Der Höhenflug der Kryptowährungen geht weiter: In dieser Woche übersprang der Bitcoin erstmals die Schwelle von 50 000 Dollar. Nicht nur Tesla-Gründer Elon Musk, sondern auch große Banken springen jetzt auf den Krypto-Zug auf.

Ein digitaler Goldrausch

Einst führten Kryptowährungen ein Schattendasein in der Finanzwelt. Sie genossen wegen mancher illegaler Aktivitäten einen zweifelhaften Ruf und galten als Nischenprodukt für eine verschwindend kleine Zielgruppe. Doch damit ist es längst vorbei. Tesla-Chef Elon Musk enthüllte vergangene Woche, dass seine E-Auto-Firma 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert habe. Zudem wolle Tesla die Kryptowährung bald auch als Zahlungsmittel akzeptieren. Der Bitcoin-Kurs sprang infolge dessen auf ein neues Rekordhoch. Ein Bitcoin ist mittlerweile mehr als 50 000 Dollar (das heißt knapp 40 000 Euro) wert. Vom “digitalen Goldrausch” ist mittlerweile schon die Rede.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass nun auch traditionelle Finanzinstitutionen auf den Krypto-Zug aufspringen. Bloomberg berichtet, dass die US-Bank Morgan Stanley prüft, künftig in Kryptowährungen zu investieren. Und sie ist mit diesen Überlegungen nicht allein. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums plant auch die Deutsche Bank die Einführung einer eigenen Kryptoabteilung. Konkret geht es dem Bericht zufolge darum, eine weltweite “Plattform für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte” zu schaffen. Bislang seien die Pläne noch in der Konzeptphase; bis zum Jahresende 2021 soll es einen Prototypen geben, der dann umfassend getestet werden kann.

Die Deutsche Bank plant eine Brücke zwischen Kryptowährungen und traditionellem Banking

Ziel sei letztlich eine offene Banking-Plattform, auf der private und institutionelle Kunden digitale Vermögenswerte verwahren und mit Kryptowährungen handeln können. Dabei soll es möglich sein, digitale Assets über Partnerschaften mit Brokern, Emittenten und Börsen zu kaufen und zu verkaufen. Die WEF-Analysten nennen das Konzept der Deutschen Bank daher eine “Brücke zwischen digitalen Vermögenswerten und traditionellen Bankdienstleistungen“.

Damit könnte die deutsche Großbank eine Marktlücke besetzen. Viele Menschen scheuen sich nämlich noch vor digitalen Währungen, weil sie Sicherheitslücken fürchten und den weitgehend unbekannten Online-Börsen das Vertrauen fehlt, das traditionelle Banken bei ihren Kunden über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben. Ein Krypto-Wallet bei einer klassischen Bank könnte ihnen das Beste aus beiden Welten bieten.

Das Potenzial ist riesig. Mittlerweile sind weltweit allein mehr als 400 Milliarden Dollar in Kryptowährungen investiert. Zudem erproben Staaten die Einführung digitaler Währungen. Die chinesische Zentralbank führt in diesem Jahr einen digitalen Yuan ein; auch die EZB treibt ein ähnliches Forschungsprojekt voran. Die Transformation der Finanzwelt könnte also gerade erst begonnen haben.

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