Es ist nicht der erste Artikel zu diesem Thema – doch das zeigt ja nur, wie stark der Wunsch nach einem frühen Renteneintritt ist. Immer mehr Deutsche wollen nicht bis ins Alter von 65 oder bald 67 Jahren arbeiten. Sie wollen früher ihre Arbeit niederlegen und das Leben genießen. Wir zeigen, mit welchen Mitteln sich jeder diesen Traum erfüllen kann.

Früher in Rente

Die Deutschen gehen im Schnitt mit 64,2 Jahren in Rente. In Zukunft könnte sich dieser Wert etwas erhöhen, da das Renteneintrittsalter zunehmend auf 67 Jahre angepasst wird. Es könnten sogar noch weitere Erhöhungen drohen, weil Deutschland ein Demografie-Problem hat: Die Deutschen werden tendenziell immer älter. Weil es in Deutschland bei der Rente ein Umlageverfahren gibt, zahlen die aktuellen Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen direkt die Rentenzahlungen der Rentner.

Weil es laut Prognosen in Zukunft immer weniger Arbeitnehmer und immer mehr Rentner geben soll, sinken die Renteneinzahlungen und das Eintrittsalter dürfte steigen. Noch stemmt sich der Staat mit hohen Steuerzuschüssen dagegen. Doch ewig wird das nicht gehen. Deswegen ist es umso wichtiger, selbst vorzusorgen. Nicht nur, um früher in Rente gehen zu können, sondern auch, um überhaupt komfortabel in Rente gehen zu können. Im Schnitt beträgt die Rente in Deutschland nämlich aktuell nur rund 1.200 Euro brutto.

Wie kann ich unter diesen Umständen also früher in Rente gehen? Möglich ist das. Doch zuerst ist es natürlich wichtig, generell genug Geld im Alter zu haben. Dabei kann das Drei-Säulen-Modell – bestehend aus der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Altersvorsorge – helfen. Erst wenn hier alles abgesichert ist, sollte man sich um einen früheren Renteneintritt kümmern. Wir zeigen jetzt, wie man über die Grundsicherung hinaus früher in Rente gehen kann und haben dann noch eine Checkliste für den vorzeitigen Renteneintritt.

Frugalisten und die 4-Prozent-Regel

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, um sich eine gute und frühe Rente zu sichern. Zum einen gibt es da die Frugalisten. Diese Bewegung kam als FIRE-Bewegung aus den USA. Diese Gruppe von Menschen schraubt ihren Lebensstandard deutlich herunter, spart somit sehr viel Geld jeden Monat und legt dieses Geld an. Weil man nur wenig Geld zum Leben braucht und gleichzeitig viel Geld anlegt, soll der Renteneintritt teilweise schon viele Jahre früher möglich sein.

Eine andere Möglichkeit ist die 4-Prozent-Regel. Für diese Strategie, um früher in Rente zu gehen, braucht man aber viel Kapital. Diese besagt nämlich, dass man einen Kapitalstock aufbaut, der jedes Jahr gute Renditen bringt. Am besten vier Prozent. Von diesen Renditen lebt man dann, ohne das Kapital anzurühren. Somit kann man seinen Lebensstandard nur von seinen Anlagen bestreiten und braucht nicht mehr zu arbeiten. Doch natürlich braucht man für diesen Ansatz sehr viel Geld – und das schafft längst nicht jeder.

Warum also nicht einen Mittelweg wählen? Warum nicht selbst einen kleinen Kapitalstock aufbauen, um früher in Rente gehen zu können? Diese 4-Prozent-Regel muss ja nicht das ganze Leben finanzieren. Aber vielleicht einen Teil davon? Zudem hilft die Frugalisten-Bewegung, vielleicht mal seinen Lebensstandard zu überdenken. Welche Kosten sind überflüssig? Wo kann ich sparen, damit ich mehr Geld zum Anlegen habe und gleichzeitig weniger Geld im Ruhestand brauche? Wenn ich von 200 Euro zusätzlich im Monat besser leben kann und meinen Lebensstandard zeitgleich um 200 Euro im Monat senke, so ist schon mal sehr viel gewonnen.

Checkliste für die Rente

Was kann ich also tun, um mich frühzeitig gut auf die Rente vorzubereiten? Hier gibt es eine erste Checkliste:

  • den Brief von der Deutschen Rentenversicherung jährlich prüfen und die Informationen für die perfekte Rente nutzen
  • die Kürzung von 0,3 Prozent vom Brutto pro Monat beachten und mitberechnen, die anfällt, wenn man früher in Rente geht
  • möglichst früh anfangen, und sich frühzeitig mit der Rente beschäftigen. Wenn es geht, bereits mit dem ersten Gehalt um die Rente kümmern
  • Rat von Experten einholen
  • an die drei Säulen bei der Rente denken: die gesetzliche Rente, die betriebliche Altersvorsorge und die privaten Vorsorge.
  • auch ein Eigenheim kann ein wichtiger Baustein für die Rente zu sein
  • passives Einkommen hilft
  • wichtig ist trotz aller Vorsorge aber auch, das heutige Leben nicht aus den Augen zu verlieren
  • eine richtige Budgetplanung ist für eine gute Altersvorsorge unerlässlich

Wir haben also gesehen, dass das Thema Früher in Rente immer beliebter wird, aber auch sehr viele Fragen aufwirft. Aus diesem Grund gibt es den Podcast “Zeit zu Fragen.” In Folge #7 geht es um die wichtigsten Fragen rund um das Thema Früher in Rente. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig darum zu kümmern, alles gut durchzurechnen und auch mit Experten über dieses Thema zu sprechen. Wichtig ist, bereits heute an das Leben in der Rente zu denken, dabei aber auch nicht das heutige Leben aus den Augen zu verlieren.

All das und viele weitere spannende Tipps und Infos bekommst du im Podcast “Zeit zu Fragen”. Hier interviewt Kleingeldheld Marian Kopocz einen Experten der Deutschen Bank zu verschiedenen wichtigen Themen. Hör jetzt rein.

Fotoquelle: Photo by Jessica Pamp on Unsplash

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