Euro, Dollar, Schweizer Franken – interessiert einen nicht? Falsch gedacht. In unserer vernetzten und globalisierten Welt spielen die Währungen eine wichtige Rolle. Sowohl für Anleger, als auch für jeden Konsumenten. Deswegen sollte es einem nicht egal sein, wenn der Dollar schwächer und der Euro stärker wird. Wir zeigen, warum die Wahl der richtigen Währung so wichtig ist.

Warum die richtige Währung wichtig ist

Weltweit gibt es über 160 verschiedene FIAT-Währungen. FIAT bedeutet dabei, dass das Geld keinen inneren Wert hat, eigentlich wertlos ist und nur als Tauschmittel dient. FIAT Geld wird von Zentralbanken ausgegeben und kann in unendlicher Höhe aus dem Nichts erschaffen werden. Das Gegenteil von FIAT-Geld ist sogenanntes Warengeld. Denn dieses Warengeld hat zusätzlich zu seinem Tauschwert auch immer noch einen inneren Wert. Warengeld ist also Gold, Schmuckstücke, Nahrungsmittel, Alkohol, Zigaretten und Co. Doch dieses Warengeld eignet sich nicht so gut für den modernen Geldverkehr.

Die bekanntesten FIAT-Währungen sind sicherlich der US-Dollar, der Euro, der Schweizer Franken und der japanische Yen. Um nun feststellen zu können, wie wertvoll eine Währung ist oder nicht, gibt es Währungspaare und sogenannte Wechselkurse. So gibt es zum Beispiel den Euro-Dollar-Kurs. Dieser beschreibt, wie viele Dollar man für einen Euro bekommt. Stand Ende August bekommt man 1,18 Dollar für einen Euro. Der Euro ist also wertvoller als der Dollar.

Diese Währungspaare gibt es jetzt für alle Währungen. Wichtig für uns in Europa ist meistens der angesprochene Dollarkurs. Doch das sind nicht nur irgendwelche Zahlen. Denn diese Währungen haben einen großen Einfluss auf unser Leben. Nicht nur an der Börse, sondern auch, wenn wir einkaufen. Denn wenn es Produkte in Dollar gibt (wie zum Beispiel iPhones oder Microsoft-Produkte), dann sorgt der Dollarkurs dafür, dass wir mehr Geld dafür bezahlen müssen – oder eben auch weniger.

Wen interessieren Währungen überhaupt?

Als Anleger muss man immer auf Währungen aufpassen. Denn wenn ich als Europäer in US-Unternehmen investiere, bin ich etwas vom US-Dollar abhängig. Steigt der US-Dollar gegenüber dem Euro, so habe ich mehr Gewinn. Sinkt er allerdings, so wie er das in den vergangenen Wochen tat, so habe ich weniger Gewinn oder vielleicht sogar Verluste, obwohl die Aktien auf gleichem Niveau geblieben sind. Ein Beispiel: Steigt der Aktienpreis um zehn Prozent, und der Dollar wird um fünf Prozent gegenüber dem Euro schwächer. So habe ich am Ende nur einen Gewinn von fünf Prozent. Darauf gilt es zu achten.

Anleger können sich bei Fonds oder ETFs teilweise dagegen absichern: Mit sogenannten “hegded” Produkten. Diese sollen dann Währungsschwankungen absichern. Das kann aber Rendite kosten. Wer ein normales und ausgeglichenes Depot hat, muss sich in der Regel nicht gegen Währungsschwankungen absichern.

Und wie bereits angesprochen betreffen uns Währungsschwankungen alle. Kaufen wir Produkte ein, die im Ausland gefertigt wurden, so haben die Wechselkurse einen großen Einfluss auf den Preis und damit auf unser Geld. Auch wenn wir in den Urlaub fahren entscheiden Wechselkurse mit darüber, wie viel wir uns im Ausland leisten können. Deswegen darf man die wichtigen Währungen nicht aus den Augen lassen.

Wie ist das aktuelle Euro-Dollar-Verhältnis?

Seit Mai konnte der Euro von 1,08 auf 1,18 zulegen. Das sind mehr als neun Prozent Unterschied und damit schon eine ganze Menge. Aber wie geht es mit dem Euro-Dollar-Kurs weiter? Dazu erzählt der Chefanlagestrate der Deutschen Bank, Dr. Ulrich Stephan, im Podcast Perspektiven to Go: „Ich tendiere dazu, dem Dollar eine Schwäche zuzurechnen. Denn wenn man sich dem handelsgewichteten Dollar anguckt, dann sieht man auch hier einen Dollar-Verfall. Es ist eher eine Dollar-Schwäche als eine Euro-Stärke.“

Dieser Verfall hat vor allem mit der Corona-Krise zu tun und mit dem Gelddrucken der amerikanischen Zentralbank Fed. Sie bringt so viele neue Dollar in den Umlauf, dass er einfach an Wert verliert.

Aber welche Branchen könnten nun für Anleger interessant sein? Dazu erklärt Dr. Ulrich Stephan: „Wir haben sicherlich Branchen, die wenig mit Währungen zu tun haben. Immobilien, Retail, Versorger. Auf der anderen Seite sind Sektoren sehr stark international eingebunden. Pharma, Healthcare, Communication-Services, Technologie.“

Grundsätzlich bewegte sich der Euro-Dollar-Kurs in den vergangenen 20 Jahren zwischen 0,90 und 1,60 Dollar. In den vergangenen fünf Jahren war die Range meistens zwischen 1,05 und 1,25 Dollar. Damit liegen wir aktuell also immer noch vollkommen im normalen Bereich. Und für Anleger hat Dr. Ulrich Stephan noch einen Rat.

„Währungsverhältnisse sind sicher nicht zu ignorieren. Und das hat nicht nur mit den Unternehmen und den Erträgen, Kosten und Gewinnen zu tun, sondern auch damit, wenn ich in einem Land investiere, dessen Währung aufwertet, dann gewinne ich. Und wenn die Währung abwertet, dann verliere ich.“

Wer noch mehr darüber erfahren möchte, der hört jetzt in den Podcast Perspektiven to go rein.

Fotoquelle: Photo by Jason Leung on Unsplash

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