Die US-Investmentfirma Ark macht mit Mega-Renditen auf sich aufmerksam. Was ist das Erfolgsrezept der Ark-ETFs? Und können deutsche Anleger davon profitieren?

Die Gründerin gilt als “Anti-Buffett”

Neulich haben wir euch aktive ETFs vorgestellt. Wer sich für diese relativ jungen Finanzprodukte interessiert, kommt an einer Frau aus Los Angeles nicht vorbei: Cathy Wood. Die 65-jährige US-Amerikanerin ist Gründerin und CEO der Investmentfirma Ark. Mit ihren börsengehandelten Fonds war Ark in den vergangenen Jahren extrem erfolgreich. Laut Capital ist das Flaggschiff der Firma, der Ark Innovation ETF, mit einem verwalteten Vermögen von rund 25 Milliarden US-Dollar mittlerweile der größte aktive ETF der Welt. Der Chefredakteur von Bloomberg News ernannte Wood im Jahr 2020 zum “Best Stock Picker”. Das heißt: Keiner hatte einen besseren Aktienriecher als Cathy Wood. Bleibt die Frage: Was ist ihr Erfolgsrezept?

Wood hat eine große Vorliebe für Tech-Unternehmen. Sie sucht gezielt nach jungen, wachstumsstarken Firmen mit hohem disruptiven Potenzial. Quartz bezeichnet sie deshalb als die “Anti-Warren Buffett”. Der legendäre 90-jährige US-Investor verfolgt eher eine konservative Anlagestrategie; mit seiner Firma Berkshire Hathaway investiert er nicht nur in Tech-Werte wie Apple, sondern gerade auch in etablierte Unternehmen wie die Bank of America, Coca Cola oder Verizon.

Ark-ETFs haben eine disruptive DNA

Cathy Wood hat mit Ark einen ganz anderen Ansatz. Im Portfolio ihrer Investmentfirma stehen Tesla (E-Autos), Square (Fintech), Roku (Streaming), Teladoc (Telemedizin), Baidu (chinesische Suchmaschine) und Spotify (Streaming) ganz oben. Der Erfolg scheint Wood Recht zu geben. Ihr Flaggschiff, der Innovation ETF, hat seit seiner Gründung 2014 um mehr als 500 Prozent an Wert gewonnen. Zum Vergleich: die A-Aktien von Buffetts Berkshire Hathaway legten im selben Zeitraum um 80 Prozent zu.

Aktuell bietet Ark fünf verschiedene aktiv verwaltete ETFs an. Der beliebteste ist der Innovation ETF (ARKK), der zu einem Zehntel aus Tesla-Aktien besteht. Auch im Autonomous Technology & Robotics ETF (ARKQ) und im Next Generation Internet ETF (ARKW) bildet der E-Auto-Pionier den Schwerpunkt. Der Genomic Revolution ETF (ARKG) setzt auf Unternehmen aus den Bereichen Telemedizin, Agrartechnologie und Gentechnik. Und der Fintech-ETF investiert in digitale Finanzpioniere wie Square oder PayPal.

Grenzen und Risiken der Strategie

Gleichwohl ist die Strategie nicht unfehlbar. So investierte Ark das Geld der Anleger mit seinem Fintech-ETF unter anderem in Wirecard. Der deutsche Zahlungsabwickler und DAX-Konzern entpuppte sich letztlich als Scheinriese; nach einem milliardenschweren Bilanzkonzern musste die Firma im vergangenen Jahr die Insolvenz anmelden; ihr Chef Markus Braun sitzt in Untersuchungshaft. Sicherlich ist dies ein Extrembeispiel, doch es verdeutlicht die Nachteile einer Anlagestrategie, die auf maximales Wachstum ausgerichtet ist. Viele Börsen-Hypes sind eben doch schnell wieder vorbei.

Grundsätzlich ist das Risiko einer Geldanlage bei den Ark-ETFs damit höher als bei breit gestreuten, hoch diversifizierten Produkten. Laut Finanzmarktexperten dürfte Wood mit ihren Ark-ETFs den Markt in Aufschwungphasen wahrscheinlich deutlich schlagen. Doch in schweren Zeiten könnten ihre Fonds noch schwerer einbrechen als die Benchmark. Das Jahr 2020 scheint diese These zu widerlegen, schließlich lief es auch in diesem Krisenjahr bestens für die Ark-ETFs. Allerdings war die Corona-Pandemie ein außergewöhnliches Ereignis, von dem inbesondere Tech-Unternehmen profitierten. Ob das in jeder künftigen Abschwungphase so sein wird, ist fraglich. Hinzu kommt die hohe Abhängigkeit von Tesla. Manche Analysten halten die Aktien für stark überbewertet. Kommt es zu einer Korrektur, würde das die Performance der Ark-Fonds schwer belasten.

Zudem zeigte sich Ende Februar und Anfang März, als viele Tech-Titel einige Prozente verloren, dass eben auch die Ark-ETFs deutlich nachgaben. Für langfristige und risikoorientierte Anleger ist das nicht schlimm. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass man mit den Ark-ETFs ein ordentliches Risiko eingeht.

In Deutschland sind die ETFs noch nicht erhältlich

Und dann gibt es da noch einen großen Haken an der Sache: Weil sie nicht nach der EU-Standards reguliert sind und der Anbieter bestimmte Dokumente nicht zur Verfügung stellt, sind die Ark-ETFs in Deutschland nicht zugelassen. Es gibt zwar Schlupflöcher und Ausnahmefälle, doch die sind mit hohen Zusatzkosten verbunden und damit in der Regel nicht erstrebenswert. Ob und wann die Ark-Fonds auch in Deutschland erhältlich sein werden, ist unklar. Anleger können theoretisch dennoch von Cathy Woods Aktienriecher profitieren, indem sie die Einzeltitel kaufen, die in den Ark-ETFs vertreten sind. Wie gesagt ist das eine Strategie mit guten Renditechancen, aber ebenso hohen Risiken. Anfängern würden wir davon definitiv abraten. Für sie ist es eher empfehlenswert, nach verfügbaren ETFs auf dem deutschen Markt zu suchen, die ein ähnliches Profil wie die Ark-Fonds mit ihrem Tech-Schwerpunkt aufweisen.

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