Zum Jahreswechsel ist es wieder soweit: Die Dividendensaison steht bevor. Wegen der Corona-Pandemie gab es 2020 für Anleger wenig zu feiern. Doch wie steht es um die Dividenden 2021 im DAX? Wo gibt es im kommenden Jahr am meisten zu holen? Ein Überblick.

Insgesamt werden Dividenden auch 2021 sinken

2020 schütteten die 30 DAX-Konzerne ganze 34,1 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Aktionäre aus. Das klingt fantastisch – ist aber tatsächlich ein deutlicher Rückgang zum Vorjahr. 2019 zahlten die größten deutschen Börsenunternehmen insgesamt 38,5 Milliarden Euro aus, also 11,4 Prozent mehr als in diesem Jahr. Der Grund dafür ist offensichtlich: die Corona-Krise hielt die Weltwirtschaft über das ganze Jahr hinweg in Atem; die Umsätze und Gewinne vieler Unternehmen gingen im Zuge der Lockdowns deutlich zurück. Einige DAX-Firmen senkten daher ihre Dividende oder strichen sie komplett. Die große Frage ist nun: Wie steht es um die Dividenden 2021?

Die schlechte Nachricht zuerst: laut einer Handelsblatt-Prognose werden die Dividenden im DAX auch 2021 sinken, aber weniger stark als 2020. Die gute Nachricht: Trotz der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten dürfte laut Handelsblatt jeder zweite DAX-Konzern an seiner Vorjahresausschüttung festhalten – oder sie sogar steigern.

Die besten Dividenden 2021

Im Folgenden stellen wir deutsche Unternehmen vor, die nach Ansicht von Experten 2021 die höchste Dividende versprechen. Endgültige Zahlen werden wohlgemerkt erst im Frühjahr feststehen, wenn die Unternehmen ihre Geschäftsberichte vorlegen.

Trotz der Corona-Krise werden einige DAX-Konzerne nach übereinstimmenden Schätzungen ihre Dividende 2021 erhöhen. Das liegt zum einen daran, dass ihr Geschäft von den Folgen der Pandemie nicht so stark betroffen war. Zum anderen verfolgen viele Unternehmen eine langfristige Dividendenpolitik, die eine kontinuierliche Steigerung als Belohnung für Anleger und Investoren vorsieht.

Das trifft zum Beispiel auf Fresenius zu. Der Medizintechnik-Konzern aus Bad Homburg wird die Dividende 2021 aller Voraussicht nach zum 28. Mal in Folge erhöhen. Nach 1,30 Euro pro Aktie im Vorjahr erwarten Experten 2021 etwa 5 Cent mehr. Ebenfalls mit einem moderaten Dividendenplus ist bei den Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen (2020: 0,90 Euro) und Vonovia (1,57 Euro) sowie den Energiekonzernen Eon (0,46 Euro) und RWE (0,80 Euro) zu rechnen. Ebenfalls gute Dividenden-Aussichten gibt es bei Merck (1,30 Euro) und der Deutschen Post (1,20 Euro).

Deutschlands führendes IT-Unternehmen SAP steigert seine Dividende seit Jahren kontinuierlich. Trotz Problemen im vergangenen Geschäftsjahr ist davon auch 2021 auszugehen. Experten schätzen, dass die Dividende im kommenden Jahr um 12 Cent auf 1,70 Euro steigen wird. Die Allianz-Versicherung zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Dividendenlieferanten in Deutschland. 2021 dürfte keine Ausnahme sein, Nach 9,60 Euro im Jahr 2020 rechnen Experten damit, dass die Dividende der Allianz zumindest stabil bleibt. Ein Sprung über die 10-Euro-Marke ist zwar möglich, aber unwahrscheunlich.

Bei Autobauern sind Einbußen zu erwarten

Bei einigen anderen DAX-Unternehmen sind die Aussichten für Dividendenjäger dagegen trüber. Die Deutsche Bank hat ihren Aktionären 2020 keine Dividende ausgezahlt. Sie folgte damit einer Empfehlung der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin. 2021 dürfte es dabei bleiben. Auch beim Neuling Delivery Hero wird es für Anleger keine Dividende zu holen geben. Das junge Unternehmen ist in der Wachstumsphase und investiert daher vorrangig in die Expansion. Eine Dividende gab es beim Essenslieferdienst daher bisher noch nicht.

Auf Einschnitte müssen sich die Aktionäre nach Ansicht von Experten bei den deutschen Autobauern einstellen, die durch die Corona-Krise deutlich weniger Autos verkauft haben und ohnehin durch die Mega-Trends Digitalisierung und E-Mobilität unter Anpassungsdruck stehen. Die Dividende bei Daimler (2020: 0,90 Cent), BMW (2,50 Euro) und VW (4,86 Euro) dürfte daher deutlich sinken. Sie wird sich unter Umständen in manchen Fällen sogar halbieren.

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