Die Geldanlage mittels Robo-Advisor erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Über 30 verschiedene Anbieter verwalten in Deutschland bereits mehrere Milliarden Euro – Tendenz stark steigend. Aber was kann ein Robo-Advisor überhaupt? Wie legt das Produkt mein Geld an und wie schlugen sich die Robos im schwierigen Jahr 2020?

Was ist ein Robo-Advisor?

Im Grunde ist ein Robo-Advisor eine digitale Vermögensverwaltung. Früher musste man etwas vermögender sein und dann zu einer Bank gehen, um dort in den Genuss einer Vermögensverwaltung zu kommen. Die Banker nehmen dann das Geld der Kunden und verwalteten es je nach Anlagedauer, Risikoneigung und Renditeerwartung.

Durch die Digitalisierung haben viele Anbieter diese Vermögensverwaltung digital gemacht. Über Eingabemasken können Kunden angeben, was ihre Geld-Ziele sind. Der Robo-Advisor – in dem Sinne ein Algorithmus – schlägt dann vor, welche Zusammenstellung aus Aktien, Anleihen und weiteren Wertpapieren, die beste Mischung bietet. Später verwalten die Robos dann auch das Portfolio, kaufen und verkaufen die Aktien. Dabei gibt es Unterschiede, wie stark Menschen in diesen Prozess eingreifen oder inwiefern der Robo das meiste alleine macht. In der Regel ist die digitale Vermögensverwaltung heute aber ein Zusammenspiel aus Mensch und Maschine.

Wie lege ich Geld bei einem Robo-Advisor an?

In Deutschland gibt es über 30 verschiedene Anbieter. Diese unterscheiden sich meistens darin, wie viel Geld der Anleger mitbringen muss, wie hoch die Kosten sind und in welche Wertpapiere man anlegt. Viele Robos arbeiten nur mit ETFs. Einige arbeiten mit einer Mischung aus ETFs und Fonds. Nur ganz wenige beziehen auch Immobilien, Einzelaktien, Zertifikate oder ähnliches mit ein.

Die Kosten belaufen sich in der Regel auf etwa ein Prozent. Dabei gibt es günstigere und teurere. Über die Onboarding-Prozesse können interessierte Anleger online testen, welcher Anbieter und welches Portfolio sich eignet. Dort muss man in der Regel eingeben, wie viel Vermögen man hat, wie die Geldsituation allgemein ist, wie viel Erfahrung man an der Börse schon sammelte und was die Ziele mit der Anlage sind. Daraufhin spuckt der Advisor dann einen Vorschlag für ein Depot aus. Diese reichen meistens von konservativen Depots, die viel auf Anleihen setzen und als sicherer gelten, über ausgewogene Portfolios bis hin zu chancenreichen Depots, die vor allem Aktien präferieren.

Bei der Vielzahl an Anbietern sollte eigentlich jeder Interessierte etwas finden. Oftmals ist die Anlage schon ab wenigen tausend Euro möglich. Einige Anbieter ermöglichen auch die Anlage mittels Sparplan.

Wie perfomte die digitale Vermögensverwaltung in der Corona-Virus-Krise?

Die wichtige Frage ist natürlich, ob sich Robo-Advisor lohnen. Dazu lässt sich sagen: Der Vorteil besteht schon mal darin, dass Anleger Zeit sparen. Denn der Robo Advisor verwaltet das Geld und man muss nicht täglich den Börsen folgen und Entscheidungen treffen. Unter den Advisorn gibt es dann welche, die relativ gute Ergebnisse liefern und welche, die eher mittelmäßig performen.

Die Seite biallo führt regelmäßig einen Performance-Test bei den Robo Advisorn durch. Für das Jahr 2020 sehen wir, dass die Ergebnisse weit auseinander gehen. Für eine defensive Anlagestrategie auf die Sicht von einem Jahr hat der beste Robo eine Rendite von etwa 3,3 Prozent gebracht und der schlechteste liegt um rund sechs Prozent im Minus. Bei einem chancenreichen Depot reichen die Ergebnisse von plus acht Prozent bis minus 15 Prozent.

Für Anleger ist es wichtig, sich die Rendite ebenfalls anzuschauen und zu gucken, ob sich ein Robo Advisor lohnt. Es kann aber für jeden was dabei sein.

Wir haben also gesehen, dass das Thema Robo Advisor immer beliebter wird, aber auch sehr viele Fragen aufwirft. Aus diesem Grund gibt es den Podcast “Zeit zu Fragen.” In Folge #9 geht es um die wichtigsten Fragen rund um das Thema Robo Advisor. Hier ist es wichtig, sich die verschiedenen Anbieter genau anzugucken und nach Kosten, Service und Rendite zu vergleichen.

All das und viele weitere spannende Tipps und Infos bekommst du im Podcast “Zeit zu Fragen”. Hier interviewt Kleingeldheld Marian Kopocz einen Experten der Deutschen Bank zu verschiedenen wichtigen Themen. Hör jetzt rein.

Fotoquelle: Photo by Daniel Korpai on Unsplash

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