Studenten, aufgepasst: Wenn ihr in eurer Steuererklärung eure Studienkosten als Verlustvortrag geltend macht, zahlt sich das für euch aus. Die Kleingeldhelden-Checkliste hilft euch dabei, die Steuererklärung richtig auszufüllen, um als Student vom Verlustvortrag zu profitieren. Wir zeigen euch, wie ihr eure Studienkosten zurückholt.

Der Verlustvortrag in der Steuererklärung – darum geht’s

Studenten können die Kosten ihres Studiums von der Steuer absetzen. Die Ausgaben für Studiengebühren, Fahrtkosten und Lernmaterial werden als sogenannte Werbungskosten anerkannt. Das Problem: Die allermeisten Studenten verdienen viel weniger als den Steuerfreibetrag von 9000 Euro im Jahr. Der Verlustvortrag als Student ist der Trick, mit dem ihr trotzdem Steuern sparen könnt. Es geht schlicht und einfach darum, den Steuerbonus in die Zukunft zu verschieben. Sobald ihr den Freibetrag übersteigt, winkt euch eine saftige Steuererstattung. Im Schnitt erhalten Studenten durch den Verlustvortrag rund 3.000 Euro zurück.


Die Checkliste für deinen Verlustvortrag als Student

Wie du den Verlustvortrag als Student in der Steuererklärung richtig angibst, erklären wir dir hier Schritt für Schritt:

✅ Du erfüllst die Bedingungen

Du befindest dich im Master-Studium, hast vor deinem Bachelor-Studium schon eine Ausbildung gemacht oder absolvierst ein duales Studium? Dann kommt der Verlustvortrag in der Steuererklärung für dich definitiv in Frage.

⚠ Erststudium

Falls du dich noch in einem Erststudium (zum Beispiel einem Bachelor-Studiengang) befindest, bist du nach geltender Rechtslage vom Verlustvortrag ausgeschlossen. Das Bundesverfassungsgericht entschied nach einem jahrelangen Rechtsstreit im Januar 2020, dass Bachelor-Studenten weiterhin nicht von diesem Steuervorteil profitieren können. Die Kosten dürfen nur als Sonderausgaben (in Höhe von maximal 6000 Euro) angerechnet werden.

✅ Nutze Elster

Ein einfacher Weg, die Steuererklärung selbst auszufüllen, ist die elektronische Steuererklärung – kurz: ELSTER. Das ist ein Online-Service der Steuerverwaltungen von Bund und Ländern, der für Steuerzahler in ganz Deutschland verfügbar ist. Nachdem ihr ein Nutzerkonto auf Elster angelegt habt, könnt ihr die vorgefertigten Formulare für eure Steuererklärung nutzen. Alternativ bieten sich auch Steuer-Apps- und -Programme an.

✅ Verlustvortrag als Student anmelden

Damit das Finanzamt deine Studienkosten als Verlustvortrag vermerkt, musst du im Hauptvordruck (HV) bei der “Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags” ein Kreuz setzen.

✅ Fülle Anlage N aus

Die Anlage N findest du unter der Überschrift “Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit”. Lies dir das Formular aufmerksam durch und fülle die erforderten Felder wahrheitsgemäß aus. Entscheidend für deinen Verlustvortrag ist hier der Unterpunkt “Werbungskosten”.

✅ Sammle deine Belege

Du musst nicht alle deine Studienkosten in der Anlage N mit Beleg nachweisen. Das Finanzamt erkennt bis zu 1000 Euro automatisch als Werbungskosten an. Das nennt sich in der Sprache der Behörde “Pauschbetrag” und erleichtert dir die Steuererklärung. Denn wenn deine Studienkosten unter dem Pauschbetrag liegen, sind in der Regel keine Belege für die Steuererklärung erforderlich. Du solltest deine Belege trotzdem auf jeden Fall sammeln und bereithalten. Sie helfen dir beim Ausfüllen der Steuererklärung. Außerdem kann es zu Rückfragen durch das Finanzamt kommen – gerade dann, wenn du den Pauschbetrag übersteigst.

✅ Gib die richtigen Pauschalen an

Diese und weitere Kosten kannst du in der Anlage N als Werbungskosten angeben:

  • Studiengebühren

Sie fallen je nach Bundesland unterschiedlich hoch aus. Auch Studiengebühren für ein Auslandssemester werden berücksichtigt.

  • Arbeitsmittel

Dazu zählen zum Beispiel für das Drucken & Binden von Abschlussarbeiten oder Ausgaben für Bewerbungsunterlagen.

  • Reisekosten (für die Fahrten zwischen Universität und Wohnort

Insbesondere musst du die Fahrten zwischen Universität und Wohnort beachten.

  • Kontoführung

Das Finanzamt erstattet ohne Beleg bis zu 16 Euro im Monat für die Nutzung eines eigenen Girokontos.

  • Telefonkosten

Für die Telefon- und Internetnutzung zu Studienzwecken steht euch eine Pauschale von 20 Euro im Monat zu.

  • Umzüge

Habt ihr während des Studiums euren Wohnort gewechselt? Dann könnt ihr eventuell sogar die Ausgaben für Spediteure oder Makler steuerlich absetzen. Die Umzugskosten werden euch aber nur dann erstattet, wenn der Weg zur Universität durch euren Umzug kürzer geworden ist.

  • Verpflegungskosten

Falls du für ein Praktikum in einer anderer Stadt gewohnt hast, kannst du eine Verpflegungspauschale von 48 Euro pro Tag in Anspruch nehmen. Gleiches gilt für den Aufenthalt in einem anderen Land während eines Auslandssemesters. Die Pauschale gilt jedoch nur für drei Monate.

  • Auslandssemester

Unterkunftskosten im Ausland bis 1000 Euro und Ausgaben für Sprachkurse und -tests sind steuerlich absetzbar.

✅ Gib deine Steuererklärung rechtzeitig ab

Gebt ihr die Steuererklärung für das Jahr 2018 über Elster selbst ab, ist die Frist für die Abgabe der 31. Juli 2019. Falls ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein eure Steuererklärung ausfüllt, verlängert sich die Frist bis zum 2. März 2020. Beachte diese Frist, um dir den Verlustvortrag als Student zu sichern.

✅ Denke an alle deine Studienjahre

Der Verlustvortrag gilt rückwirkend für bis zu sieben Jahre. Das heißt, ihr könnt in der jetzigen Steuererklärung eure Studienkosten bis zum Jahr 2011 zurück geltend machen.


Bereit für die Steuererklärung?

Wenn ihr der Checkliste folgt, sollte es mit dem Verlustvortrag als Student für eure Studienkosten problemlos klappen. Das lohnt sich für euch spätestens dann, sobald ihr euren ersten festen Job beginnt. Falls ihr bei eurer Steuererklärung trotzdem auf Probleme stoßt oder weitere Fragen habt, helfen wir euch gerne. Schreibt uns einfach eine E-Mail oder kontaktiert uns auf unseren Social-Media-Kanälen.

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