In ihrem Buch “Das 5-Tage-Wochenende” formulieren Nik Halik und Garret B. Gunderson eine spannende These: Das Geheimnis des finanziellen Erfolg besteht darin, die passive Einkommensquote zu erhöhen. Wie das geht, erklären wir hier.

Morgens früh aufstehen, ins Büro pendeln, acht Stunden am Schreibtisch sitzen – und das Ganze Tag für Tag wiederholen. Viele Menschen möchten aus diesem Hamsterrad ausbrechen. Doch das ist finanziell betrachtet natürlich gar nicht so einfach, wenn man in konventionellen Mustern denkt. Schließlich braucht man doch einen festen Lohn, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, oder? Nicht ganz. Es gibt nämlich auch einen völlig anderen Weg, um Geld zu verdienen und damit unabhängig vom 9-to-5-Job zu werden.

Die Einkommensskala

In ihrem Buch “Das 5-Tage-Wochenende” (erschienen im Finanzbuchverlag) entwickeln Nik Halik und Garrett B. Gunderson eine Einkommensskala, auf der die verschiedenen Einkommensarten zwischen zwei Polen einsortiert sind. Einer davon ist passiv, der andere aktiv. Und so sieht das Ergebnis aus:

Die allermeisten Menschen bewegen sich auf dem unteren Teil der Skala. Sie sind festangestellte Arbeitnehmer und beziehen den Großteil ihres Einkommens aus ihrem Beschäftigungsverhältnis. Ihre monatlichen Ausgaben, zum Beispiel für die Miete oder Einkäufe, bezahlen sie komplett aus ihrem aktiven Einkommen. Das heißt, dass ihre aktive Einkommensquote bei 1:1 liegt. Finanzielle Rücklagen oder gar Reichtum kann man damit nicht aufbauen. Es ist das klassische Hamsterrad. Bei manchen reicht das aktive Einkommen sogar nicht einmal dafür, die Kosten zu decken. Dann entstehen Schulden.

Halik und Gunderson plädieren in ihrem Buch dagegen dafür, aus diesem Schema auszubrechen. Sie sagen: Wer finanziell unabhängig leben will, muss den oberen Pol der Einkommensskala stärken. Dazu zählen insbesondere:

  • Pacht- oder Mieteinnahmen
  • Rechte am geistigen Eigentum
  • Provisionen für den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen
  • Unternehmensbeteiligungen
  • Kapitalerträge (z.B. Dividenden)
  • Einnahmen in Form von Bitcoins oder anderen Kryptowährungen

Einige tolle Ideen, wie man daraus konkret passives Einkommen generiert, haben wir hier aufgeschrieben.

Wie man Schritt für Schritt die passive Einkommensquote erhöht

Für den Vermögensaufbau empfehlen die Autoren nun, die passive Einkommensquote zu erhöhen. Sie bezeichnet das Verhältnis zwischen dem passiven Einkommen und den monatlichen Ausgaben.

Bei einer Quote von 1:1 decken die Einnahmen aus passivem Einkommen bereits vollständig die monatlichen Ausgaben. “In dem Fall befinden Sie sich auf der Überholspur, denn jeder Euro, den Sie einnehmen, wird nicht dafür ausgegeben, um ihren Lebensunterhalt und -stil zu finanzieren, sondern im Idealfall, um den gesamten Verdienst in gewinnausschüttende Geldanlagen zu stecken”, heißt es in “Das 5-Tage-Wochenende”. Dadurch kann man hohe Rücklagen aufbauen.

Als minimal erstrebenswert gilt für die Autoren jedoch eine passive Einkommensquote von 2:1. Das bedeutet, dass das monatliche passive Einkommen die Fixkosten um das Doppelte übersteigt. In dieser komfortablen Lage wird sogar ein Ausstieg aus dem Job zur echte Option. Man könnte aber ebenfalls weiter arbeiten und den Lohn komplett investieren, um die passive Einkommensquote weiter zu erhöhen.

Und was bringt das alles ganz konkret? Dazu ein Rechenbeispiel: Wer monatliche Ausgaben von 1000 Euro hat, verdient mit einer passiven Einkommensquote von 5:1 satte 5000 Euro. Bei einer Quote von 10:1 sind es sogar 10 000 Euro pro Monat. Das zeigt: Je höher die passive Einkommensquote, desto größer die finanzielle Unabhängigkeit.

Wer die passive Einkommensquote immer weiter steigert, kann am Ende selbst entscheiden, wo, wann und woran er arbeitet und wieviel Freizeit er hat. Ist nicht genau das der Grund, warum sich so viele Menschen jede Woche einen Lottoschein kaufen?

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