Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen. Deswegen sollte jeder selbst aktiv werden und frühzeitig vorsorgen. Wir stellen einige Möglichkeiten für die Altersvorsorge für Frauen vor.

Danke für Nichts – oder wieso die gesetzliche Altersvorsorge nicht ausreicht

Egal für wen – die gesetzliche Altersvorsorge wird im Rentenalter nicht für den Erhalt eines Lebensstandards ausreichen. Nicht einmal, wenn man sein Leben lang Vollzeit gearbeitet hat. Das Rentenniveau, also das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittlohn nach Abzügen der Sozialabgaben, soll im Jahr 2045 von jetzt 47,6 % auf 41, 6 % absinken. So ergibt es eine Berechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Im Vergleich: Im Jahr 2000 lag das Rentenniveau noch bei 52,9 %.

Altersvorsorge für Frauen

Wieso ist die Altersvorsorge gerade für Frauen so wichtig?

Nach wie vor sind insbesondere Frauen auf ein starkes Augenmerk in Sachen Altersvorsorge angewiesen. Das liegt auf keinen Fall daran, dass Frauen schlechter mit Geld umgehen würden oder etwas Derartiges. Es liegt schlichtweg an der Rollenverteilung der Geschlechter, welche gesellschaftsgeprägt auch im Jahr 2020 größtenteils nicht gleichberechtigt stattfindet (beziehungsweise stattfinden kann). Frauen verzichten für Nachwuchs und auch für die Pflege naher Angehöriger weitaus häufiger auf eine Vollzeit-Anstellung als Männer. Dadurch resultieren oftmals Lohneinbußen und Lücken im Lebenslauf. Wer in die gesetzliche Rente aber weniger einzahlt, der bekommt auch weniger raus.

Die Zahlen und Fakten

Laut einer Statistik waren im Jahr 2018 über 42 Prozent der Frauen als Elternteil in Elternzeit mit Kindern unter drei Jahren. Im Vergleich dazu waren nur 2,7 Prozent der Männer in Elternzeit. Auch wenn immer mehr Väter überhaupt Elternzeit nehmen, liegt der Schwerpunkt immer noch sehr deutlich bei den Frauen. Ähnlich sieht es bei der Pflege von Angehörigen aus. Oftmals reduzieren Frauen ihre Arbeit oder fokussieren sich nur noch auf die intensive Pflege und der Mann bleibt in seiner Vollzeit-Anstellung beschäftigt. In dieser Zeit sind die Verdienst- und die Vorsorgemöglichkeiten für die Frau stark eingeschränkt. Nicht nur das: Auch über die Eltern- oder Pflegezeit hinaus hat das Aussetzen einer Vollzeittätigkeit Auswirkungen auf die Verdienstmöglichkeiten. Nachwirkend verzögert sich in den meisten Fällen die Karriere und damit Verbunden ein höheres Gehalt.

Wieso verzichten Frauen auf einen höheren Verdienst?

In vielen Fällen fällt die Entscheidung zur Reduzierung der Arbeit für die Versorgung der Kinder oder der Pflege Angehöriger auf die Frau zurück. Nicht immer muss dies Grundlage einer nicht gleichberechtigten Beziehung sein. Diese Entscheidung sollte stets auch im Sinne des Haushaltseinkommens sein. Doch die Absicherung der Person, welche die Pflege übernimmt, muss gewährleistet sein. Dabei geht es auch nicht um ein „aber wir haben uns so lieb und teilen daher alles.“  – Es geht um eine rechtlich gesicherte finanzielle Absicherung. Wer sich also nicht mit der Hälfte des Ganzen im Falle einer Scheidung abfinden möchte, oder kann, derjenige sollte beispielsweise durch einen Ehevertrag zusätzlich abgesichert werden. Des Weiteren ist es ratsam sich unabhängig von einem Vermögensberater*in in Sachen Altersvorsorge für Frauen beraten zu lassen. Hier kann die ganz persönliche Lage betrachtet werden.

5 Tipps für die Altersvorsorge für Frauen

  • Regelmäßige Beratungsgespräche mit einem unabhängigen Berater*in oder einem Berater*in, welche sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat
  • Den Rentenbrief lesen, um entsprechend handeln zu können
  • Jeder sollte die drei Grundpfeiler der Altersvorsorge beachten: gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge
  • Das Schaffen eines Ausgleich für den Wegfall oder die Reduzierung der betrieblichen Altersvorsorge gemeinsam mit dem Partner*in und oder Berater*in ist ebenfalls sehr wichtig
  • Das Bilden einer eigenen Meinung ist ebenfalls immer sehr wichtig

Betriebliche Altersvorsorge

Unter der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) versteht man verschiedene finanzielle Leistungen, die eine Arbeitgeber*in dem Arbeitnehmer*in anbieten kann, um die Vorsorge zu optimieren. Mit inbegriffen ist nicht nur die Altersvorsorge, sondern auch die Unterstützung bei der Versorgung in Sonderfällen. Sprechen Sie daher Ihre*n Vorgesetzte*n oder die entsprechende Abteilung im Unternehmen in Sachen betrieblicher Altersvorsorge an. Mehr zum Thema betriebliche Altersvorsorge gibt es in unserem Artikel „Warum du die betriebliche Altersvorsorge nicht vergessen solltest“.

Flexibles Sparen für die Altersvorsorge

Neben der betrieblichen Altersvorsorge und starren Vorsorgepaketen wie einer Renten- oder Lebensversicherung gibt es auch das flexible Sparen zur Altersvorsorge mit Wertpapieren. Hierzu eignen sich beispieslweise ETF. Das Tolle daran, man kann schon sehr früh damit beginnen, Geld für die Altersvorsorge in einen ETF zu investieren, da man dies bereits ab 25 Euro im Monat tun kann. Ein Vergleich der Konditionen bei den unterschiedlichen Anbietern ist ratsam. Der MSCI World, welchen es auch als nachhaltige Geldanlage gibt, eignet sich auch für „Beginner“.

3 Gründe für eine flexible Altersvorsorge

1. Zeitpunkt der Auszahlung frei und flexibel

Natürlich kommt es auch bei einer solchen Sparanlage vor allem auf die Dauer darauf an, aber dennoch ist man flexibel. Somit kann jeder später selbst entscheiden, wann man das Geld herausnehmen möchten. Hier kommt es dann aber auf die richtige Disziplin an: Gut sparen und anlegen und dann auch für die Vorsorge nutzen.

2. Job-unabhängig Geld investieren und sparen

Eine flexible Geldanlage steht in keiner Abhängigkeit zu einem Beschäftigungsverhältnis. Gerade für Selbstständige, Frauen (aus oben genannten Gründen), und jedem Menschen, der generell sein Leben freier oder flexibler gestalten möchte, ist die flexible Vorsorgeform ein wahrer Gewinn.

3. Für Kinder oder Enkel sparen

Das flexible Sparen muss nicht zwingend das Ziel der Altersvorsorge selbst haben. Man kann damit auch bereits ab 25 Euro im Monat für Kinder oder Enkel Geld anlegen, so dass Anleger dieses später schenken oder vererben können.

Foto-Credit: Photo by Hian Oliveira on Unsplash

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