Die Rücklagen sind aufgebraucht, der Kontostand rutscht ins Minus: Eigentlich sollte es nie soweit kommen, doch eine finanzielle Schieflage kann jeden von uns treffen. Was soll man tun, wenn man in einer solchen Situation steckt?

Die Ursache der finanziellen Schieflage entdecken

In einer schwierigen finanziellen Lage gilt es zunächst, die Situation richtig zu analysieren. Viele Menschen geraten erst deshalb in Schwierigkeiten, weil sie den Überblick verloren haben. Deshalb ist eine klare Bestandsaufnahme wichtig: Wie viel Geld nehme ich im Monat aus welchen Quellen ein? Und wo fließt es wieder ab? Schreibe dir eine Habenseite und eine Kostenseite auf. Dabei helfen kann dir die Umsatzübersicht beim Online-Banking. Notiere dir alle Einnahmen und Ausgaben und errechne, wie hoch dein monatliches Minus ausfällt. Dann bist du der Lösung deines finanziellen Problems schon einen großen Schritt näher gekommen.

Kosten reduzieren

Um die finanzielle Schieflage zu beseitigen, kannst du einerseits bei den Ausgaben ansetzen. Unnötige Kosten, zum Beispiel für Bestellungen auf Amazon, Zeitschriftenabos oder eventuell auch Streaming-Dienste, können gestrichen werden. Häufig gibt es auch bei Versicherungen oder dem Handy-Vertrag noch großes Einsparpotenzial. Natürlich sollte man generell einen sparsameren Lebensstil pflegen, wenn man finanziell klamm ist. Das heißt: Urlaube oder größere Anschaffungen sollten verschoben werden. Im Haushalt und im Kleiderschrank braucht es in dieser Situation ebenfalls keine neuen Markenprodukte.

Grundsätzlich möglich ist es auch, Beiträge zur privaten Altersvorsorge oder Kreditrückzahlungen zeitweise zu pausieren. Dafür musst du den Kontakt zu den zuständigen Versicherungen oder Banken suchen und deine Situation sachlich darlegen. Im Falle von Kreditrückzahlungen können sich die Konditionen dadurch allerdings langfristig gesehen verschlechtern.

Natürlich spielen die individuellen Lebensumstände bei der Kostenfrage eine wichtige Rolle. Zu beachten ist dabei, dass etwa die Mietpreise auf dem Land in der Regel deutlich geringer sind als in den Großstädten. Vielleicht ist ein Umzug also langfristig gesehen finanziell die vernünftigste Option.

Eigentum verkaufen

Wer auf der anderen Seite seine Einnahmen erhöhen will, kann natürlich auch den eigenen Besitz zu Geld machen. Zum Beispiel, indem man die Wohnung entrümpelt und Dinge, von denen man sich getrost trennen kann, online auf Ebay Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt verkauft. Für Möbel, alte Platten, Schmuck oder Unterhaltungselektronik kann man durchaus auf die Schnelle noch ein paar Hundert Euro bekommen.

Falls das zu wenig ist, stehen auch größere Posten zur Disposition. Wer etwa ein eigenes Auto (das darüber hinaus auch noch versichert und versteuert werden muss) besitzt, sollte im Notfall über einen Verkauf nachdenken. Allerdings sollte man bei alledem genau bedenken, was man in Zukunft noch unbedingt braucht. Zudem erzielt man mit dem Verkauf von Eigentum nur einen kurzfristigen Effekt.

Mehr arbeiten

Es ist sicher nicht die erste und beste Option. Eigentlich sollte niemand mehrere Jobs erledigen müssen, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Aber in manchen Fällen ist dies geboten. Wenn du merkst, dass deine finanzielle Schieflage bedrohlich wird und du mit deinem Hauptberuf allein nicht über die Runden kommst, solltest du über einen Nebenjob nachdenken. Man kann abends in der Gastronomie aushelfen. In der Nachbarschaft babysitten. Oder die eigenen Talente nutzen, um zusätzlich ein passives Einkommen aufzubauen.

Staatliche Unterstützung beantragen

In Deutschland gibt es ein Netz aus staatlichen Hilfen, um Menschen vor einem totalen finanziellen Absturz zu bewahren. Die bekannteste Sozialleistung ist das Arbeitslosengeld. Anspruch darauf hat jeder, der zuvor mindestens ein Jahr lang versicherungspflichtig beschäftigt war. Der Regelsatz beläuft sich auf 432 Euro im Monat. Bei Langzeitarbeitslosigkeit übernimmt der Staat auch die Wohnkosten. Beantragen kann man die Hilfe bei der örtlichen Niederlassung der Bundesagentur für Arbeit.

Wer zum Beispiel wegen einer Erkrankung nur noch eingeschränkt erwerbsfähig ist, kann die Grundsicherung in Anspruch nehmen. Zuständig dafür sind die kommunalen Behörden. Zudem bietet der Staat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zusätzliche Hilfen für Solo-Selbstständige und Familien an. Weitere Informationen dazu findest du hier.

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