Das neue Jahr bringt für Steuerzahler erfreuliche Entlastungen, aber auch zusätzliche Abgaben mit sich. Bleibt am Ende mehr Netto vom Brutto übrig? Ein Überlick.

Steuerentlastungen 2021 – die wichtigsten Änderungen

  • Solidaritätszuschlag

Lange hat die Politik um die Abschaffung der Sondersteuer gerungen, die 1991 zur Finanzierung der deutschen Einheit eingeführt wurde. Nach nunmehr zwanzig Jahren wird der Soli nun zumindest für einen Großteil der Steuerzahler abgeschafft. Das bedeutet, dass der Zuschlag von 5,5 Prozent auf die Einkommenssteuer künftig für die meisten Bundesbürger entfällt. Weiter zahlen müssen Singles, die mehr als 6000 Euro brutto im Monat verdienen. Laut Berechnungen von Experten werden Steuerzahler durch den Soli-Abbau um bis zu 900 Euro jährlich entlastet.

  • Kindergeld und Freibeträge

2021 steigen die Kinderfreibeträge insgesamt von 7812 Euro auf 8388 Euro je Kind. Sie setzen sich aus dem Kinderfreibetrag und dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf zusammen. Das bedeutet, dass Eltern 576 Euro im Jahr mehr übrig bleibt. Zudem wird das Kindergeld erhöht: Ab Januar gibt es monatlich 15 Euro mehr pro Kind. Für das erste und zweite Kind steigt das Kindergeld damit auf 219 Euro, für das dritte Kind auf 225 Euro und ab dem vierten Kind auf 250 Euro.

  • Einkommensteuer

Für alle Steuerzahler steigt 2021 der Grundfreibetrag von 9408 Euro auf 9744 Euro im Jahr. Erst darüber werden Steuern auf das Einkommen fällig. Unterm Strich bleiben dadurch 336 Euro mehr Netto vom Brutto übrig.

Homeoffice lässt sich jetzt besser von der Steuer absetzen

  • HomeofficePauschale

Wegen der Corona-Pandemie haben viele Arbeitnehmer 2020 zum ersten Mal für längere Zeit von zu Hause aus gearbeitet. Das schlägt sich nun auch in steuerlichen Begünstigungen nieder. Für 2020 und 2021 sollen Arbeitnehmer bis zu fünf Euro pro Tag im Homeoffice von der Steuer absetzen können. Maximal soll dies für 120 Arbeitstage gelten. Das macht eine Einsparung von höchstens 600 Euro. Andererseits entfällt dafür der Anspruch auf die Pendlerpauschale. Experten empfehlen, dass man sich eine Bescheinigung vom Arbeitgeber für die Steuererklärung einholt.

  • Ehrenamtsfreibetrag

Wer sich freiwillig sozial engagiert, muss in Deutschland weniger Steuern bezahlt. Dabei wird der Ehrenamtsfreibetrag 2021 von 720 Euro auf 840 Euro erhöht.

Hier steigen Steuern und Abgaben 2021

  • Mehrwertsteuer

Nach dem Corona-Crash hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr temporär gesenkt, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Doch damit ist es nun vorbei. Die Mehrwertsteuer steigt für die meisten Produkte wieder von 16 auf 19 Prozent. Die Preise im Einkauf werden damit in der Regel teurer.

  • CO2- und Kfz-Steuer

Ab dem 1. Januar 2021 gilt in Deutschland eine CO2-Steuer. 25 Euro pro verursachter Tonne CO2 müssen Unternehmen dann bezahlen, wenn sie sie Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas verkaufen. Das haben Autofahrer an der Tankstelle sofort gemerkt: Am Neujahrstag stieg der Preis für Benzin um 7 Cent pro Liter und für Diesel um 7,9 Cent. Außerdem gibt es Änderungen bei der Kfz-Steuer. Künftig werden Neuwagen stärker nach ihrer Klimabilanz besteuert. Wer viel verbraucht und damit viel CO2 ausstößt, muss mit höheren Abgaben rechnen. Emissionsarme Autos sollen dagegen begünstigt werden.

  • Sozialabgaben

Zum Jahreswechsel sind bei vielen Krankenkassen die Zusatzbeiträge gestiegen, wovon Millionen Versicherten betroffen sind. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich von 1,1 auf 1,3 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen diesen je zur Hälfte. Hinzu kommt der allgemeine Beitragssatz, der weiter 14,6 Prozent beträgt.

Steuerentlastungen 2021 – was bleibt unterm Strich?

Alles in allem gibt es eine erfreuliche Nachricht für Steuerzahler: 2021 dürften die meisten mehr von ihrem Lohn behalten dürfen. Nach Berechnungen des Finanzdienstleisters Datev wird ein Single mit einem Monatseinkommen von 3500 Euro brutto insgesamt um 507 Euro entlastet. Für manche Einkommensgruppen sind sogar mehr als 1000 Euro mehr Netto vom Brutto drin.

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