Du möchtest neben deinem Studium oder deinem Beruf noch zusätzlich ein wenig Geld verdienen? Da haben wir genau das Richtige für dich! Denn es gibt eine Methode, sich etwas dazuzuverdienen, die deiner Kreativität freien Lauf lässt und dich in keinster Weise einschränkt – und ganz obendrein ist sie auch noch coronakonform: TikTok. Was wie eine Kaugummi-Marke klingt, ist wahrlich eine tickende Goldmine. Was dahinter steckt und wie du mit TikTok Geld verdienen kannst, erklären wir dir hier.

Schöne, neue Welt – TikTok

Mit 800 Millionen monatlich aktiven Usern weltweit bist du definitiv nicht die einzige, neugierige Person, die einmal einen Blick in die TikTok-Welt wagen möchte. Dabei handelt es sich um eine chinesische Videoplattform – 500 Millionen Nutzer stammen allein aus China. Wie die Gruppe Culcha Candela schon von der „Schönen, neuen Welt“ sang, wird auch bei der Nutzung von TikTok der Wunsch nach einer schönen, friedlichen Welt deutlich. Denn: Auf dem sozialen Netzwerk werden Kurz-Videos zur Unterhaltung geteilt. Die Clips sind dabei immer mit Musik, meist Gute-Laune-Musik, und einem gewissen Humor ausgestattet. Wie auf Instagram und Facebook können diese Videos geliket, geteilt und kommentiert werden. Dabei wirkt es fast so, als würden alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Diesen Eindruck verstärken gewisse Hashtags und Challenges. Dabei posten die Nutzer (knapp 70 Prozent davon sind 16- bis 24- Jährige) zwar individuelle Videos, alle sind jedoch einem gewissen Thema zuzuordnen.

Die Sehnsucht nach Zusammenhalt und einer „Happy World“ zeigte sich ganz besonders während der Pandemie: Gehört die Applikation neben Instagram und Facebook bereits zu den am meisten installierten Apps der Welt, so zogen die Nutzerzahlen während der Pandemie nochmals kräftig an. Doch nicht nur die Downloads nehmen zu, auch die Vielfalt innerhalb der App. Zu Beginn waren Tanz- oder Musikvideos der Renner, mittlerweile tummeln sich auch zahlreiche Back-, Sport-, Schmink- oder Tiervideos auf der Plattform. Kurz gesagt: Es gibt fast nichts, was man auf TikTok nicht findet! Für jeden ist also etwas dabei.     

Vom Startup zum globalen Hype

Bevor wir genauer auf die Nutzung TikToks eingehen, ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit der App. Im Jahr 2014 gründeten die beiden chinesischen Unternehmer Alex Zhu und Luyu Yang die App Musical.ly. Damit konnten Nutzer kurze Lippensynchronisations- und Comedy-Videos erstellen. Die App war in den darauffolgenden Jahren so erfolgreich, dass sie bereits 2017 von dem chinesischen Konzern Bytedance übernommen wurde. Bytedance verfügte zu dem Zeitpunkt bereits über eine ähnliche Applikation namens Douyin und führte diese mit Musical.ly zusammen. Daraus entstand 2018 schließlich TikTok. Der Betrieb von Musical.ly wurde daraufhin eingestellt, die Douyin-App existiert jedoch weiterhin in China.

Wie funktioniert das „TikToken“?

Um selbst auf TikTok aktiv zu werden, musst du dir im ersten Schritt die App herunterladen. Anschließend wirst du dazu aufgefordert, dich zu registrieren. Hierzu ist die Angabe deiner E-Mail-Adresse oder deiner Mobilfunknummer, oder aber deines bestehenden Google-, Facebook- oder Twitter-Kontos notwendig. Sobald du deine Daten gesichert hast, bekommst du eine Nachricht, um deinen Account zu bestätigen. Und schon kann´s losgehen.

Es erscheint zunächst eine Auswahl mehrerer Kategorien auf deinem Bildschirm: Kochen, Sport, Reisen, Fashion, und, und, und. Indem du auf die gewünschten Themen-Buttons klickst, stellt der TikTok-Algorithmus direkt eine Auswahl an Videos zusammen, die dich interessieren könnten. Diese erscheinen dann auf deinem Home-Screen. Ähnlich wie bei Instagram gibt es auch bei TikTok eine Leiste mit dem Home-Screen und einem „Entdecken“-Feld, das dir Videos von Leuten zeigt, denen du (noch) nicht folgst. Daneben finden sich ein Nachrichtenfenster, sowie dein eigenes Profil, auf dem du deine geposteten Videos wiederfindest. Um ein eigenes Video zu posten, drückst du in der Mitte der Leiste auf das Plus-Symbol. Du kannst dein Video direkt bei der Aufnahme mit zahlreichen Effekten ergänzen. Damit bist du nun offiziell ein TikTok-Creator! Klingt alles sehr simpel, doch wie lässt sich nun mit TikTok Geld verdienen?

Deine Kasse füllen – mit TikTok Geld verdienen

Bist du einmal in das TikTok-Universum vorgedrungen, gehört quälende Langweile der Vergangenheit an. Doch anstatt andere um ihre witzigen und erfolgreichen Videos zu beneiden, kannst du auch selbst aktiv werden. Hierfür gibt es nicht eine, nicht zwei, nicht drei, sondern vier unterschiedliche Möglichkeiten:

  1. Sponsoring

Beim Sponsoring kommen Unternehmen auf dich zu und bieten dir eine Partnerschaft an. Diese besteht darin, dass du in einem Video Werbung für deren Produkt machst, im Gegenzug bezahlt dich die Firma – manche „bezahlen“ dich aber auch, indem sie dir die Produkte kostenlos zuschicken. Plattenfirmen nutzen diese Methode beispielsweise, um die Streaming-Zahlen eines bekannten Songs zu steigern. Wie hoch der Lohn ausfällt, hängt von der Anzahl deiner Follower und Likes ab. Ein Sponsoring kann jedoch zwischen 100 Euro bis mehrere tausend Euro einbringen. Bedingung: Das Video muss als „bezahlter Inhalt“ gekennzeichnet sein. TikTok selbst behält von dem Erlös nichts ein. Natürlich wirst du nun denken, in diesen Genuss wirst du nie kommen – aber warte mal ab. Vielleicht entdeckst du dein Talent für witzige Videos und gewinnst schnell an Followern dazu.

  • Merchandise

Merchandise ist der englische Begriff für Vermarktung. Dabei verkaufst du über TikTok deine eigenen Produkte. Das kann beispielsweise ein T-Shirt mit einem Aufdruck deines Namens oder deines Logos sein. Hierfür benötigst du keine riesige Fangemeinde, es reichen ein paar wenige, die von dir begeistert sind und deshalb deine Produkte anfragen. Häufig produzieren TikTok-Creator bereits ab 10.000 Followern ihr eigenes Merchandise. Nachdem du in deinem Video darauf aufmerksam gemacht hast, wandert der Erlös deiner Produkte direkt in deine Tasche.

  • Livestreaming

Während eines Livestreams kommunizierst du in Echtzeit mit deinen Followern. Diese können dir beispielsweise über einen Live-Chat fragen stellen. Um sich hierfür oder auch generell für deine Videos zu bedanken, können dir die Follower „Geschenke“ in Form spezieller Emojis machen. Die Emojis werden durch Coins bezahlt, 100 Coins kosten 1,09 Euro. Diese Geschenke wandelt TikTok schließlich in Diamanten um, und zahlt dir das Echtgeld via Paypal aus. Durch die Umrechnung in Diamanten ist nicht ganz klar, welchen Anteil TikTok exakt selbst einbehält, der übliche Anteil für den TikTok-Creator liegt aber meist bei rund 80 Prozent. Auch hier sind die Einnahmen von der Anzahl und Bindung der Follower abhängig. 20 Euro bis 100 Euro sind jedoch realistisch.

  • Affiliate Marketing

Diese Art des Geldverdienens besteht darin, dass du ebenfalls in einem Vertragsverhältnis mit gewissen Marken stehst. Hierfür teilst du entweder einen Link von deren Shops, oder einen Rabatt-Code für deren Produkte in deinem Video. Klicken deine Follower auf den Link oder bestellen über den Rabatt-Code die Produkte, erhältst du eine Provision. Diese beträgt meist fünf bis zehn Prozent des Verkaufs.

Kritikpunkte

Das klingt nun alles sehr verlockend. Die Möglichkeit, mit TikTok Geld zu verdienen, wenn es nicht klappt, jedoch kein Geld zu verlieren, ist definitiv eine attraktive Abwechslung zu Aktien. Nichtsdestotrotz sollten Nutzer auch die Schattenseiten der App kennen:

  1. Transparenz/Datenschutz
    Da es sich bei TikTok um eine chinesische Applikation handelt, sind die genauen Datenströme und Inhalte der App nur schwer nachzuvollziehen. In China besteht für die Bevölkerung kein Datenschutz, weshalb bisher nicht bewiesen ist, ob TikTok gegen die Datenschutzregeln der EU verstößt – die chinesische Regierung hält diese Informationen unter Verschluss. Zudem ist oft nicht erkennbar, ob ein Video oder eine Challenge von einer Firma bezahlt und damit zu Werbezwecken dient.   
  • Vorwürfe der Instrumentalisierung
    Unterstützen Nutzer durch TikTok indirekt ein autoritäres Regime? Diese Frage bildet den säuerlichen Beigeschmack der „Schönen, neuen Welt“. Trotz der Intransparenz ist bewiesen, dass TikTok durch Zensur Einfluss auf die Inhalte nimmt. Die App reagiert damit auf ökonomische Ziele und staatliche Vorgaben. Videos von den Protesten in Hongkong sind beispielsweise kaum zu finden. Auf der offiziellen TikTok-Homepage heißt es dazu: „Wir entfernen Inhalte wie Videos, Audioinhalte, Livestreams, Bilder, Kommentare und Texte, die gegen unsere Community-Richtlinien verstoßen“.
  • Diskriminierung
    Auch auf nicht-politische Themen soll die App Einfluss nehmen. So werden Posts von übergewichtigen, behinderten oder homosexuellen Nutzern weniger häufig angezeigt als Videos von dem „gewünschten Klientel“.  
  • Gefahr für Jugendliche
    Den größten Anteil der TikTok-Nutzer bilden Teenager. Diese sind besonders gefährdet, gefährliche Trends wie beispielsweise Magersucht-Challenges oder Mutproben nachzuahmen. Eine verlässliche Überprüfung des Nutzer-Alters besteht bei TikTok nicht. 

Mit TikTok Geld verdienen?

So simpel der Name TikTok klingt, so komplex sind die Strukturen und Debatten, die sich um das soziale Netzwerk drehen. Der bisherige Erfolg zeugt von einem klaren Wunsch der Bevölkerung: globale Vernetzung und ein friedlicher Zufluchtsort. Indem du nun bestens über die Sonnen- und Schattenseiten der Video-Plattform informiert bist, liegt es in deiner Hand, dich dem Trend anzuschließen oder lieber doch gegen den Strom zu schwimmen. So oder so, mach dein Ding!

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Autorin: Verena Sepp

Fotoquelle: Photo by Solen Feyissa on Unsplash

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