In 2020 performte die zweitgrößte Kryptowährung der Welt Ethereum deutlich besser als der Bitcoin. Zudem können Anleger jetzt mit dem Ethereum-Staking Zinsen bei Ethereum verdienen. Wir erklären, wie das Staking funktioniert, worauf man dabei achten sollte und wie viele Zinsen es dafür gibt.

Was bedeuten die Begriffe Ethereum und Staking?

Ethereum ist die zweitgrößte Kryptowährung der Welt. Von Vitalik Buterin bereits in seinen Grundzügen im Jahr 2013 erdacht, ging Ethereum in 2015 an den Markt und randalierte sich von einem Dollar pro Ether-Coin in 2016 auf auf 1425 Dollar im Januar 2018. Danach folgte ein langer und harter Bärenmarkt, bevor Ethereum im Januar 2021 wieder sein Allzeithoch von 1425 Dollar erreichen und sogar übertreffen konnte.

Ethereum ist dabei ganz anders als die führende Kryptowährung Bitcoin. Denn während man den Bitcoin als digitales Gold bezeichnen kann, ist Ethereum eher eine Plattform im Krypto-Universum. Denn viele ERC-20-Tokens – sprich andere Kryptowährungen – laufen auf der Ethereum-Blockchain. Durch Smart Contracts (intelligente Verträge) funktioniert unter anderem der DEFI (Dezentralisierte Finanzen)-Sektor. Und die Blockchain ermöglicht es dApps zu entwickeln. Das sind dezentrale Apps, die Programmierer über Ethereum laufen lassen können.

Gut, kommen wir nun zum Staking. Bislang gibt es im Blockchain-Bereich vor allem zwei Möglichkeiten, um eine Blockchain dezentral laufen zu lassen. Entweder durch den Proof-of-Work (Arbeitsnachweis) oder durch den Proof-of-Stake (Nachweis des Besitzes). Bitcoin funktioniert beispielsweise durch den Proof-of-Work was energielastig ist und die Skalierbarkeit beeinträchtigt. Ethereum setzte auch auf diese Art der Blockchain, startete aber im Dezember 2020 mit ETH 2.0. Durch dieses Update, was einige Jahre in Anspruch nehmen dürfte, stellt Ethereum das Netzwerk auf einen Proof-of-Stake-Algorithmus um. Deswegen können Anleger seit Dezember 2020 Ethereum-Staking betreiben und damit praktisch Zinsen verdienen.

Wie funktioniert Etherum Staking?

Ein Proof-of-Stake-Konsens funktioniert vereinfacht gesagt so: Alle Teilnehmer des Netzwerks (also alle die Coins der betreffenden Kryptowährung in ihrem Wallet haben) nehmen an der Überprüfung der Blockchain teil. Sie haben jetzt die Aufgabe, Transkationen durchzuführen und das Funktionieren der Blockchain zu gewährleisten. Per Zufall wählt der Algorithmus denjenige Nutzer aus, der den neuen Block findet, abschließt und dafür eine Belohung erhält. Je mehr Coins man von dieser Kryptowährung besitzt, desto wahrscheinlicher wird es, ausgewählt zu werden. Dann ist man ein sogenannter Validator.

Um ein Validator bei Ethereum 2.0 zu sein, braucht man 32 ETH. Das ist eine ganze Menge und würde aktuell deutlich mehr als 40.000 Dollar kosten. Wer früh in Ethereum eingestiegen ist, könnte das noch grade so hinbekommen. Doch auch für alle anderen gibt es gleich Abhilfe. Erst schreibt Ethereum aber, was ein Validator ist: “Als Validator sind Sie für das Speichern von Daten, das Verarbeiten von Transaktionen und das Hinzufügen neuer Blöcke zur Blockchain verantwortlich.”

Wer 32 ETH besitzt, der kann alleine Staken. Dafür benötigt man den Ethereum Launchpad. Zudem muss man als Validator Eth2 client (eine lokale Kopie der Blockchain) auf seinen Computer laden. Über diesen Link erfährst du alles weitere, falls du 32 ETH hast und sie staken möchtest (achte später im Text noch auf Vorteile und Nachteile vom Ethereum Staking).

Wenn du keine 32 ETH besitzt, dann kannst du dennoch staken. Zwar kannst du es dann nicht alleine machen, so wie oben beschrieben, denn du bist auf einen Pool angewiesen. Es gibt ein paar Anbieter (vorher unbedingt auf Seriosität prüfen!), die es dir ermöglichen, dort deine ETH einzuzahlen. Der Anbieter bündelt die erhaltenen Coins dann zu Gruppen von 32 ETH und ermöglicht so das Staking. Anteilig bekommst du dann deine Rewards. Es gibt verschiedene Anbieter, doch einige große Kryptobörsen bieten ebenfalls Pool-Lösungen zum Ethereum Staking an.

Was du sonst noch alles zum Staking von Ethereum wissen musst, erfährst du auf der Seite der Ethereum Foundation.

Vorteile

  • Wer Ethereum besitzt und an die Zukunft der Kryptowährung glaubt, der kann mit seinen vorhandenen Coins Zinsen verdienen
  • Ohne etwas zu tun sichert man somit das Netzwerk ab, tut etwas für die Community und erhält dafür eine Belohung
  • So ist man nicht nur auf die reine Kurssteigerung der Kryptowährung angewiesen, sondern erhält noch mehr Rendite
  • Wenn der Kurs der Währung fällt, so kann man mit den Staking Zinsen diesen Verlust immerhin ausgleichen oder abpuffern
  • Für den gesamten Markt hat es den Vorteil, dass die gestakten Coins nicht sofort verkauft werden können. Je mehr ETH in Smart Contracts zum Staking eingezahlt wurden, desto weniger Liquidität ist auf dem Markt, was den Preis potentiell nach oben treiben kann, weil es weniger Verkäufer gibt

Nachteile

  • Ethereum befindet sich in einem Update auf ETH 2.0. Solange dieses Update läuft, kann man zwar ETH in Staking Pools einzahlen, sie aber aktuell noch nicht abheben. Das muss man unbedingt bedenken. Wer Coins aktuell (Februar 2021) beim ETH-Staking einzahlt, muss darauf warten, dass das Update abgeschlossen wird. Im schlimmsten Fall wird das nie passieren und man verliert seine Ethereum
  • Zudem kann man auf betrügerische Staking-Anbieter hereinfallen und seine Coins teilweise oder ganz verlieren. Deswegen muss man vorher unbedingt prüfen, welche Software oder welchen Anbieter man verwendet
  • Zudem können es auch technische Probleme sein, die dich vom Staking abhalten und dich somit die Belohnung oder sogar einen Teil deiner Coins kosten. Wer teilnehmen möchte, wessen Software aber dann versagt, der kann von der Blockchain abgestraft werden. Prüfe daher vorher, ob dein Setup zum Ethereum Staking professionell ist oder eben nicht

Fazit zum Ethereum Staking

Das Ethereum Staking kann sich auf jeden Fall lohnen, wenn man einen seriösen Anbieter findet oder selbst ein Validator mit einem guten technischen Setup ist. Aktuell (Februar 2021) gibt es 9,5 Prozent Zinsen mit dem Staking pro Jahr, was ein ordentlicher Betrag ist. Wer die Zinsen verfolgen möchte, der schaut selbst direkt bei der Ethereum Foundation nach oder informiert sich auf stakingrewards. Etwas Unsicherheit gibt es noch, weil man die gestakten ETH noch nicht wieder abheben kann. Falls beim Update von ETH 2.0 etwas schiefgeht, könnte das ungünstig für Anleger sein. Zudem kann man nicht schnell verkaufen und auf den Markt reagieren, wenn man staked. Wer seine Coins aber langfristig halten möchte, das Netzwerk unterstützen möchte und auf gute Anbieter setzt, der kann mit den Belohnungen hübsche Zinsen verdienen.

Fotoquelle: Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

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