Zu viel YouTube und Zigaretten, zu wenig Sport: Jeder von uns hat so seine Sünden. Das ist nur menschlich und überhaupt keine Katastrophe. Dennoch möchten wir ein kleines Gedankenexperiment mit dir wagen: Was wäre, wenn du deine Alltags- und Finanzsünden streichst? Wie viel Zeit und Geld würdest du gewinnen? Und was könntest du noch alles erreichen?

Der Begriff der Sünde hat eigentlich wenig mit Finanzen, sondern viel mehr mit Religion zu tun. In der katholischen Kirche glaubt man an sieben Todsünden: Hochmut, Trägheit, Neid, Zorn, Habgier, Völlerei und Wollust. Sie stehen für die unlautere, falsche Lebensweise des Menschen und erfordern Buße.

Streiche diese vier Finanzsünden aus deinem Leben

Im weiteren Sinne kann man unter dem Begriff aber auch all jene kleinen Finanzsünden und Unzulänglichkeiten verstehe, die uns im Alltagsleben zurückhalten. Und genau um diese kleinen Laster geht es an dieser Stelle.

Um es nochmal zu betonen: Niemand ist perfekt. Aber es ist absolut möglich, so manche Sünde zu vermeiden – und damit das eigene Leben und die finanzielle Situation zu verbessern. Lass es uns doch zusammen durchspielen: Was wäre, wenn wir einige Finanzsünden einfach aus unserem Alltag streichen würden? Zum Beispiel, indem wir…

… weniger Zeit am Smartphone verschwenden

Jeder Deutsche verbringt laut einer Studie mehr als drei Stunden am Tag im Internet. Sicher sind einige dieser Minuten sinnvoll eingesetzt. Aber man könnte diese Zeit auch nutzen, um Sport zu machen. Um sich mal wieder mit Freunden und Familienmitgliedern zu treffen. Oder um sich fortzubilden, damit man bei der nächsten Gehaltsverhandlung mehr Lohn herausschlagen kann.

Besorgniserregend ist, dass der Trend weiter zunehmen dürfte: Ein Viertel der Millennials schaut über 100 Mal täglich auf das Smartphone. Ist das wirklich nötig? Und macht uns das nicht total unkonzentriert? Am besten macht man sich sein eigenes Mediennutzungsverhalten über Apps wie Quality Time bewusst. Sie zeigen dir Schwarz auf Weiß, wie viele Minuten du im Internet verbringst und welche Seiten du besuchst. Dann kannst du eine informierte Entscheidung treffen, ob und wie du deine Zeit anders nutzen möchtest.

… nicht über unsere Verhältnisse leben

In Zeiten von bargeldlosen Überweisungen und Online-Shopping gerät man schnell in Versuchung, etwas mehr als nötig einzukaufen. Klar, schon mit einem Mausklick wandert der nächste Artikel ganz einfach in den Warenkorb. Schnell sind Hunderte Euro für Zeug futsch, das man eigentlich gar nicht braucht.

Nicht, dass du uns falsch verstehst, wir sind keine Konsumverächter. Jeder soll sich im Leben etwas gönnen dürfen – ob das gutes Essen, ein Videospiel für den Feierabend oder schicke Klamotten sind. Das sind für uns keine Finanzsünden. Aber wir plädieren für Maß und Mitte. Man sollte es mit den Ausgaben nicht übertreiben – und schon gar nicht Schulden für vermeidbare Anschaffungen aufnehmen. Denn Schulden rauben dir langfristig gesehen den finanziellen Freiraum und können zu einem großen Problem werden, das dir Chancen im Leben verbaut. Vermeide daher zum Beispiel Ratenkäufe. Lass dich nicht von jedem Lockangebot verführen. Und halte es am besten mit der schwäbischen Hausfrau: Wer in guten Zeiten spart, hat in der Not.

… mit dem Rauchen aufhören

Es ist eines dieser kleinen Laster, die man ungerne aufgibt: das Rauchen. Eigentlich weiß jeder, dass es ungesund ist. Aber trotzdem steckt man sich weiter die Zigarette an, oft einfach aus Gewohnheit. Dabei ist es auch aus finanziellen Gründen sinnvoll, mit dem Qualmen aufzuhören.

Wer jeden Tag eine Schachtel Zigaretten raucht, gibt dafür im Jahr etwa 2200 Euro aus. Ein schöner Haufen Geld, den man natürlich sinnvoller investieren könte. Wenn man den Betrag zum Beispiel in einen ETF-Sparplan auf den MSCI World steckt, hätte man konservativ geschätzt nach 30 Jahren mehr als 100 000 Euro angespart. Das ist ein nettes kleines Vermögen für den Ruhestand. Und gleichzeitig kann man ihn vielleicht auch ein paar Jahre länger genießen.

… unseren inneren Schweinehund besiegen

“Um Finanzen will ich micht nicht kümmern, das ist mir zu anstrengend”: Diesen Satz wollen wir nicht mehr hören. Denn wenn man nur für einen Moment das Smartphone aus der Hand legt und sich ein paar Gedanken macht, ist die Sache doch eigentlich gar nicht kompliziert. Man muss den Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben behalten, zum Beispiel mit einem Haushaltsbuch. Dann sieht man, wie viel man im Monat zurücklegen kann. Dann setzt man einen Sparplan auf und investiert zum Beispiel monatlich 50 Euro in einen ETF – das passiert heute ganz automatisch, ohne dass man dafür einen Finger krumm machen muss. Und nach einigen Jahren hat man damit eine ordentliche Rücklage angespart, die einem bei größeren Investitionen wie dem Hauskauf oder bei der Altersvorsorge hilft.

Das selbe gilt für die Steuererklärung. Weil es ein bisschen Mühe kostet, scheuen immer noch viele davor zurück, sie selbst zu machen. Dabei bekommt man im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr vom Staat zurück. Und die Kosten für den Steuerberater kann man sich dabei gerade heute mit digitalen Hilfsmitteln durchaus sparen.

Man muss nur diesen verdammten inneren Schweinehund besiegen, der einem immer und wieder sagt: Das mache ich morgen. Nein! Wir packen hier und heute an.

Denn: Es ist ein tolles Gefühl, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Und sich nicht länger von seinen Finanzsünden, Lastern und schlechten Gewohnheiten beherrschen zu lassen.

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