War das nicht was im vergangenen Jahr? Ach ja, der Corona-Crash ließ die Börsen erzittern. Viele sahen bereits Parallelen zur Weltwirtschaftskrise 1929, die die Welt für Jahre in den Abgrund stürzte. Aber was geschah dieses Mal? Nur ein Jahr später brechen wir alle möglichen Rekorde. Wir werfen einen kurzen Blick zurück und verraten, wie es jetzt weitergeht.

Der Dax nach dem Crash

Vom 19. Februar 2020 bis zum 19. März 2020 verlor der Deutsche Aktienindex Dax genau 40,1 Prozent. Der Index der 30 größten deutschen Werte stürzte dabei in Folge der Corona-Panik von 13.790 Punkte auf 8.258 Punkte ab. Dann folgte die schnelle Erholung. Denn es war doch alles nicht so schlimm wie befürchtet und die Politik sowie die Notenbanken pumpten fleißig Geld in den Wirtschaftskreislauf. Die Aktien stiegen wieder. Und wie. Heute, rund ein Jahr später stehen die wichtigen Aktienindizes dieser Welt fast allesamt höher als vor der Krise. So auch der Dax. Von seinem Tief erholte er sich bis auf rund 14.500 Punkte. Machte ein Plus vom Tiefpunkt von 75,6 Prozent. Selbst von seinem Niveau vor dem Absturz bei 13.790 Punkten legte der Dax immer noch um 5,2 Prozent innerhalb von 13 Monaten zu. Das hätte noch besser laufen können, ist allerdings nur etwas niedriger als die langfristige jährliche Wachstumsrate und in Anbetracht der Corona-Krise ein mehr als ordentlicher Wert.

Der Dow Jones nach dem Crash

Auch in den USA sieht alles nach weiterem Wachstum aus. Der Dow Jones war mit einem Rückgang von 38,5 Prozent aähnlich schwer betroffen, wie der Dax. Der Index der 30 wichtigsten US-Aktien stürzte dabei von etwa 29.560 Punkten bis auf 18.200 Punkte. Die Erholung setzte trotz hoher Corona-Zahlen sehr schnell und nachhaltig ein. Vom Tief gings relativ schnell und wuchtig hoch, bis auf rund 33.300 Punkte Mitte März 2021. Das macht ein Plus von 77,5 Prozent. Trotz Corona, trotz Unruhen im Land, trotz Präsidentenwechsel. Alles gut an den Märkten.

Die Tech Aktien

An dieser Stelle mal ein Bild des Nasdaq 100. Das ist der US-Index für Technologie-Aktien.

Quelle: tradingview.com (Stand: 10.03.2021)

Wir sehen, ja, auch im Corona-Crash ging es etwas stärker nach unten. Nämlich um 32 Prozent, um genau zu sein. Doch was passierte dann? Die Tech-Aktien setzten zu einer der größten Rallyes der Geschichte an. Vom “Corona-Boden” bei etwa 6.650 Punkten ging es bis auf 13.915 Punkte hinauf – ein Anstieg um 109 Prozent.

Gold und Bicoin nach dem Crash

Nicht nur bei den Aktien, sondern auch bei Gold und Bitcoin war in den vergangenen 13 Monaten einiges los. Schauen wir uns zusammen an, was passierte:

  • Gold startete bei 1641 US-Dollar in die Krise. Es ging kurzzeitig hin und her. Den Boden fand das Edelmetall bei 1453 USD. Macht einen moderaten Abschlag von 11,5 Prozent. Also deutlich weniger, als bei den Aktien. Dann stieg Gold rasant bis in den Sommer 2020 auf 2075 US-Dollar an. Macht einen Anstieg von 42,8 Prozent. Das war etwas weniger als bei Aktien, aber für den Goldmarkt dennoch ein starker Lauf. Seitdem korrigierte Gold wieder nach und nach bis auf etwa 1.700 Dollar, weil die Krise lamgsam auspendelte.
  • Bitcoin stürzte in der Krise erst massiv ab, bevor es zu einem sagenhaften Bullenmarkt kam. Wer sich das Bild unten anschaut, der sieht, dass der Corona-Crash nur klein sichtbar ist. Dabei war dieser Crash für den Bitcoin gewaltig. Denn die Kryptowährung Nummer Eins stürzte vom 18. Februar bis zum 13. März um 63 Prozent ein. Von knapp unter 10.000 Dollar ging es bis auf 3.800 Dollar. Doch dann folgte die Wende. Um 1371 Prozent stieg der Bitcoin (je nach Börse variiert das um ein paar Prozentpunkte) von etwa 3.800 Dollar bis auf 58.400 Dollar. Das hat sich mal gelohnt für die Kryptowährung.
Quelle: tradingview.com (Stand: 10.03.2021)

Was lernen wir daraus?

Ein Crash ereignet sich am Markt alle paar Jahre. Vorauszusehen ist er meistens nicht. Doch wer langfristig anlegt, der muss einen Crash nicht fürchten. Natürlich ist es unangenehm und macht nicht sonderlich viel Spaß, wenn das Depot rot leuchtet. Doch wer Durchahltewillen aufweist, eine gute Strategie und Zeit hat, der kauft in Krisen gute Aktien oder gute Assets nach. Und dazu muss gesagt werden: Der Corona-Crash erholte sich außergewöhnlich schnell. Es gab auch schon Krisen, die deutlich länger dauerten und zäher verliefen. Je länger ein Crash dauert, desto schwieriger ist es natürlich, durchzuhalten und seine Assets nicht im Verlust zu verkaufen. Es kann natürlich auch eine Strategie sein zu versuchen, bereits am Anfang des Crashs seine Positionen zu verkaufen und dann weiter unten wieder einzusteigen. Das ist sicherlich möglich, aber auch schwierig. Wer aber noch in der Ansparphase ist, der kann solche Zeiten dafür nutzen, seine Positionen auszubauen und nachzukaufen. Wer bald an sein Geld will, der sollte sich bereits vor dem Crash eine vernünftige Exit-Strategie überlegen.

Fotoquelle: Photo by Jack Anstey on Unsplash

Autor*in