Ethereum ist wohl die wichtigste Kryptowährung sogar noch vor dem Bitcoin. Denn die zweitgrößte Cyberdevise der Welt ist ein Ökosystem und ermöglicht es ganz vielen Coins, überhaupt erst zu existieren. Nach langem Hin und Her soll im Dezember das revolutionäre Update ETH 2.0 an den Start gehen. Wir verraten, was das ist und ob es sich für Anleger lohnt, Ethereum zu kaufen.

Was ist ETH 2.0?

Im Dezember soll eine neue Version von der Ethereum-Blockchain live gehen und getestet werden. ETH 2.0 oder auch Ethereum 2.0 bezeichnet damit also die Weiterentwicklung der gesamten Blockchain der Kryptowährung Ethereum. Bislang lief die Blockchain als Proof-of-Work (Arbeitsnachweis) wie etwa beim Bitcoin. Miner müssen also Computerleistung aufbringen, um Transaktionen zu bestätigen. Nun soll mit ETH 2.0 aber dieser Proof-of-Work durch einen Proof-of-Stake (Anteilsnachweis) ausgetauscht werden. Was das genau ist und warum das geschieht, liest jeder im nächsten Abschnitt.

Vorher ist noch wichtig: Die neue Blockchain wird Beacon-Chain heißen. Das Projekt ist schon länger geplant, weil Ethereum Probleme mit der Skalierbarkeit hat. Denn die Blockchain ist sozusagen voll und verstopft. Will man wachsen und sich weiterentwickeln, so braucht es eine neue Struktur. Schließlich besteht Ethereum schon seit 2016 und seitdem hat sich einiges im Krypto-Space getan.

Bislang gab es bereits mehrere Verschiebungen und Probleme mit der neuen Beacon-Chain. Es zeigte sich, dass die Vorhaben von Gründer Vitalik Buterin und seinem Team teilweise gar nicht so einfach sind.

Zudem geht jetzt erst Phase 0 an den Start. Danach folgen noch mehrere Phasen, bis ETH 2.0 in einigen Jahren erst vollständig sein wird.

Ein gutes Video dazu gibt es hier. Darin erfährt man noch mehr zum angestrebten Update der Kryptowährung.

Doch welche Auswirkungen hat es, dass Ethereum vom Proof-of-Work zum Proof-of-Stake wechselt? Und was bedeutet das eigentlich?

Welche Auswirkungen hat das Staking?

Der Bitcoin arbeitet wie erwähnt mit dem Proof-of-Work. Miner müssen Rechenleistung aufbringen, um Transaktionen zu verarbeiten und den nächsten Block zu finden. Wer ihn zuerst findet, bekommt eine Belohnung. Das ist aber sehr energiefressend. Beim Proof-of-Stake nimmt praktisch jeder an der Konsensfindung im Netzwerk teil, der einen Anteil an der Kryptowährung besitzt. Miner gibt es nicht, dafür aber Validatoren. Ein Validator besitzt Coins der besagten Währung und wird durch ein Verfahren ausgewählt. Dann bestätigen mehrere Validatoren die Transaktionen. Einen Mining-Reward gibt es nicht, dafür aber einen Zinssatz im gesamten Netzwerk.

Deswegen bringt das sogannte Staking auch Zinsen. Es ist energiesparender als der Proof of Work, etwas fairer und auch sicherer. Damit ein Validator die gesamte Blockchain übernehmen kann, müsste er 51 Prozent aller Coins besitzen. Sollte er so etwas versuchen, würde der Preis stark steigen und das Vorhaben sehr schwer machen.

Weitere Einzelheiten – teilweise auch technischer Natur – erklärt dieser Artikel ganz gut.

Wichtig ist, dass nach der Beacon-Chain in Phase Null (Start etwa Dezember 2020) die Phase Eins mit der Sharding-Chain starten wird. Diese soll die Skalierbarkeit der Ethereum-Blockchain erhöhen und viel mehr Transaktionen in einer kurzen Zeit ermöglichen. Die Phase Eins soll im Laufe von 2021 starten. Danach folgt Phase Zwei mit dem sogenannten “Docking” wie Ethereum es selbst bezeichnet. Bis etwa 2022 wird es dann neben der Haupt-Blockchain von Ethereum die Beacon-Chain geben. Aus diesen zwei Blockchains soll dann die neue Proof of Stake-Blockchain werden, bei der dann alle Ethereum-Besitzer staken können.

Wird ETH 2.0 den Kurs antreiben?

2020 ist bislang ein sehr starkes Jahr für den Kurs von Ethereum. Der Preis legte von 130 Dollar zu Jahresbeginn bis vor den Corona-Absturz um mehr als 100 Prozent auf 280 Dollar zu, nur um dann um 60 Prozent zu fallen. Der Jahrestiefstkurs aus dem März notierte bei 107 Dollar. Von da vervierfachte sich der Ethereum-Kurs bis auf 460 Dollar Mitte November. Vom 1. Januar bis zum 11. November 2020 steht also ein Gewinn von mehr als 250 Prozent zubuche. Und das hat drei Gründe:

Zum einen war der Ethereum-Kurs nach dem Hype im Winter 2017/18 sehr stark eingebrochen und hatte sich lange nicht erholt. Diese Erholung geschieht jetzt. Zudem bauen viele Kryptowährungen auf der Ethereum-Blockchain auf und viele Anleger und Projekte müssen sich deswegen mit der Währung Ether eindecken. Und drittens kaufen viele Investoren Ether, weil sie auf ETH 2.0 als starke Weiterentwicklung setzen.

Und um vom Staking in ETH 2.0 zu profitieren, müssen Anleger insgesamt 32 Ether besitzen. Für Privatpersonen ist das aufgrund der Preissteigerung etwas schwieriger geworden, doch viele versuchen sicherlich noch, diese Zahl zu erreichen. Man kann auch mit weniger Ether sehr gut leben, dann aber nicht am Staking teilnehmen.

ETH 2.0 dürfte den Kurs weiter befeuern. Sollte es aber Rückschläge in der Neuentwicklung der Blockchain geben, so könnte Ethereum erneut unter die Räder kommen. Es bleibt also spannend rund um die zweitgrößte Kryptowährung der Welt.

Fotoquelle: Photo by Thought Catalog on Unsplash

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