvesting bei Immobilien? Hier ein konkretes Beispiel: Im vergangenen Jahr wollte der Projektentwickler Bonafide Immobilien den Bau von Wohnungen in Berlin-Pankow finanzieren. Auf der Online-Plattform Homerocket schrieb die Firma dafür ein Investitionsziel von 800 000 Euro aus. In der digitalen Finanzierungsrunde beteiligten sich daraufhin 657 Investoren an dem attraktiven Neubauprojekt im Nordosten der Hauptstadt. Das Crowdinvesting war erfolgreich. Nun wird das Haus gebaut, bis Ende des Jahres soll es fertiggestellt werden. Danach erhalten die Crowd-Anleger eine fest vereinbarte Verzinsung zurück. Für die neuen Wohnungen in Berlin erhalten sie 6,5 % Zinsen vom Projektentwickler über eine Laufzeit von zwei Jahren. Wer anfangs mehr investiert hat, bekommt logischerweise auch mehr zurück.

Soweit, so gut. Doch ist das Crowdinvestment auch für dich als Kleinanleger tatsächlich in jedem Fall eine gute Option? Das sind die Chancen und Risiken:

Vorteile von Crowdinvesting

  • Ein Crowdinvestment ist bereits mit relativ kleinen Beträgen möglich: Die Einstiegshürden sind bei Crowdinvestments der Natur der Sache nach relativ niedrig. HomeRocket bietet ab einer Mindestsumme von 250 Euro ein Crowdinvestment in Immobilien an.
  • Hohe Renditen sind möglich: Potenziell verspricht das Crowdinvestment eine ertragreiche Geldanlage. Viele Immobilienfirmen bieten eine jährliche Verzinsung von 5 bis 8 Prozent der Anlagesumme für ein crowdbasiertes Darlehen an.
  • Gezielte Investitionen: Beim Crowdinvestment wählst du sehr genau aus, wohin dein Geld fließt. Das hat seine Vorteile. Zum Beispiel kannst du in eine Wohnung in einer Region investieren, die aus deiner Sicht auch in den kommenden Jahren gute Wachstumsperspektiven hat.

Nachteile von Crowdinvesting

  • Das Risiko von Crowdinvestments ist hoch: An dieser Stelle muss klar gesagt sein, dass dir als Anleger bei jedem Crowdinvestment ein Totalverlust droht. Punkt. Denn falls das Immobilienprojekt scheitert, verlierst du im schlimmsten Fall all dein eingezahltes Geld. Laut einer Studie im Auftrag des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahr 2018 betrug die Ausfallquote bei Crowdinvestments gut 14 Prozent. Das heißt, dass etwa jedes sechste Crowdinvesting schiefgeht.
  • Ein vorzeitiger Ausstieg ist selten möglich: Crowdinvestment laufen in der Regel über eine fest vereinbarte Laufzeit. Sie kann in manchen Fällen bis zu zehn Jahre dauern. Du solltest daher nur bei der Schwarmfinanzierung mitmachen, wenn du auch tatsächlich über die komplette Laufzeit hinweg auf das investierte Geld verzichten kannst.
  • Verbraucherschützer sehen Crowdinvesting kritisch: Für ein sinnvolles Investment sollten dir alle wichtigen Informationen über das Unternehmen und die Bedingungen der Geldanlage zur Verfügung stehen. Doch das ist bei Crowdinvestments zu oft nicht der Fall. Der Verbraucherzentrale Bundesverband bemängelt, dass Anleger auf Crowdinvesting-Plattformen häufig schlecht informiert werden. Laut einer Untersuchung des Marktwächters Finanzen auf 33 Crowdinvesting-Plattformen waren die Angaben zu einzelnen Projekten häufig unpräzise, die Ausführungen zu Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten unklar oder Informationsblätter unvollständig.

Achtung: Die Verbraucherzentrale warnt, dass sich unter Begriffen wie “Crowdfunding” online auch scheinbar seriöse Geschäftsmodelle finden, hinter denen allerdings verbotene Schneeballsysteme stecken. Dabei riskieren Anleger ihren kompletten Einsatz. Hier erklären Verbraucherschützer, wie man diese Schneeballsysteme erkennt.

Mit Crowdinvesting Geld verdienen

FinanzScout24 empfiehlt, sich vor einem Crowdinvesting in Immobilien die folgenden vier Fragen zu stellen:

  1. Sinnfrage stellen: „Ist das Projekt in meinen Augen sinnvoll?“, „Warum greifen die Projekteigner überhaupt auf Crowdfunding zurück?“
  2. Unterlagen prüfen: Wie seriös und aussagekräftig sind die Projektunterlagen? Gibt es ein ausführliches Exposé? Haben die Projekteigner einen soliden Finanzierungsplan vorgelegt?
  3. Ergebnisse prüfen: Wurden von den Projektentwicklern bereits Projekte erfolgreich abgeschlossen?
  4. Ablauf: Mit welchen Zinsen können Sie rechnen? Wann werden Zinsen ausgezahlt? Wann erhalten Sie Ihr Investment zurück? Wie sind die Rückzahlungsfristen oder -intervalle?

Die Antworten auf diese Fragen helfen dir dabei, das Projekt und den Anbieter genauer zu prüfen. Es ist wichtig, die Details zu kennen. So kannst du besser abschätzen, wie sinnvoll und risikoreich die Investition ist. Das ist vor jedem Crowdinvesting sehr wichtig.

Das Crowdinvesting ist also eine spannende neue Finanzierungsform, keine Frage. Für dich als Kleinanleger sollte ein Crowdinvestment in Immobilien allerdings daher nur dann in Frage kommen, wenn du dich über die Rahmenbedingungen deiner Investition und das Bauprojekt hervorragend informiert fühlst. Zudem musst du im Notfall auf das Geld verzichten können.

Hast du aber ein gutes Projekt gefunden und willst dort investieren, so kannst du mit Crwodinvesting durchaus gutes Geld verdienen. Bei Renditen von fünf bis acht Prozent erscheint das auch vielversprechend. Wenn du weitere Arten suchst, um Geld investieren und verdienen zu können, dann schaue unter dem Link vorbei.

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