Viele Menschen leben nur für das kommende Wochenende. Meist ist der frustrierende Job ein Grund dafür. Dabei gibt es einige Kniffe, um mehr Schwung ins Arbeitsleben zu bringen und seine Motivation im Job langfristig zu verbessern.

Wieder kein Bock. Wieder ein Tag, an dem man sich früh morgens aus dem Bett quält, um die nächsten acht Stunden im Büro auf einen Bildschirm zu starren. Dieses übertriebene Bild ist mit Sicherheit für kaum einen Berufseinsteiger die Traumvorstellung. Trotzdem rutschen viele Menschen nach Jahren im Job in diese Mühle. Work, eat, sleep, repeat. Selbst die zu Beginn so interessante Arbeitsstelle kann sich im Laufe der Zeit abnutzen. Irgendwann kennt man alle Abläufe, Menschen, Konferenzräume und die neuen Impulse bleiben aus.

Dieses Muster trifft natürlich nicht auf jeden Beruf oder jede*n Arbeitnehmer*in zu, doch es gibt gute Gründe, warum in einer Bevölkerungsbefragung der ManpowerGroup aus dem Jahr 2019 sich nur die Hälfte der Befragten zufrieden mit ihrem Job zeigten. 50 Prozent strebten ebenso einen Jobwechsel an oder konnten sich einen Wechsel prinzipiell vorstellen. Viele Gründe können für solch eine Einstellung oder Entscheidung eine Rolle spielen. Die Motivation am Arbeitsplatz ist einer davon.

Intrinsische vs. extrinsische Motivation

Um zu verstehen, warum Menschen ihren Job hassen oder lieben, muss man sich anschauen, was sie jeden Tag motiviert, den Arbeitsweg anzutreten. Die Psychologie unterscheidet dabei zwischen intrinsischen und extrinsischen Faktoren.

Unter extrinsischen Faktoren versteht man Anreize, die von außen an eine Person herangetragen werden und ein bestimmtes Verhalten fördern sollen. Materielle Beispiele wären Geld und Güter, immatrieller Status, Ruhm und Macht. Auch negative Aspekte wie Strafe oder Sanktionen sind Teile davon. Auf diese äußeren Faktoren hat man wenig Einfluss bzw. nur, wenn man seine Arbeit gut oder schlecht macht.

Tiefere Überzeugungen sind dagegen Bestandteil einer intrinsischen Motivation. Vor allem die Zufriedenheit wird durch eine hohe intrinsische Motivation langfristig gefördert. Wir sehen einen Sinn in unserer Tätigkeit, die unabhängig von externen Anreizen existiert. Wir spüren eine Selbstwirksamkeit, die teilweise weit über die eigentliche Arbeit hinausgeht.

Wer intrinsisch motiviert an die Arbeit geht, zeigt sich meist resistenter gegenüber Durchhängern im Job, während extrinsisch motivierte Menschen auf negative Veränderungen ungleich empfindlicher reagieren und schnell einen Jobwechsel wünschen. Dabei ist die extrinsische Motivation überhaupt nicht schlecht und kann sich mit der inneren Motivation ergänzen. Ich kann natürlich einen Job haben, der mich erfüllt plus gute Gehaltsaussichten bietet. Meist überlagert das Geld aber irgendwann den eigentlichen Zweck, den man mit der Arbeit erfüllen wollte und man sitzt in der Mühle. Dennoch können beide Motivationsformen bei richtigem Einsatz die Motivation im Büro erhöhen.

Vorher sollte man entsprechende Motivatoren und Demotivatoren aber identifizieren, aufschreiben und mit deren Hilfe neue Ziele und Meilensteine definieren. Hat man einen Überblick, was einen bei der Arbeit innen wie außen beschäftigt, kann man an Stellschrauben drehen.

So kann man die Motivation im Job hochfahren

1. Positiv denken (intrinsisch)

Klingt trivial, aber wer sein Mindset schon morgens unter der Dusche verändert, kann auf lange Sicht seine Stimmung auf der Arbeit verbessern. Und damit auch seine Motivation im Job. Statt immer darüber zu sinnieren, was einen heute wieder alles nerven wird, sollte man den Spieß umdrehen. Auf was freue ich mich heute? Wie würde ein optimaler Arbeitstag verlaufen? Abends kann man dann das Erlebte reflektieren. Helfen können dabei Meditation oder andere Entspannungsübungen, die den Stress aus der Gleichung nehmen. Verändern wird sich das Denken natürlich nicht an einem Tag. Wer aber dran bleibt, kann nach einigen Wochen schon erste Erfolge spüren.

2. Belohnen (extrinsisch)

Wer einen anstregenden Arbeitstag hinter sich hat, der darf sich auch belohnen. Auch das gehört zur Motivation im Job dazu. Damit weckt man die Freude auf den kommenden Tag und kann auch die ein oder andere zähe Phase besser überleben. Entwickelt Routinen, die man jede Woche ausführen kann. Die Mittagspause mit Freunden in der Stadt verbringen, im Sommer ein Schwimmbadbesuch? Wichtig ist, dass die Aktivität wirklich Freude macht.

3. Deal mit dem Schweinehund (extrinsisch)

Selbst wer seinen Job liebt, dem gehen manche Tätigkeiten mehr auf den Nerv als andere. Hier kann es helfen, sich jeden Tag fünf oder zehn Minuten freizuhalten, um sich bewusst mit diesen Tätigkeiten auseinanderzusetzen. Ist nach der Zeit die Unlust immer noch groß, geht es am nächsten Tag weiter. Gelangt man jedoch in einen Flow, unbedingt dranbleiben. Bei unangenehmen Aufgaben ist meist nur das Anfangen die Hürde.

4. Perspektivwechsel (intrinsisch)

Auch wenn es sich manchmal so anfühlen mag, man hat wahrscheinlich nicht den schlimmsten Job der Welt. Dass man überhaupt einen Job hat, ist nicht selbstverständlich. Es kann helfen, unseren Tunnelblick etwas zu relativieren. Vielleicht nerven uns einige Bereiche unserer Arbeit, aber ursprünglich haben wir uns den Job ja aus einem Grund ausgesucht. Im Zweifelsfall wurden wir nicht zu einer Tätigkeit gezwungen, die uns gar nicht liegt. Manchmal kann es helfen, sich darüber klar zu werden, warum man den Job zu Beginn machen wollte. Und by the way: Irgendeinem Menschen hilft man mit seiner Arbeit immer – und das müssen nicht nur die Chefs sein.

Natürlich gibt es auch gute Gründe, den Job zu wechseln. Gegen Mobbing, wenig Wertschätzung und geringen Entwicklungsmöglichkeiten hilft kein Motivationsbooster. Und bevor eure Gesundheit langfristig leidet, sollte man lieber den Absprung wagen. Viele Menschen schmeißen aber auch zu schnell hin und können durch das Verändern einiger Muster neue Anreize abseits des Wochenendes schaffen.

Eine Möglichkeit, mehr aus sich zu machen, ist die sogenannte umgekehrte 9-to-5-Strategie.

Fotoquelle: Photo by Prateek Katyal on Unsplash

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