Wie man mit Geld richtig umgeht – diesem Geheimnis geht Philipp J. Müller in seinem neuen Buch „Geldrichtig“ auf den Grund. Sparen, Konsum, Aktien, Schulden: In einem Rundumschlag beschäftigt der Unternehmer sich mit den unterschiedlichsten Finanzthemen und gibt unter anderem sein in vielen Jahren erworbenes Börsenwissen an die Leser weiter. Das haben wir uns zum Anlass genommen, sieben eigene Börsentipps für echte Kleingeldhelden aufzustellen.

1. Fang an

„Ich sollte mal…“. So fängt es an. Und schon schiebt man wichtige Entscheidungen gerne viel zu lange vor sich her. Dabei ist es nie zu früh, sich an der Börse zu betätigen. Denn schließlich gibt es auf dem Sparbuch dank Niedrigzinsen schon lange keine Erträge mehr, während die Aktienmärkte dieser Welt seit Jahren steigen, steigen, steigen. Wertpapiere gehören heute wie selbstverständlich zum Teil der Altersvorsorge. Natürlich solltest du aber nicht einfach ins Blaue schießen. Anzufangen bedeutet nicht, dass du noch heute deine erste Aktie kaufen musst. Allerdings solltest du anfangen, dich aktiv mit dem Thema Börse zu beschäftigen, um dann bald als Investor tätig werden zu können.

2. Miss deinen Fortschritt

Wenn du deine Börsenkarriere gestartet hast, solltest du regelmäßig überprüfen, wie viel Gewinn bzw. Verlust du bisher gemacht hast. Häufig täuscht einen das eigene Gefühl dabei, da man sich lieber an die positiven als an die negativen Transaktionen erinnert. Eine Übersichtsliste, beispielsweise in Excel, kann dir helfen, die Werte deiner Investments immer im Auge zu behalten. Du siehst immer, wo du im Plus und wo im Minus bist. Außerdem erkennst du so, von welchen Aktien du dich vielleicht trennen solltest, oder wo sich ein Nachkauf lohnen könnte.

3. Tausch dich aus

Geteilte Freude ist doppelte Freude. Das gilt auch beim Investieren. Wenn du dich mit Freunden oder der Familie über Aktien unterhältst, bist du wahrscheinlich motivierter, am Ball zu bleiben. Du erfährst Neues, kannst dein Wissen weitergeben, und hast im Börsendschungel ein paar Helfer beim Navigieren. Außerdem kann eine fremde Meinung als „Reality Check“ dienen: Wenn du dich in eine schlechte Idee verrannt hast, ohne es selbst zu merken, bringt dich ein externer Ratschlag vielleicht wieder auf den richtigen Weg.

4. Rational, nicht emotional

Meist ist man bei Aktien auf der Suche nach dem nächsten großen Ding, mit dem man den Markt schlagen und sich vielleicht auch ein wenig den anderen Anlegern überlegen fühlen kann. Solide, althergebracht und dadurch oft etwas langweilig anmutende Unternehmen lösen dagegen wenig Emotionen aus und es fällt schwerer, sich dafür zu begeistern. Trotzdem gilt: Man sollte Investmententscheidungen nicht emotional, sondern rational treffen. Schau die die Zahlen an, lies Analystenmeinungen, informiere dich über die operativen Tätigkeiten des Unternehmens. Diese Daten bilden die Grundlage für eine informierte Entscheidung.

5. Kaufe, was DU willst

Gerade haben wir dir von emotionalem Verhalten abgeraten. Jetzt kommt aber doch noch einmal das Bauchgefühl ins Spiel. Für eine Entscheidung zum Kauf reicht dieses alleine nicht. Es kann aber als Sicherheitsnetz dienen, um unkluge Investments zu verhindern. Wenn alles für eine Aktie spricht, aber du einfach ein schlechtes Gefühl dabei hast: Lass die Finger davon. Das nächste, bessere Investment wartet bestimmt schon auf dich.

6. Mit Geduld und Spucke

Wenn du im Aktienhandel Blut geleckt hast, dann willst du wahrscheinlich nichts lieber tun, als deine Kursgewinne bei einer Aktie sofort mitnehmen und dich gleich auf das nächste Papier stürzen. Je öfter du deine Investments kaufst, verkaufst und neu arrangierst, desto besser. Du fühlst dich wie Gordon Gekko oder der Wolf of Wallstreet. Eine alte Börsenweißheit besagt jedoch, dass man an der Börse sein Geld nicht mit dem Hirn, sondern mit dem Hintern verdient. Heißt: Denke langfristig und bewahre Ruhe. Wenn die Kurse fallen solltest du nicht sofort kalte Füße bekommen und dein Investment über Bord werfen. Das gleiche gilt bei steigenden Kursen. Langfristig ist vielleicht noch mehr drin. An der Börse hilft ein langer Atem. Angenehmer Nebeneffekt: Wenn du dir ein entspanntes Leben machst, sparst du dir außerdem die Trading-Gebühren, die bei jeder Transaktion anfallen.

7. Schau über den Tellerrand

Wahrscheinlich weißt du längst, dass es bei Aktien darauf ankommt, zu diversifizieren und nicht dein ganzes Erspartes auf eine Karte zu setzen beziehungsweise in ein Wertpapier allein zu stecken. Wir sagen: denke noch breiter. Nicht nur dein Aktienportfolio selbst sollte bunt gemischt sein, du solltest auch andere Anlagen im Blick haben. Je nach Budget können Anlagen, Zertifikate, Fonds und ETFs, aber auch Gold, Kryptowährungen oder Immobilien spannend sein. Möglichkeiten gibt es viele – schau einfach, was am besten zu dir passt! Wichtig beim Thema Börsentipps ist aber auch, dass du dich nicht übernimmst. Investiere insgesamt immer nur so viel, dass du dich damit noch wohl fühlst und du eine ausreichende Reserve hast.

Börsentipps vom Autor

Auch in seinem Buch “Geldrichtig” gibt Autor Philipp J. Müller, neben seiner generellen Auffassung von Geld und dem Vermögensaufbau, zwölf Börsentipps. Wer sich für diese Tipps interessiert, der wirft mal einen Blick ins Buch.

Autorin: Julia Abspacher

Fotoquelle: Photo by Lorenzo Hamers on Unsplash

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