Experten sind sich einig: Nach dem schweren Wirtschaftscrash im Vorjahr wird es 2021 wieder aufwärts gehen. Wie schnell sich die Konjunktur erholt, hängt aber von einer Reihe von Faktoren ab.

Mit Prognosen ist es so eine Sache. Vor genau einem Jahr lautete der Konsens der Analysten, dass sich die Weltwirtschaft nach dem schwachen Jahr 2019 langsam erholt. Nun ja, es kam anders. Eine Jahrhundert-Pandemie brach über die Welt herein und sorgte für den schwersten Wirtschaftseinbruch seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Das zeigt, dass man jede Vorausschau mit einer gesunden Skepsis betrachten muss. Manchmal ändern sich die Dinge eben auf unvorhergesehene Weise schlagartig. Das schreiben auch die Experten von Deutsche Bank Research in ihrem Jahresausblick für 2021. Auf der Grundlage von Daten und Beobachtungen geben Sie dennoch fundierte Einschätzungen ab, die für Anleger wichtig sind. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht möchten wir hier vorstellen.

Die Pandemieentwicklung bestimmt den Konjunkturverlauf

Wie bereits im Vorjahr wird die Konjunktur im Jahr 2021 wesentlich vom Verlauf der Corona-Pandemie abhängen. Deutschland befindet sich seit der Jahreswende im zweiten harten Lockdown. Der Einzelhandel, die Gastronomie und Hotels sind geschlossen; auch die Reise- und Veranstaltungsbranche leidet schwer unter den Beschränkungen. Der Lockdown zeigt mittlerweile Wirkung, die Infektionszahlen sind seit Weihnachten wieder deutlich gesunken. Allerdings gibt es die Befürchtung, dass aggressivere Virus-Mutanten auch in Deutschland für eine dritte Welle sorgen könnte. Wahrscheinlich wird die Politik viele Pandemie-Einschränkungen daher noch bis in den März hinein verlängern.

Natürlich ist das für die Wirtschaft ein denkbar schlechter Start ins Jahr. Der Lockdown drückt auf den Konsum; zudem sind viele Unternehmen auf staatliche Stützen angewiesen, um zu überleben. Immerhin ist die industrielle Produktion diesmal nicht so stark beeinträchtigt ist wie beim ersten Lockdown.

Konjunktur 2021: Die Impfung ist der größte Hoffungsträger

Klar ist: Bleiben die Infektionszahlen hoch, wirkt sich das negativ auf die Konjunktur aus. Gleichzeitig gibt es aber auch einen gegenläufigen Faktor: die Impfung. Bisher sind nur knapp drei Prozent der Bundesbürger gegen Covid-19 geimpft werden. Wenn es in den nächsten Monaten immer mehr Menschen werden, wovon auszugehen ist, dürfte sich das positiv auswirken. “Im weiteren Jahresverlauf könnte sich die Stimmung verbessern, wenn die Hoffnung aufkommt, dass die Impfstoffe die Konjunktur ankurbeln und auch das Leben der Menschen erleichtern”, heißt es im Bericht von DB Research.

Würde man die erwartete Konjunktur 2021 aufzeichnen, erinnert die Linie an das Logo von Nike. Nach einem Einbruch im Frühjahr soll sich laut den Prognosen im weiteren Jahresverlauf ein konstanter Aufwärtstrend einstellen. Für das gesamte Jahr gehen die Analysten von einem Wirtschaftswachsum von 4,5 Prozent aus. Im Vorjahr schrumpfte die Wirtschaft noch um 5,5 Prozent. Die deutsche Wirtschaft würde ihr Vor-Pandemie-Niveau damit im dritten Quartal 2021 erreichen.

Die Schwellenländer werden wichtiger

Gleichzeitig gehen die Experten von einer kräftigen Erholung des Welthandels aus. Laut DB Research wird der Wert der weltweiten Warenexporte in diesem Jahr um 9,8 Prozent zum Vorjahr zulegen. Für die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft sind das gute Nachrichten.

Mit Blick auf die wichtigsten deutschen Exportmärkte zeichnen sich bemerkenswerte Verschiebungen ab. Dazu heißt es im Bericht von DB Research: “Die Corona-Krise verstärkt einen Trend der letzten Jahre: Die Emerging Markets gewinnen an Bedeutung.” Dies gelte in Asien vor allem für China und Südkorea und in Europa vor allem für Polen und Tschechien.

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