Trump ist weg, der Impfstoff ist da! Nach dem Krisenjahr 2020 sind die Aussichten für die wirtschaftliche Erholung 2021 deutlich besser geworden. Experten erwarten allerdings einen sehr ungleichmäßigen Wiederaufschwung, wie ein neuer Bericht zeigt.

Leider beginnt 2021 so, wie 2020 endete: das Corona-Virus grassiert, Schulen und Geschäfte sind geschlossen, viele Unternehmen leiden unter den Folgen der Pandemie. Trotzdem gibt es für Anleger Grund zum Optimismus.

Trump ist weg, der Impfstoff ist da

Erstens ist in den Vereinigten Staaten die chaotische Amtszeit von Donald Trump zu Ende gegangen. Joe Biden wurde am Mittwoch als neuer US-Präsident vereidigt. Weil seine Demokraten bei Senatswahlen in Georgia zwei wichtige Erfolge erringen konnten, kann Biden zunächst ungehindert regieren kann. Er verspricht neben einer effektiveren Pandemiebekämpfung ein großes Investitionsprogramm für grüne Technologien

Zweitens läuft die Impfkampagne gegen Covid-19 an. In Rekordzeit haben Wissenschaftler, Unternehmen und Behörden wirksame Impfstoffe gegen das Virus entwickelt und zugelassen. Nach anfänglichen Lieferengpässen kommt es nun darauf an, dass möglichst viele Impfstoffe möglichst weit verbreitet werden. 

Börsen im Allzeithoch

Die Börsen reagieren euphorisch auf diese Entwicklungen. Sowohl der DAX als auch der Dow Jones erreichten zuletzt ein neues Allzeithoch. Der deutsche Leitindex sprang erstmals in seiner Geschichte über 14 000 Punkten und hat damit mittlerweile sein Vorkrisenniveau übertroffen. 

Ist die Krise also vorbei? Leider lautet die Antwort Nein. Eine Herdenimmunität wird in Europa wahrscheinlich erst Ende 2021 erreicht. Sollte die Wachsamkeit vor dem Virus zuvor nachlassen, droht eine dritte Welle, heißt es in einem Bericht von Deutsche Bank. Sie könnte die Gesundheitssysteme der Staaten endgültig überlasten und zu neuen harten Gegenmaßnahmen führen, was wiederum die wirtschaftliche Erholung erschwert.

Der Konjunkturverlauf ähnelt einem großen W

Die konjunkturelle Entwicklung nimmt durch das unberechenbare Pandemiegeschehen eine ungewöhnliche Form an. Nach dem steilen Einbruch der Wirtschaftsleistung im Frühjahr 2020 folgte im Sommer ein deutlicher Wiederaufschwung. Die zweite Virus-Welle im Winter inklusive neuer Lockdowns sorgte dann wieder für eine Delle. Anfang 2021 geht es vor allem dank des Impfstarts nun wieder aufwärts. Für das angebrochene Jahr rechnet die Deutsche Bank nun in der Eurozone mit einem Wachstum von 5,6% (2020: -7,4 %). Die wirtschaftliche Erholung ähnelt damit dem Buchstaben W.

Allerdings wird der Wiederaufschwung ungleichmäßig verlaufen. “Sektoren wie der Tourismus werden langsamer zur Normalität zurückkehren als andere wie Finanzdienstleistungen oder die Landwirtschaft”, schreiben die Experten der Deutschen Bank. Hinzu kommt, dass staatliche Investitionen in Europa und den USA vor allem in grüne, energieeffiziente Technologien fließen sollen. Die Abkehr von fossilen Energieträgern dürfte 2021 damit deutlich an Fahrt gewinnen. Anleger sollten sich darauf einstellen.

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