Ein Depot öffnet die Tür zur Geldanlage an der Börse. Doch aller Anfang ist schwer. Was macht ein gutes Depot eigentlich aus? Und was ist für Einsteiger beim Start besonders wichtig? Unsere Checkliste hilft weiter.

Du willst Aktien kaufen? Geld in einen ETF investieren? Oder Rohstoff-Anteile erwerben? Dann führt an einem Depot kein Weg vorbei. Denn wer an der Börse mitmischen will, braucht eine Art Speicher, in dem Wertpapiere gelagert werden. Genau das bietet das Depot. Heuzutage geschieht das natürlich vor allem digital, entweder bei einer Bank oder bei einem Online-Broker. Es gibt Hunderte Anbieter und noch mehr Optionen. Mit dieser Checkliste stellst du sicher, dass du das richtige Angebot für dein erstes Depot findest.

Die Checkliste

✅ Du erfüllst die Bedingungen

Die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Wertpapierdepots in Deutschland sind ziemlich simpel: Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und ein Girokonto besitzen. Ist das der Fall, steht dem eigenen Depot prinzipiell nichts im Wege.

✅ Lege deine Ziele fest

Fangen wir ganz einfach an. Bevor du finanzielle Entscheidungen triffst, solltest du dir überlegen, welche Ziele du damit erreichen willst? Stelle dir also die Frage: Was ist überhaupt der Sinn und Zweck des Depots? Konkreter: Wie langfristig ist dein Anlagehorizont? Willst du Einzelaktien oder Anteile an Aktienfonds kaufen? Wie viel Geld kannst du investieren? Und: Wie wichtig ist dir dabei die persönliche Beratung? Schreibe dir deine Ziele bitte ordentlich auf.

✅ Entscheide dich: Filialbank oder Online-Broker?

Nachdem du deine Ziele festgelegt hast, gilt es, das passende Angebot für deine Bedürfnisse zu finden. Schließlich ist Depot nicht gleich Depot. Grundsätzlich musst du dich entscheiden, ob du bei einer Filialbank (wie zum Beispiel der Deutschen Bank) oder bei einem Online-Broker dein erstes Depot eröffnen willst. Hier gibt es keine richtige oder falsche Wahl. Du solltest dir aber in Anbetracht deiner Ziele im Klaren darüber sein, was dir bei deiner Geldanlage wichtig ist. Und welche Kosten dabei anfallen.

Falls du als Borsenanfänger großen Wert darauf legst, persönlich beraten zu werden, ist wahrscheinlich das Depot bei der Filialbank das Beste für dich. Dafür musst du mehr Gebühren bezahlen. Allerdings steht dort dann in der Regel ein persönlicher Ansprechpartner für dich bereit, der dich über Anlagestrategien sowie Chancen und Risiken einzelner Produkte umfassend informieren und beraten kann. Wenn du dich sicher genug fühlst, deine Geldanlage selbst zu verwalten, kannst du dagegen durchaus auf einen Online-Broker ohne Beratungsangebot setzen. In den meisten Fällen bieten aber auch diese mindestens einen Online-Service an.

Wer nicht nur an deutschen Börsen, sondern auch im Ausland investieren will, sollte dies bei der Depotauswahl ebenfalls berücksichtigen. Nicht alle Broker haben Zugang zu allen Börsenplätzen der Welt. Informiere dich daher vorher über den Leistungsumfang.

✅ Kosten überprüfen

Die Kosten des Depots sind natürlich ein entscheidender Faktor. Dabei spielen zwei Punkte eine wichtige Rolle: Zum einen berechnen dir Banken und Broker für die Führung und Verwaltung des Depots feste Gebühren. Zum anderen fallen für jeden Aktien- oder Anteilskauf bestimmte Ordergebühren an. Es ist also sinnvoll, die Depotgebühren verschiedener Anbieter zu vergleichen. Das geht am besten auf Online-Portalen wie Finanztip, brokervergleich.de oder Focus Online.

Man muss sicher nicht unbedingt das billigste Angebot auswählen. Aber es ist durchaus wichtig, auf angemessene Preise zu achten. Davon kann schließlich der Erfolg der Geldanlage abhängen. Laut einem Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2019 bezahlen Anleger für ein vergleichbares Depot (Beispiel: 50 000 Euro Volumen, 12 Orders pro Jahr) bei manchen Anbietern bis zu zehnmal mehr als bei anderen. Verbraucherschützer warnen davor, dass hohe Depotkosten vor allem bei kleineren Anlagesummen die Rendite erheblich schmälern können.

Eine grobe Richtschnur lautet so: Für Kleinanleger gelten Depotführungsgebühren bis maximal 50 Euro pro Jahr als angemessen. Bei vielen Online-Brokern ist das Depot an sich sogar kostenlos. Bei den Ordergebühren sollte man genau darauf achten, wie sie berechnen werden. Manche Anbieter setzen auf eine Flatrate, bei anderen entfällt auf jede Bestellung ein Entgelt. Bei ETFs kann mit Standardgebühren von fünf bis zehn Euro pro Order plus eine Gebühr in Höhe von 0,25 Prozent der jeweiligen Anlagesumme rechnen. Bei einem Sparplan fallen in der Regel monatlich 1,5 und 2 Prozent der Sparsumme an Kosten an.

✅ Erfahrungsberichte einholen

Entscheidend ist letztlich, dass du deinem Depotanbieter bei der Verwaltung deines Geldes hundertprozentig vertraust. Hier solltest du keine Kompromisse eingehen.Schau dir die Website des Anbieters genau an und studiere unabhängige Erfahrungsberichte im Netz. Zum Beispiel stimmten auf broker-test.de zuletzt 49 000 Privatkunden über die besten Online-Broker des Jahres ab.

✅ Depot eröffnen

Wenn du dich für eine Bank oder einen Broker entschieden hast, kannst du dein Depot eröffnen. Steuere dazu die entsprechende Internetseite des Anbieters an und folge den Anweisungen. In der Regel gibst du dabei deine persönlichen Daten ein und beantwortest ein paar Fragen zu deiner Erfahrung mit der Geldanlage. Anschließend gibst du deine Bestellung ab und bekommst per Post eine Bestätigung. Das kann ein paar Tage dauern. Meistens wird dir in einem Brief ein Code zugeschickt, mit dem du das Depot online aktivierst. Wie du das Depot Schritt für Schritt einrichtest, haben wir hier für dich aufgeschrieben.

✅ Sparplan aufsetzen

Sobald dein Depot eröffnet ist, kannst du damit Aktien oder Anteile an Aktienfonds kaufen. Sehr beliebt ist mittlerweile der sogenannte Wertpapiersparplan. Dabei erwirbst du für einen festen Betrag (zum Beispiel 50 Euro im Monat) regelmäßig Anteile an ETFs, die etwa den Weltaktienindex MSCI World oder den Dax abbilden. Gerade für Anfänger ist das ein kluger Einstieg in den Vermögensaufbau. Zumal es gar nicht schwer ist, einen Sparlan einzurichten. Wie es genau funktioniert, erklären wir in diesem Artikel.

✅ Ergebnis und Ziele re-evaluieren

Das Depot ist eingerichtet und der ETF-Sparplan steht. Du solltest die Füße aber dennoch nicht hochlegen. Zuerst gilt es noch zu überprüfen, ob du deine Orderaufträge richtig eingestellt hast. Wird Monat für Monat die gewünschte Bestellung ausgeführt? Und sind die Kosten dabei in dem Rahmen, den du beim Abschluss vorgesehen hast? Wenn ja, kannst du dich glücklich schätzen: Du hast dein erstes Depot erfolgreich eröffnet.

Mit etwas Geduld und einer klugen Strategie wird dir der Vermögensaufbau damit bestimmt gelingen. Dabei solltest du deine anfangs festgelegten Ziele im Blick behalten und wenn nötig anpassen. Dementsprechend kannst du natürlich auch immer wieder Änderungen am Depot vornehmen und zum Beispiel den Anbieter wechseln. Achte jedoch darauf, dass beim Depotwechsel keine exorbitant hohen Kosten anfallen.

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