Jeder kennt den Intelligenzquotienten, kurz IQ. Vielen dürfte auch der Emotionale Quotient, auch EQ genannt, nicht fremd sein. Doch die Liste geht noch weiter. Denn es gibt auch einen Finanz IQ, der sich sogar steigern lässt.

Was ist der Financial IQ?

Der Financial IQ zeigt, wie gut jemand mit Geld umgehen kann. Das heißt aber nicht, dass jemand mit einem hohen IQ der geborene Millionär ist oder mit seinen Wertpapieren an der Börse jeden Index schlägt. Vielmehr zeigt dir der Financial IQ, wie verantwortungsvoll du mit Geld umgehst. Du triffst clevere Entscheidungen für dein Geld – unabhängig von der Höhe – und verfolgst Sparpläne konsequent.

Im Gegensatz dazu interessieren sich Leute mit einem geringen Financial IQ nur für den Konsum, geben Geld schnell aus und haben am Sparen nur wenig. Erkennst du dich eher in der zweiten Position wieder? Dann habe ich für dich eine gute und eine schlechte Nachricht. Du kannst deinen Financial IQ nämlich durchaus erhöhen, aber es braucht viel Zeit und Geduld – und einige hilfreiche Tipps, die ich dir mitgeben möchte.

1. Erweitere dein Wissen über Finanzen

Klingt logisch, erfordert aber viel Motivation. Wer wühlt sich schon gerne durch Finanzliteratur, die man privat nicht mal mit dem kleinen Finger aufklappen würde? Zum Glück ist die Vermittlung von Finanzwissen heute weit weniger trocken als es viele vermuten. Zahlreiche Online-Kurse und YouTube-Videos vermitteln dir mit anschaulichen Grafiken in knackig kurzer Laufzeit alles, was du über dein Geld wissen musst. Einige haben wir dir hier sogar schon vorgestellt. Besonders gut ist die Tatsache, dass du verschiedene Tipps unmittelbar vergleichen kannst und so den besten Weg für dich finden kannst.

2. Erstelle einen Haushaltsplan

Wichtig: Verschaff dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben! Wie verwendest du bisher dein Geld? Wo hast du unnötige Ausgaben und könntest etwas sparen? Versuche testweise eine Woche lang alle Ausgaben zu erfassen und danach, einen ganzen Monat abzudecken. Damit weißt du am Ende nicht nur, wo dein Geld herkommt und wo es hinfließt, sondern übst sich darin, deine Finanzen zu organisieren. Dazu kannst du deine Ausgaben in Kategorien einteilen und gewichten:

  • Essentiell: Umfasst Dinge wie Essen, Strom und Versicherungen
  • Luxusgüter: Teure Kleidung, Restaurantbesuche, Kino
  • Emotionale Käufe: Ein reduzierter Artikel, den man aber eigentlich nicht braucht
  • Impuslkäufe: Ein Eis an der Tankstelle

Im Internet gibt es viele hilfreiche Tabellenvorlagen, die dir dabei helfen können. Außerdem kannst du heute mit Apps deine finanziellen Spuren tracken und so dein Leben finanziell “vermessen”. Unangenehme finanzielle Angewohnheiten kannst du damit viel schneller abstellen. Führe dir immer vor Augen, dass viele Menschen überhaupt nicht wissen, wie viel Geld sie im Monat verschwenden.

3. Tilge deine Schulden

Du kannst dich nicht auf deine Finanzen konzentrieren und in deine Zukunft investieren, wenn du noch an finanziellen Altlasten klebst. Und gerade Menschen mit einem geringen Financial IQ geben gerne unnötig viel Geld aus und nehmen dafür einen Kredit auf. Bist du in so einer Situation, solltest du zunächst deine Schulden loswerden. Tipps dafür findest du hier.

4. Sprich mit Experten

Wenn du dir lieber eine individuellere Beratung wünschst, kannst du auch einen unabhängigen Finanzberater um Hilfe bitten. Mit ihm gemeinsam kannst du dir einen Überblick über dein Geld verschaffen und welche Investitionsmöglichkeiten für dich in Frage kommen. Aber Vorsicht: Nicht jeder Finanzberater ist wirklich unabhängig. Vorher sollte man sich im Netz informieren, was einen guten Berater ausmacht und wie man schwarze Schafe erkennt.

Kann man mit diesen Maßnahmen eine gewisse Routine in seinen finanziellen Alltag bringen, steigert man nach und nach seinen Financial IQ. Und ein paar Prozentpunkte mehr sind doch eine tolle Sache, oder?

Foto-Quelle: Photo by Ryan Jacobson on Unsplash

Autor*in