Der Bitcoin ist mittlerweile sehr vielen Menschen ein Begriff. Doch neben der größten Kryptowährung der Welt existieren noch mehrere tausend Altcoins. Wir wollen uns jetzt anschauen, was Altcoins genau sind, welche Arten von ihnen am erfolgversprechendsten sind und welche zu den Favoriten zählen.

Was sind Altcoins?

Grundsätzlich werden alle Kryptowährungen außer dem Bitcoin als Altcoins bezeichnet. Der Name leitet sich von Alternative Coins ab. Also andere Währungen. Der Bitcoin war ja in 2009 die erste Kryptowährung. Laut coinmarketcap existieren aktuell sogar mehr als 8.800 verschiedene Währungen. Man kann sicherlich sagen, dass ein Großteil davon nicht zu gebrauchen ist und sich auch nicht durchsetzen wird.

Doch in der Vergangenheit zeigte sich, dass zum Beispiel Ethereum oder auch Cardano und Binance Coin eine ernstzunehmende Rolle am Kryptomarkt spielen. Aktuell macht der Bitcoin rund 60 Prozent der Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen aus. In den Anfangsjahren bis 2017 schwnakte diese Dominanz zwischen etwa 80 Prozent und 95 Prozent. Erst mit dem ICO-Boom in 2017 verlor der Bitcoin nachhaltig an Dominanz. Er sackte sogar bis auf 33 Prozent Marktdominanz ab, bis er sich bis heute zwischen etwa 55 Prozent und 70 Prozent einpendelte. Der Bitcoin steht also für mehr als die Hälfte bis sogar zu mehr als zwei Dritteln des gesamtes Marktes aller Kryptowährungen. Doch die Altcoins knabbern immer mehr an dieser Dominanz. Da stellt sich nun die Frage: Sollte man neben den Bitcoin auch noch in andere Kryptowährungen investieren? Und welche Altcoins eignen sich überhaupt? Und wofür sind sie da?

Kategorien von Altcoins

Kryptowährungen sind nicht gleich Kryptowährungen. Sie haben ganz verschiedene Ansätze und auch ganz verschiedene Use-Cases. Während der Bitcoin mittlerweile vor allem als digitaler Rohstoff, als digitales Gold und damit als Wertaufbewahrungsmittel gilt, gibt es Coins, die Netzwerke darstellen, die gezielt nur für bestimmte Projekte da sind und alle möglichen anderen Anwendungsfälle. Die aktuell wichtigsten stellen wir an dieser Stelle vor.

  • Die Netzwerke
  • Die Bezahlwährungen
  • Stablecoins
  • NFT-Coins
  • DeFi-Coins

Natürlich gibt es noch andere Kategorien und man kann die verschiedenen Währungen auch beliebiger einteilen. Wir sehen die oben genannten Kategorien neben dem Bitcoin momentan aber als vielversprechend und wichtig an.

Die Netzwerke

Kryptowährungen wie Ethereum, Cardano oder auch Binance Coin sind eine Art Plattform. Auf dieser Plattform können anderen Kryptoprojekte arbeiten, eigene Coins ausgeben, Smart Contracts abschließen und vieles mehr. Diese Coins haben in der Regel sehr viele Use Cases und sind dementsprechend beliebt.

  • Ethereum: Ist die zweitwertvollste Blockchain der Welt. Der dazugehörige Ether Token wird für Smart Contracts, für viele Einzahlungen in Projekte des DeFi-Sektors, für NFTs und viele weitere Anwendungen gebraucht. Aktuell will Ethereum von einem Proof-of-Work zu einem Proof-of-Stake-Konsensus umstellen. Das Update auf ETH 2.0 ermöglicht es auch, Ether zu staken und somit Zinsen damit zu verdienen.
  • Cardano: Ist einer der großen Gewinner in 2021. Diese Kryptowährung will mit seinem ADA-Token ähnliche Anwendungen bieten wie Ethereum. Cardano wurde vom Ethereum-Mitbegründer Charles Hoskinson ins Leben gerufen und will mit seiner Technik neuer und moderner sein. Der endgültige Beweis, dass Cardano eine sehr gute Plattform ist, steht noch aus.
  • Binance Coin: Dieser Coin ist ein bisschen schwieriger einzuordnen. Denn einerseits ist er eine Art Asset und wie eine Aktie von der Kryptobörse Binance einzuschätzen. Doch mit der Binance Smart Chain bietet auch der BNB-Token ähnliche Nutzen wie Ether oder ADA.

Die Bezahlwährungen

Ursprünglich wurden Kryptos mal dazu entwickelt, digitaler und einfacher bezahlen zu können. Heute bieten sie oftmals ganz viele verschiedene Möglichkeiten an. Bezahlwährungen gibt es aber auch noch: Hierzu zählen vor allem Litecoin, ZCash, Monero.

  • Litecoin: Ist eine der ältesten Kryptowährungen und wurde bereits 2011 gegründet. Dabei basiert Litecoin auf dem Bitcoin Code, ist aber etwa viermal schneller. Es gibt auch viermal so viele Coins – nämlich 84 Millionen. Insgesamt wurde Litecoin eher zum Bezahlen entwickelt.
  • ZCash: Mit dieser Kryptowährung können Menschen Geld verschicken. Und zwar anonym. Das ist ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Kryptos. Bitcoin beispielsweise ist nur pseudonym. Man weiß zwar nicht, wer was geschickt hat, aber dass etwas geschickt wurde, das ist ersichtlich und gewissen Adressen immer zuordbar. Das will ZCash anders machen. Zuletzt fiel diese Kryptowährung aber im Ranking deutlich zurück.
  • Monero: Auch Monero möchte Zahlungen, einfach, schnell und anonym abwickeln. Zu ZCash unterscheidet es sich etwas in der Technik, wie die Blockchain funktioniert. Doch an dieser Stelle ist erstmal wichtig zu verstehen, was Monero eigentlich macht. Dabei scheint Monero auf PLatz 25 aktuell etwas erfolgreicher zu sein als ZCash.

Die Stablecoins

Stablecoins unterscheiden sich sehr stark gegenüber anderen Kryptowährungen. Denn sie sind so etwas wie eine eigene Zentralbank im Kryptobereich. Wer zum Beispiel einen Tether kaufen möchte, der bezahlt dafür einen Dollar. Dieser US-Dollar wird bei Tether hinterlegt und den kann man gegen Rückgabe des Tether zurückbekommen. Stablecoins sind immer an einen festen Wert (meistens US-Dollar) gebunden und steigen nicht so stark im Wert wie andere Kryptos. Manche Stablecoins ermöglichen es ihren Besitzern, Zinsen zu verdienen. Wer in Stablecoins investieren möchte, der sollte sich jeweils nochmal genauer damit befassen. Weil das Thema sehr komplex und umfangreich ist, folgt hier nur eine Auflistung:

  • Tether
  • USD Coin
  • Binance USD

Die NFT-Coins

Bei den besten Altcoins 2021 dürfen die NFT-Coins natürlich nicht fehlen. Denn der NFT-Hype erreichte 2021 einen vorläufigen Höhepunkt. Die Abkürzung steht dabei fur Non Fungible Token. Das bedeutet: Jede Münze ist einzigartig. Ein Bitcoin ist nicht fungible. Denn ob ich einen Bitcoin, der 2009 erschaffen wurde oder einen, der 2016 erschaffen wurde besitze, ist egal. NFTs sind aber einzigartig. Dabei können diese NFTs alles mögliche sein: Digitale Sammelkarte, digitale Kunstwerke oder auch digitale Spielcharaktere. Jack Dorsey hat seinen allerersten Tweet als NFT verkauft. Aber was können die einzelnen Coins?

  • Enjin Coin: Dieser NFT-Coin des Unternehmens Enjin ist vor allem auf den Gaming-Markt spezialisiert. Es bezeichnet sich selbst als Social-Gaming-Plattform und Spieler und Entwickler können mit Enjin Coin Dinge kaufen und verkaufen.
  • Decentraland: Diese Kryptowährung erlaubt es, auf der gleichnamigen Plattform Grundstücke zu erwerben. Diese digitalen Grundstücke kann man dann designen und weiterverkaufen oder sich dort aufhalten. Erlebte einen Hype, als Atari ein digitales Casino auf Decentraland ankündigte.
  • FLOW: Diese Plattform ist noch etwas schwer zu greifen. Im Grunde geht es aber auch bei FLOW darum, ein digitales Ökosystem für Spiele und Sammlerobjekte zu erschaffen. Dafür arbeitet das Team mit vielen namhaften Partnern zusammen.

Die DeFi-Coins

Auch DeFI-Coins dürften als beste Altcoins 2021 bezeichnet werden. DeFi steht dabei für Dezentralisierte Finanzen. Hier geht es darum, alle möglichen Arten der Geldgeschäfte ohne eine Bank – also direkt von Person zu Person – abwickeln zu können.

  • Uniswap: Schaffte es nach einem starken Lauf bis in die Top Ten der Kryptowährungen nach Marktwert. Uniswap ist dabei eine Plattform, auf der Nutzer ihre Coins swappen (tauschen) können. Denn viele Coins, vor allem sehr viele der neuen Kryptos – sind bislang noch auf keiner oder nur sehr wenigen Kryptobörsen handelbar. Also ermöglicht Uniswap den Tausch von Coins. Und ist damit scheinbar aktuell erfolgreich.
  • Aave: Ist ein Projekt, welches es Nutzern ermöglicht, Krypto-Coins zu leihen und zu verleihen. Damit können Nutzer dann entweder Geldverdienen oder sich Liquidität beschaffen. Aave ist eines der erfolgreichsten Financial Protocols im DeFi-Sektor.
  • Avalanche: Ist dabei eine Plattform. Hier können andere DeFi-Projekte ihre Dienste anbieten, hier können Anleger Assets kaufen und verkaufen und vieles mehr. Avanlanche möchte dabei eine Smart-Contract-Plattform werden.

Beste Altcoins 2021: Die Favoriten

Bereits in diesem Artikel haben wir geschrieben, welche Coins in 2021 interessant sein könnten. Wenn es jetzt darum geht, welche der besten Altcoins 2021 langfristig erfolgreich sind – und damit ist erstmal nur die Technologie gemeint und nicht der Preis – dann dürften auf der Liste auf jeden Fall diese Coins stehen (wichtig: Keine Investment-Empfehlung): Ethereum, Cardano, Binance Coin, Polkadot, Chainlink, Decentraland und Uniswap.

Dabei gehen die Entwicklungen am Kryptomarkt sehr schnell. Ein Coin, der heute sehr erfolgreich ist, kann morgen bereits wieder deutlich gegenüber der Konkurrenz zurückfallen. Bei Altcoins müssen Anleger immer auf der Hut sein und alle Entwicklungen gut verfolgen. Hin und wieder pumpt eine Kryptowährung über einen kurzen Zeitraum sehr stark. Aber nur die wenigsten lohnen sich langfristig.

Denn zum Beispiel waren das die zehn Top Coins in 2013: Bitcoin, Litecoin, Namecoin, Peercoin, Novacoin, Terracoin, Devcoin, Freicoin, Feathercoin und CHNCoin (Quelle: https://medium.com/@datalightme/top-10-coins-capitalization-race-2013-2019-de7c4a9f8168) Bis auf Bitcoin und Litecoin sind die anderen alle in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Um die besten Altcoins 2021 identifizieren zu können, werfen wir noch einen Blick auf die Top Ten Coins im letzten Bullenmarkt 2017: Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash, XRP, Litecoin, Cardano, IOTA, Dash, NEM und Monero (Quelle: https://coinmarketcap.com/historical/20171217/). Und wer ist heute laut coinmarketcap.com in 2021 in den Top Ten? Bitcoin, Ethereum, Binance Coin, Tether, Cardano, Polkadot, XRP, Uniswap, THETA und Litecoin. Es ist also immer viel Bewegung im Altcoin-Markt.

Wie sollte man in die besten Altcoins 2021 investieren?

Grundsätzlich gilt bei Altcoins immer: Das Risiko ist sehr hoch. Es gibt bislang nur ganz wenige Altcoins, die sich über Jahre hinweg besser als der Bitcoin entwickelt haben. Die allermeisten Altcoins schneiden langfristig bislang schlechter als der Bitcoin ab. Also entweder investiert man kurzfristig in Altcoins und nimmt hier Trends oder Saisonalitäten mit – aber auch das birgt wieder viele Risiken und vor allem viel Recherche-Aufwand – oder man investiert langfristig wirklich nur in die richtig guten Projekte. Auf jeden Fall sollte man sich des Risikos bewusst sein, nicht allzu viel Geld in Altcoins stecken und ganz wichtig: Selbst überlegen, selbst recherchieren und sich seine eigene Meinung bilden.

Fotoquelle: Photo by Stanislaw Zarychta on Unsplash

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