Das sind die Steuerspartipps für 2020 und 2021 – Auf geht es! Steuererklärung erledigen und Geld, das dir zusteht, geltend machen.

Steuererklärung 2020 – Die Abgabefrist rückt näher

Am 31. Juli 2021 läuft die Einreichfrist für die Steuererklärung 2020 aus. Wer seine Erklärung also noch gar nicht bearbeitet hat, der sollte sich in den kommenden Tagen dafür etwas Zeit nehmen. Mit diesen Steuerspartipps holt jeder das Maximum aus der Steuererklärung wieder raus!

Wieso der Aufwand mit der Steuererklärung?

Tatsächlich ist es vielen Arbeitnehmern freigestellt, ihre Steuererklärung zu machen. Erst ab gewissen Grenzen und Regeln MUSS man eine Steuererklärung abgeben. Aber: Wer selbstständig arbeitet, der muss seine Steuererklärung pflichtgemäß jedes Jahr erledigen. Wieso sollte man sich also freiwillig den Aufwand machen und seinen Papierkram durchforsten und Zahlen in Tabellen eintragen?

Bei der Steuererklärung wird ermittelt, ob du vielleicht zu viel Steuern gezahlt hast und dann bekommst du natürlich dein Geld auch wieder zurück. Bei der Steuererklärung kann man dann einige Dinge pauschal angeben, andere muss man genau belegen. Trotzdem gilt für alle Angaben, die man macht, dass diese belegbar und wahr sein müssen. Sonst läuft das ganze unter Steuerhinterziehung oder Betrug.

Wer regelmäßig seine Steuererklärung macht, dem fällt es von Jahr zu Jahr leichter diese auszufüllen und er wird gerade als Neuling in der Arbeitswelt feststellen, dass er nach einigen Jahren doch deutlich mehr Geld zurückbekommen wird.

Besonders lohnend ist die Steuererklärung, wenn man hohe Werbungskosten hatte, Sonderausgaben oder Dienstleister – wie etwa Handwerker – in Anspruch genommen hat.

Steuerspartipps 2020 und 2021

Wer für die Steuererklärung 2020, welche man ohne Steuerberater bis zum 31. Juli 2021 abgeben muss noch einige Euros sparen will, für den haben wir jetzt ein paar Steuertipps. Achte vor allem auf diese 11 Punkte, um das Optimum aus deiner Steuererklärung holen zu können:

1. Belege sortieren für die Steuer

Wer nicht schon längst ein System für seine Belege-Ablage entwickelt hat, sollte spätestens jetzt zur Steuererklärung die Belege sortieren. Am besten fixiert ihr diese auf ein A4 Blatt und schreibt darauf das Datum des Belegs, die Summe und den Zweck. So muss man später nicht nochmal versuchen die Zahlen auf dem Kassenbon zu entziffern.

2. Lohnsteuerklasse prüfen

Passt die eingestufte Lohnsteuerklasse noch zu dir? Gerade in Bezug auf Erziehungszeit für ein Kind mit dem Erhalt von künftigem Elterngeld und generell in einer Ehe, sollten Sie diesen Faktor jährlich prüfen.

3. Werbungskosten zusammenrechnen

Werbungskosten sind alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Zum Beispiel kosten für Arbeitskleidung, Aktentasche, Werkzeuge, Reisekosten, Arbeitszimmer, Bewirtungskosten und sogar für doppelte Haushaltführung auf Grund der Arbeit. Wer keinen Nachweis zu diesen Kosten erbringen kann, kann dennoch 1000 Euro pauschal dafür ansetzen.

4. Abgeltungssteuer beachten

Die Abgeltungssteuer wird auch Zins-Abschlagsteuer genannt, denn sie fällt auf Kapitalerträge im Privatvermögen an. Du musst dafür alle Kapitalerträge aus dem Jahr nachweisen, zusammenrechnen und mit Übersicht angeben. Bei einem Depot bei einer inländischen Bank wird die Abgeltungssteuer automatisch an das deutsche Finanzamt abgeführt. Zumindest, wenn sie über den Freibetrag von 801 Euro hinausgehen. Bis zu diesem Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Jahr sind Gewinne steuerfrei.

5. Spenden absetzen in der Steuererklärung

Beim Absetzen von Steuern ist zu bedenken, dass man Spenden nur bis zu einer gewissen Summe steuerlich absetzen kann. Dafür ist grundlegend eine Spendenbescheinigung notwendig, zumindest wenn der Betrag über 200 Euro (ab 2021 dann 300 Euro) hinaus geht. Diese Summe bezieht sich auf die einzelne Spendensumme. Es ist also möglich mehrmals im Jahr unter 300 Euro zu spenden, die in der Steuererklärung anzugeben ohne einen Bescheid darüber. Ein Nachweis muss dennoch erbracht werden in Form eines Kontoauszugs, Überweisungsscheins, oder Belegs beim Online-Banking.

6. Wichtiger Tipp: Freibeträge nutzen

Wer mehr weiß, bekommt auch mehr Geld zurück. Zumindest bei der Steuererklärung ist das so, denn es gibt für viele Posten sogenannte Freibeträge. Durch Freibeträge unterstützt der Staat zum Beispiel Familien oder Alleinerziehende – wenn auch nur im geringen Maße. Dennoch werden jährlich die Freibeträge angehoben.

So gibt es zum Beispiel einen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Dieser wurde rückwirkend für 2020 angehoben. Oder die Übungsleiterpauschale für nebenberufliche Tätigkeiten, welche für das Jahr 2020 bei 2.400 Euro Freibetrag liegt und für das Jahr 2021 auf 3000 Euro angehoben wurde. Außerdem gibt es einen Ausbildungsfreibetrag. Eltern von volljährigen Kindern, die ausgezogen sind und in einer Ausbildung sind, aber für die es noch Kindergeld gibt, können Sonderbedarf für die Ausbildung anmelden. Der Freibetrag hierfür liegt bei 924 Euro (für das Jahr 2020).

7. Homeoffice Pauschale

Mitte Dezember 2020 wurde eingeführt, dass jeder Mensch, der auf Grund von Corona Zuhause arbeiten muss, auch ohne wirkliches Arbeitszimmer eine Pauschale absetzen. Für jeden Tag im Homeoffice, erkennt das Finanzamt fünf Euro pauschal an. Aber Achtung: Finanzämter werden vermutlich ganz genau darauf achten, ob man gleichzeitig eine Home-Office-Pauschale und eine Pendler-Pauschale für den gleichen Tag angibt. Das muss man natürlich sauber trennen und wahrheitsgemäß angeben.

8. Steuertipp zur Sonderzahlung Corona Beihilfe

Angestellte, die von Anfang März bis Ende Dezember 2020 Corona-Beihilfe vom Arbeitgeber erhalten haben, dürfen bis zu 1500 Euro davon steuerfrei behalten. Beim Erhalt von Kurzarbeitergeld sollte eine Nachforderung des Finanzamts mit eingeplant werden. Eltern erhalten bis zu 300 Euro Bonus pro Kind.

Foto-Quelle: Photo by Scott Graham on Unsplash

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