Endlich sein Börsenwissen umsetzen und das eigene Depot eröffnen – doch wo? Wie Trading-Apps funktionieren, welche die beste ist und wo doch noch versteckte Kosten lauern haben wir für Dich recherchiert!

Wie funktionieren Trading-Apps?

Mittlerweile ist der Aktienhandel bequem vom Smartphone aus möglich. Das eigene Depot kann unterwegs via App verwaltet werden. Weder ein Gang zur Bank noch eine Kauforder per Post sind mehr erforderlich. Der Vorteil von Online Brokern: Jede Börsennachricht lässt sich per Trading-App sofort umsetzen. So können online schnell und einfach Aktien gekauft oder verkauft werden. Darüber hinaus bieten viele Online Broker auch die Möglichkeit ETFs, Fonds oder gar Bitcoin & Co. zu erwerben. Die jeweiligen Börsenplätze (nicht jede Börse handelt dieselben Aktien und bietet sie zum Kauf an) sind nicht immer gleich. So können über die Trading-Apps teils an Börsen im In- und Ausland, sowie außerbörslich Aktien gekauft werden. Zusätzlich bieten Trading-Apps eine übersichtliche Aufbereitung der Informationen zu Finanzprodukten, einzelnen Werten und deren Börsenentwicklungen.

Wer ein Depot bei einem Trading-App-Anbieter eröffnen möchte, muss sich dafür nur mit dem Personalausweis verifizieren lassen (per Post oder Video-Ident). Wenige Tage später erhältst Du die Unterlagen und kannst endlich loslegen.

Worauf muss bei der Auswahl geachtet werden?

Um sich für die richtige Trading-App zu entscheiden, ist zunächst ein Überblick über mögliche Kosten wichtig. Ein Vergleich der Online Broker kann da bares Geld wert sein. Was zunächst überschaubar klingt, läppert sich mit der Zeit.

Die verschiedenen Kosten-Arten bei Trading-Apps

  • Orderkosten: Pro Trade (Kauf oder Verkauf) fallen Gebühren an. Häufig in Höhe eines Prozentsatzes der Ordersumme oder ein Mindest-/Höchstpreis pro Order. Eine alte Börsenweisheit besagt: Hin und her macht Tasche leer. Doch mittlerweile gibt es einige Anbieter, bei denen Handelsgebühren kaum noch ins Gewicht fallen.
  • Depotgebühr: Allein für das Führen deines Wertpapierdepots (wo deine gekauften Aktien, ETFS und andere Wertpapiere verwahrt werden) kann der Anbieter Gebühren verlangen.
  • Sparplangebühr: Nicht selten nehmen Trading-App Anbieter, bei denen Sparpläne für ETFs und Fonds eingerichtet werden können, Gebühren für die monatliche Ausführung dieser Sparpläne.
  • Dividendengebühr: Manche Online Broker berechnen für die bloße Buchung einer Dividendenzahlung Gebühren.
  • Devisenprovision: Dabei erhebt der Anbieter ein Entgelt für die Abwicklung von Fremdwährungsgeschäften. Zum Beispiel, wenn Du eine amerikanische Aktie in US-Dollar über die Trading-App mit Euros kaufst.
  • Fremdgebühren: Neben den Gebühren, die der Online Broker verlangt, fallen auch externe Kosten wie Börsen- oder Maklergebühren an. Diese werden in der Regel eins zu eins an Dich weitergereicht.
  • Steuern: Zu guter Letzt darfst Du nicht vergessen, dass Gewinne am Aktienmarkt versteuert werden müssen. Bei deutschen Trading-App-Anbietern ist das Prozedere recht einfach. Bei ausländischen Anbietern ist neben meist höheren Steuern auch die Abwicklung im Sinne des deutschen Steuerrechtes schwieriger.

Welche Trading-App ist die beste?

Nun geht es ans Eingemachte: Wir haben fünf bekannte, werbeaktive und traditionelle Trading-Apps für die Depoteröffnung untersucht. Kein Anbieter gleicht dem anderen. Finde den für Dich am besten passenden Online Broker!

Trade Republic

Überblick:

  • Online Broker mit deutscher Bankenlizenz
  • Handel ausschließlich per Trading-App möglich, nicht am PC
  • Einzahlungen sind nur per Überweisung möglich
  • Keine Mindestordergröße, schon Kleinstbeträge können angelegt werden
  • Mehr als 1.500 ETFs und 1.100 Aktien

Kosten:

Order für1,00 Euro (Fremdgebühren)
Depotgebühr0,00 Euro p.a.
Dividendengebühr0,00 Euro
DevisenprovisionNein, aber kleine Marge
SparpläneJa, für 0,00 Euro
SteuereinfachJa

Vorteile:

  • Günstiges Traden für nur 1 Euro
  • Kostenfreie ETF- und Aktien-Sparplänen, schon ab 10 Euro je Ausführung

Nachteile:

  • Keine Hinterlegung eines externen Referenzkontos möglich
  • Reduziertes Handelsangebot auf Aktien und ETFs, keine Fonds
  • Handel nur an der Börse Hamburg LS Exchange und HSBC

Just Trade

Überblick:

  • 0,00 Euro Ordergebühr, keine umgelegten Fremdkosten
  • Über 7.300 Aktien und 1.000 ETFs
  • Auch Kryptowährungen wie Bitcoin sind handelbar
  • Keine Sparpläne im Angebot

Kosten:

Order für0,00 Euro
Depotgebühr0,00 Euro p.a.
Dividendengebühr0,00 Euro
DevisenprovisionNein, aber 0,40 % Marge
SparpläneNein
SteuereinfachJa

Vorteile:

  • Kostenloses Traden für 0,00 Euro

Nachteile:

  • Mindestordergröße von 500 Euro pro Kauforder, schlecht für Kleinstanleger
  • Negativzins von minus 0,50 % auf Guthaben des Verrechnungskontos
  • Handel nur an den Handelsplätzen LS Exchange und Quotrix

etoro

Überblick:

  • Anbieter mit Sitz in Tel Aviv (zzgl. Unternehmenssitz in Zypern und Großbritannien)
  • Fokus auf CFDs, Forex und Kryptowährungen
  • Mindesteinlage von 200,00 USD

Kosten:

Order für0,00 Euro
Depotgebühr0,00 Euro p.a.
Dividendengebühr0,00 Euro
DevisenprovisionJa, 0,5-1,5 %
SparpläneNein
SteuereinfachNein

Vorteile:

  • Keine Ordergebühren für Aktien und ETFs
  • Social-Trading möglich

Nachteile:

  • Einzahlungen können nur in Euro getätigt werden
  • Versteckte Kosten: Euro müssen in US-Dollar umgewechselt werden, wobei eine Devisengebühr von 0,5-1,5 % des Betrages anfällt
  • Auszahlungsgebühr von 5,00 USD, Mindestauszahlungsbetrag sind 30,00 USD
  • Nicht steuereinfach

comdirect

Überblick:

  • Traditioneller Broker bietet auch Trading-App
  • Große Auswahl an Aktien, Fonds, ETFs, Zertifikate usw.
  • Sparpläne mit Aktien, ETFs, ETCs und Zertifikate

Kosten:

Order fürab 3,90 Euro für 12 Monate, danach 4,90 Euro plus 0,25 % Provisionssatz vom Ordervolumen zzgl. Fremdkosten
Depotgebühr0,00 Euro p.a. für die ersten 3 Jahre,
danach 23,40 Euro p.a. (Ausnahme: Kostenlos bei zwei Trades pro Monat oder mit Girokonto)
Dividendengebühr0,00 Euro
DevisenprovisionJa, 1 %
SparpläneJa, teils gegen Gebühren
SteuereinfachJa

Vorteile

  • Große deutsche Direktbank mit Konto- und Depotmöglichkeit
  • Großes Handelsangebot, auch ausländische Börsenplätze

Nachteile

  • Höhere Gebühren

Consorsbank

Überblick:

  • Trading über die App und am PC
  • Sparpläne für Aktien, ETFs, Fonds, Zertifikate
  • Auch Gold Anlage über pro aurum möglich

Kosten:

Order fürab 3,95 Euro für 12 Monate, danach 4,95 Euro plus 0,25 % Provisionssatz vom Ordervolumen zzgl. Fremdkosten
Depotgebühr0,00 Euro p.a.
Dividendengebühr0,00 Euro
DevisenprovisionNein
SparpläneJa, gegen Gebühr
SteuereinfachJa

Vorteile

  • Große deutsche Direktbank
  • Großes Handelsangebot, auch ausländische Börsenplätze
  • Gestaffelte Gebühren für Viel-Trader

Nachteile

  • Höhere Ordergebühren, insbesondere an den ausländischen Börsen

Tipp für den Umgang mit Trading-Apps

Das Traden schnell und einfach per App möglich ist, ist nicht immer vorteilhaft. Es kann so schneller zu Fehlentscheidungen kommen. Wenn Du Dich noch nicht sicher genug fühlst, gibt es häufig auch Demoversionen. Darüber kannst Du Dich mit allen Trading-Apps Funktionen vertraut machen, ohne echtes Geld einzusetzen. Viel Spaß!

Fotoquelle: Photo by Marga Santoso on Unsplash

Autorin: Lioba Schulz

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