Manchmal kommt sie aus heiterem Himmel. Manchmal ist sie bereits abzusehen: Die Arbeitslosigkeit. Schön ist das Ganze nicht, doch mit diesen Tipps geht jeder vorbereitet in die Arbeitslosigkeit und findet schon bald den Weg wieder hinaus.

Die ersten Schritte bei drohender Arbeitslosigkeit

1. Sich arbeitssuchend melden

Wenn das Job-Ende abzusehen ist, können Arbeitnehmer sich schon vor dem Ende der aktuellen Beschäftigung arbeitssuchend melden. Genau genommen, müssen sie sich sogar drei Monate vorher schon arbeitssuchend melden, damit der Ablauf und der Antrag auf Arbeitslosengeld auch wirklich reibungslos vonstattengeht. Das kann jeder per Telefon, online mit einer Registrierung bei der Arbeitsagentur oder persönlich bei einem Termin tun.

2. Nötige Unterlagen um Arbeitslosengeld zu beziehen

Wichtig ist vor allem die Bescheinigung des aktuellen Arbeitgebers und gegebenenfalls anderer bis zu fünf Jahren der Beschäftigungszeit in der Vergangenheit. Dazu gibt es ein Formular von der Agentur, welches ausgefüllt werden muss. Diese Unterlagen sollten zuallererst bearbeitet werden. Des Weiteren benötigen Arbeitssuchende:

  • Personalausweis
  • Lohnsteuerkarte
  • Gegebenenfalls Nachweise über frühere Bezüge von Leistungen
  • Kündigungsschreiben
  • Erklärung der Arbeitsaufgabe
  • Eventuell Bescheinigung des Bezugs von Krankengeld

3. Leistungen von der Agentur für Arbeit beziehen

Sind alle Unterlagen bei der Agentur für Arbeit, wird jeder einem Betreuer zugeordnet. Mit diesem findet ein beratendes Gespräch statt. Sind alle Unterlagen vollständig, dann kann der Antrag auf den Bezug von Leistungen bearbeitet werden. Dies dauert Zeit und auch wenn es am alten Arbeitgeber hängt, kann die Agentur erst Geld auszahlen, wenn wirklich alle Unterlagen eingegangen sind und bearbeitet wurden.

4. Für Vermittlungsbemühen zur Verfügung stehen

Um nicht lange arbeitssuchend zu bleiben, ist es das Beste, kooperativ zu sein und für Vermittlungsbemühungen offen zu sein. Dazu gehört auch, am Wohnort zu bleiben und nur in Absprache mit der Agentur in den Urlaub zu fahren. Sollte ein potentieller neuer Job frei sein, werden Unterlagen dazu per Post als Angebot zugesandt. Um mehr Chancen zu haben, sollten Arbeitssuchende sich möglichst auf jede Stelle bewerben.

Arbeitslos in Corona-Zeiten

Leider haben bereits einige Menschen im Laufe des Jahres auf Grund der Corona-Pandemie und deren Folgen für Unternehmen ihren Job verloren oder mussten Ausgleichszahlung im Rahmen von Kurzarbeit beantragen. Die Agentur für Arbeit ist wie gewohnt erreichbar und berät und betreut weiterhin. Bei speziellen Fragen ist es sinnvoll, sich immer an seinen Betreuer oder an die Telefon-Hotline zu wenden.

Länger Arbeitslosengeld erhalten

Es gibt allerdings ein paar Neuerungen zur Arbeitslosigkeit im Rahmen der Covid-19-Pandemie. Wessen Anspruch auf das Arbeitslosengeld zwischen dem 01.Mai 2020 und dem 31.Dezember 2020 endet, dem wird drei Monate länger Arbeitslosengeld ausgezahlt. Arbeitslosengeld I wird in der Regel für zwölf Monate gezahlt. Nun also für 15 Monate. Die Auszahlung läuft automatisch drei Monate länger, man muss dafür nichts extra beantragen oder melden. Alle Personen, die das betrifft, erhalten automatisch ein Schreiben ihrer zuständigen Arbeitsagentur.

Eigene Finanzen ordnen bei Arbeitslosigkeit

Um die negativen Effekte der Arbeitslosigkeit abzufedern, sollte jeder seine Finanzen ordnen. Weil sich die Einkommenssituation ändert, sollte man sich die neuen Gegebenheiten anschauen und sich daran orientieren.

1. Haushaltsplan aufstellen

Zunächst sollte man einen Haushaltsplan mit einer Kostenaufstellung der vergangenen Monate anlegen. Sollte man dieser Plan nicht sowieso schon führen, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um damit zu beginnen. Eine Kalkulator-Tabelle ist sehr hilfreich dabei. Einige Girokonten bieten bereits eine Einordnung und Übersicht der Ausgaben an. Wer das nicht hat, gerne aber smarter und automatisierter arbeitet als einzelne Posten zusammenzurechnen und dann in eine Tabelle zu übertragen, der ist mit der App Finanzguru sehr gut bedient.

2. Budgets planen

Nun kann mit Hilfe des Haushaltsplans geschaut werden, in welchen Bereichen es künftig sinnvoll ist, sich Budget zu setzen. Beispielsweise Lebensmitteleinkauf, Hobby und Freizeit lassen sich sehr gut budgetieren.

3. Sich reduzieren und Dinge verkaufen

Welche Extras besitzt man oder leistet man sich monatlich? Reicht das Geld nicht aus, so ist das erste Ziel, sich etwas zu reduzieren, um nicht zu viele Ausgaben zu haben. Jeder sollte aber auch darauf achten, sich nun nicht von Allem zu trennen; außer man wollte sowieso einmal ausmisten. Denn nur, weil man sich reduzieren sollte und durch den Verkauf von Dingen, Geld verdienen kann, so weiß man nicht, wie lange die Arbeitslosigkeit dauert. Es ist kontraproduktiv, sich letztlich nach nur wenigen Monaten all diese Dinge neu kaufen, weil Sie sie doch vermissen oder benötigen.

4. Abos kündigen

Eine Gute Möglichkeit, die Finanzen etwas mehr zu kontrollieren, ist, alle Abos zu kündigen. Zeitschriften, Hörbücher, Musik, Fitness – Wenn es niemanden weiterbringt, weiterbildet oder im Alltag unterstützt, dann kann auf das Abo verzichtet werden.

5. Verträge kontrollieren

Handy-Verträge, aber auch die Verträge mit Strom- und Gasanbieter sollten jetzt im Herbst nochmals kontrolliert werden. Anbietervergleichen sind schnell und einfach erledigt und sparen mehrere hundert Euro ein.

6. Private Rentenvorsorge

Sollte man noch keine private Rentenvorsorge haben, wird es Zeit sich hierzu beraten zu lassen. Auch wenn man in der Arbeitslosigkeit weniger Geld besitzt, macht es immer Sinn, für seine Zukunft vorzusorgen. Ist bereits eine Rentenvorsorge vorhanden, so sollte man schauen, ob sich das Budget heruntersetzen lässt oder man einige Monate gar pausieren kann.

Startklar für den neuen Job?

Um handeln zu können, sollte man sich direkt bereit machen für einen neuen Arbeitgeber und eine neue Aufgabe. Dazu gehören einige elementare Dinge:

  • Bewerbungsunterlagen aktualisieren
  • Gehaltsvorstellung definieren
  • Arbeitswünsche aufschreiben
  • Weiterbildung oder Umschulung

Foto-Quelle: Photo by Avi Richards on Unsplash

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