Wer die Krankenkasse wechselt, kann Hunderte Euro im Jahr sparen. Gerade für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen gibt es aber auch Nachteile.

Seit dem 1.1.2021 sind gesetzlich Versicherte in Deutschland nur noch 12 Monate an ihre Krankenkasse gebunden statt wie bisher 18 Monate. Das heißt, dass man die Krankenversicherung in Zukunft ähnlich wie die Kfz-Versicherung einmal im Jahr wechseln kann. Aber ist das wirklich für jeden die beste Option? Das sind die Vor- und Nachteile, wenn man die Krankenkasse wechselt.

Krankenkasse wechseln: Das sind die Vorteile

Schauen wir uns zunächst den Kostenfaktor an. Wer gesetzlich krankenversichert ist, zahlt in der Regel den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens im Monat an seine Krankenkasse, wobei die Hälfte davon der Arbeitgeber trägt. Dazu kommt noch der sogenannte Zusatzbeitrag. 2021 ist dieser in Folge der Corona-Krise bei vielen Krankenkassen gestiegen – im Schnitt sind es jetzt 1,3 statt 1,1 Prozent. Das betrifft Millionen Versicherte in Deutschland.

Allerdings unterscheidet sich der Zusatbeitrag von Anbieter zu Anbieter immer noch erheblich. Bei der hkk beträgt er 0,39 Prozent, bei der Barmer dagegen 1,5 Prozent. Ein Wechsel der Kasse kann sich finanziell also definitiv lohnen. Laut dem Vergleichsportal Check24 kann man mit einem Krankenkassenwechsel bis zu 500 Euro im Jahr sparen.

Wie findet man also die beste und preisgünstigste Krankenversicherung? Hierfür nutzt man am besten die Vielzahl an kostenlosen und unabhängigen Versicherungsvergleichsportalen im Internet. Zu den beliebtesten Portalen gehören Check24, Verivox und Ino24. Wer hier vergleicht, kann eine Menge Geld sparen.

Auf den genannten Online-Vergleichsportalen kann man alle Versicherungsprodukte auf dem Markt vergleichen und meistens auch gleich abschließen. Um die besten Angebote zu finden, sollte man dabei die Filterfunktionen nutzen und auf seine individuellen Bedürfnisse einstellen.

Der bürokratische Aufwand beim Wechsel ist mittlerweile ziemlich gering. Seit 2021 muss man nicht einmal mehr selbst eine Kündigung bei der alten Krankenkasse einreichen. Das passiert jetzt automatisch bei der Aufnahme in eine neue Krankenkasse. Laut der Verbraucherzentrale dauert der Wechsel zwischen zwei gesetzlichen Krankenkassen zwei bis drei Monate. Den Arbeitgeber muss man nur noch formlos über die Mitgliedschaft in der neue Krankenkasse informieren.

Nachteile beim Krankenkassenwechsel

Gleichzeitig hat es aber auch Nachteile, die Krankenkasse zu wechseln. Laut Verivox kann ein Krankenkassenwechsel gerade für Menschen mit Behinderungen, chronisch Erkrankte und Reha-Patienten durchaus negative Folgen haben. Wer sich etwa von seiner Krankenkasse einen Rollator oder eine Rampe für den Rollstuhl geliehen hat, muss diese Hilfsmittel bei einem Wechsel erstmal zurückgeben und sie beim neuen Versicherer erstmal wieder beantragen. Das kann eine gewisse Zeit dauern.

Auch beim Bezug von langfristigen Rezepten, Krankengeld oder Pflegeleistungen können Nachteile und Verzögerungen entstehen, wenn man die Krankenkasse wechselt. Daher sollte man unbedingt schon vor dem Wechsel rechtzeitig klären, ob die neuen Krankenkasse die Leistungen der alten Kasse übernimmt.

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