Das Modell Mehrgenerationenhaus erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder, bietet das Zusammenleben von Oma, Opa, Eltern und Kindern doch nicht nur finanzielle Vorteile, sondern schafft auch im Alltag Abhilfe. Wir schauen jetzt darauf, wie ein Mehrgenerationenhaus funktioniert, wie man dieses Vorhaben finanziert und was es Wissenwertes dazu gibt.

Was sind Vorteile eines Mehrgenerationenhauses?

In einem Mehrgenerationenhaus wohnen zumeist die Großeltern mit ihren Kindern und den Enkeln zusammen. Aber auch Eltern, die mit ihren erwachsenen Kindern zusammenleben oder Onkel und Tante mit ihren Neffen und Nichten sind denkbare Konstellationen eines Mehrgenerationenhauses. Dabei wollen diese Familien zusammenleben, weil es handfeste Vorteile für diese Form des Wohnens gibt.

Zum einen besteht der Vorteil für die älteren Generationen darin, nicht alleine zu wohnen und dadurch nicht auf sich selbst gestellt zu sein. Die Familie kann im Alltag, bei medizinischen Notfällen und der Pflege unterstützen und dabei sogar Geld sparen. Zudem kann die Vermögensübertragung durch Schenkungen an die Jüngeren ebenfall schon eine Rolle spielen. Solche Aspekte sollte man aber immer mit dem Steuerberater abklären.

Für die jüngere Generation besteht der Vorteil in der Entlastung durch Oma und Opa. Oft muss die mittlere Generation Kinderbetreuung und Karriere unter einen Hut bringen. Genau hier können Oma und Opa helfen, indem sie auf die Kinder aufpassen oder Teile des Haushalts erledigen. Es gibt also sowohl finanzielle als auch soziale Vorteile.

Wie finanziere ich ein Mehrgenerationenhaus?

Grundsätzlich unterscheidet sich der Kauf eines Mehrgenerationenhauses natürlich nicht vom Kauf einer anderen Immobilie. Als Faustformel sollten Käufer ungefähr 20 Prozent der Kaufsumme als Eigenkapital mitbringen. Doch auch unter diesem Wert ist eine Finanzierung möglich, nur werden die Konditionen dann vermutlich etwas teurer. Zudem bleiben die Nebenkosten bestehend aus der Grunderwerbssteuer, dem Notar, des Amtsgerichts und der Maklergebühren erhalten. Diese kann man sich natürlich in der Familie aufteilen, was eventuell zu einer Entlastung führt.

Außerdem sollten Familien sich vor dem Kauf zusammensetzen und überlegen, welche Art von Immobilie man braucht und wie sich die Kosten tragen lassen. Insgesamt muss ein Mehrgenerationenhaus nicht zwingend günstiger sein, als wenn jeder seine eigene Immobilie erwirbt. Aber natürlich kann es zu verschiedenen Synergie-Effekten kommen, wenn mehrere Parteien ein Haus zusammen kaufen. Hier spielt dann auch eine Rolle, ob alle Parteien Käufer sind, oder ein Familienteil die Immobilie erwirbt und einen Teil des Objekts an andere Familienangehörige vermietet. Auch hier sind verschiedene Modelle denkbar.

Worauf muss ich bei diesem Immobilien-Thema sonst noch achten?

Zuallererst ist es wichtig, sich mit allen betroffenen Personen aus der Familie zusammenzusetzen. Schließlich sollte man das spätere Zusammenleben gut planen und einige Eckpunkte festhalten. Auch die finanziellen Aspekte sollten vorher minutiös geplant, aufgeschrieben und später auch eingehalten werden. Denn sonst könnte es bei diesem heiklen Thema durchaus auch mal zu Streitigkeiten kommen.

Zudem muss man sich die Frage stellen, wie viel Platz man in der Immobilie braucht und wie sie aufgeteilt sein sollte. Denkbar sind schließlich nicht nur Doppelhaushälften, sondern auch Mehrfamilienhäuser mit verschiedenen Wohnungen oder ein Einfamilienhaus samt Einliegerwohnung. Das alles sollte man vorher besprechen, festhalten und auch mit seinem Bankberater und dem Steuerberater absprechen, damit am Ende das beste Ergebnis für alle feststeht.

Wir haben also gesehen, dass das Thema Mehrgenerationenhaus viele interessante Aspekte bietet, aber auch sehr viele Fragen aufwirft. Aus diesem Grund gibt es den Podcast Zeit zu fragen. In Folge #16 geht es um die wichtigsten Fragen rund um das Thema Mehrgenerationenhaus. Ein Experte erklärt zu diesem Thema, worauf alle Interessierte achten sollten, wie die Finanzierung funktioniert und welche Fördermöglichkeiten es vom Staat dafür gibt.

All das und viele weitere spannende Tipps und Infos bekommst du im Podcast Zeit zu fragen. Hier interviewt Kleingeldheld Marian Kopocz regelmäßig einen Experten der Deutschen Bank zu verschiedenen wichtigen Themen. Hör jetzt rein.

Fotoquelle: Photo by todd kent on Unsplash

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