Wie viel Geld verdienen Unternehmen mit uns als Arbeitskräften? Und wie viel Gewinn bringen Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber? Dieser Frage ist visualcapitalist in den USA nachgegangen. Und wir haben das zum Ansporn genommen, um mal die deutschen Konzerne und dort den Gewinn je Mitarbeiter unter die Lupe zu nehmen. Die spannenden Erkentnisse, und was Anleger daraus schlussfolgern können, das liest jeder jetzt.

Die profitablsten Unternehmen der Welt

Die Fortune500 bezeichnen die 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA. Jedes Jahr gibt es dazu eine Auswertung. Deswegen hat sich der Branchendienst Visualcapitalist mal aktuell angeschaut, wie viel Gewinn ein Unternehmen mit jedem seiner Mitarbeiter macht. Und dabei kommen ganz unterschiedliche Zahlen heraus.

Am meisten Profit brachte jeder der 7.500 Mitarbeiter von Federal National Mortgage Asscociation (Fannie Mae). Genau 1.888.000 Dollar schaffte jder Mitarbeiter im Durschschnitt in 2019. Gefolgt werden die Arbeitnehmer von Fannie Mae von denen des Finanzinvestors KKR. Denn hier schaffte jeder der 1384 Mitarbeiter im Schnitt einen Gewinn von 1.448.699 Dollar. Auch nicht schlecht. Unter den Top 10 befinden sich grundsätzlich viele Finanzdienstleister und Energieunternehmen wie NRG Energy oder ConocoPhillips. Auf Platz zehn folgt dann das wohl bekannteste Unternehmen aus der Liste mit Visa. Beim Kreditkartenunternehmen schaffen die 19.500 Angestellten immerhin einen Gewinn von 619.487 Dollar im Jahr.

Aber warum ist der Gewinn je Mitarbeiter überhaupt spannend?

Was bedeutet der Gewinn je Mitarbeiter denn nun überhaupt? Grundsätzlich muss man anmerken, dass diese Kennzahl bei Aktien-Analysten und Anlegern nicht vorne auf der Liste steht. Sie scheint vielmehr kaum beachtet zu werden. Natürlich sind andere Kennzahlen wie der Gewinn je Aktie, der Cashflow oder auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis wichtiger. Doch in der heutigen Zeit, in der zunehmend mehr menschliche Arbeitskraft durch Roboter und Maschinen ersetzt werden kann, scheint der Gewinn je Mitarbeiter an Bedeutung zu gewinnen.

Warum? Nun, ein Unternehmen, das weniger Mitarbeiter angestellt hat, aber hohe Umsätze und Gewinne aufweist, dürfte als effizient gelten. So zum Beispiel Visa. Denn der Kreditkarten-Konzern hat “nur” 19.500 Angestellte – und das als Weltkonzern. Hier dürfte sehr viel automatisiert ablaufen. Der Aktienkurs, der seit Jahren eigentlich nur eine Richtung kennt, spiegelt das wider. Für Anleger kann es also interessant sein, auf Unternehmen zu setzen, die nicht mehr hunderttausende Menschen beschäftigen (Ausnahmen wie Walmart oder Amazon bestätigen bekanntlich die Regel). Und auf die Unternehmen zu setzen, die halt einen hohen Gewinn je Angestellte aufweisen. Denn Personal ist schließlich auch immer mit Kosten verbunden.

So hat Walmart als umsatzstärktes Unternehmen der Welt mit 524 Milliarden Dollar, einen Gewinn von fast 15 Milliarden Dollar. Aber halt auch 2,2 Millionen Angestellte. Pro Angestellter beträgt der Gewinn weniger als 7.000 Dollar. Das Unternehmen ist also zum Umsatzmachen und Gewinnmachen verdammt, während Konzerne mit weniger Angestellten deutlich mehr Freiraum haben.

Und wie sieht der Gewinn je Mitarbeiter in Deutschland aus?

Diese Frage haben wir uns gestellt. Antworten bekommt jeder Interessierte auf der Seite von Fortune. Hier sind die 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA (Fortune500) und die der ganzen Welt (Global500) versammelt. Des weiteren haben wir uns mal nur die deutschen Unternehmen aus dieser Liste angeguckt und das kam dabei heraus:

UnternehmenGewinn 2019 in Dollar Mitarbeiter Gewinn je Mitarbeiter Rang nach Umsatz
Volkswagen15.542.000.000671205231557
Daimler2.660.500.000298655890820
Allianz8.857.800.0001472686014746
BMW5.501.200.0001337784112256
Siemens5.834.500.0003850001515574
Deutsche Telekom4.328.200.0002105332055886
Bosch1.780.700.000398150447295
Uniper682.700.0001174358137131
Munich Re3.048.900.0003966276872135
Deutsche Post2.935.800.0005048715815142
BASF9.425.300.00011762880128143
Bayer4.578.900.00010382444103214
Continental-1.371.100.000241458-5678230
Deutsche Bahn746.500.0003239442304232
Thyssenkrupp-342.800.000162372-2111248
E.ON1.752.800.0007894822202255
Talanx1.033.100.0002151648015271
Deutsche Bank-6.032.800.00087597-68870291
Metro-142.100.00097606-1456294
ZF Friedrichshafen391.700.0001477972650302
Lufthansa1.357.700.00011829211478304
Edeka Zentrale 380.800.000381000999312
Fresenius2.107.600.0002941347165313
DZ Bank1.894.900.0002756068755321
SAP3.717.100.00010033037049404
Phoenix Pharma6.400.00032009200410
Adidas2.211.700.0005953337151480

Die Liste ist dabei nach dem Umsatz in 2019 in US-Dollar geordnet. Und schon hier sehen wir, dass ein hoher Umsatz nicht immer mit einem hohen Gewinn einhergeht. Und der Gewinn je Mitarbeiter unterscheidet sich dann nochmals vom normalen Gewinn.

Für Deutschland sehen wir, dass der Chemiekonzern BASF trotz einer Mitarbeiterzahl von 117.628 einen Gewinn je Mitarbeiter von 80.128 Euro aufweist. Ein sehr starker Wert! Munich Re schaffte es auf Platz zwei mit 76.872 Euro Gewinn für jeden der 39.662 Mitarbeiter. Auf der anderen Seite schaffte es zum Beispiel Edeka mit fast 400.000 Mitarbeitern nur zu einem Gewinn von 999 Euro. Dadurch sehen wir: Es gibt also drastische Unterschiede.

In der Liste sind auch einige Unternehmen vertreten, die nicht börsennotiert sind. Für Anleger kann es hier aber interessant sein, die Aktien-Konzerne zu beobachten. Vor allem der Gewinne je Mitarbeiter und die Anzahl der Mitarbeiter kann einen Hinweis darauf geben, in welche Richtung sich die Aktie entwickeln könnte. Vor allem, die Veränderung der beiden Werte dürfte Aufschluss darüber geben.

Fotoquelle: Photo by Clark Young on Unsplash

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