Gold und Silber sind bei weitem nicht nur der Grundstoff für hübsche Pokale und Schmuckstücke. Sie sind auch am Finanzmarkt eine sehr beliebte Krisenwährung, wie Corona aktuell erneut unter Beweis stellt. Ein Leitfaden, was Kleinanleger bei Gold- und Silber-Investments beachten sollten.

Man weiß nicht genau, wann die Menschen das Gold entdeckten. Die ersten dokumentierten Funde reichen bis auf das Jahr 4600 vor Christus zurück. Schon damals wurde das Edelmetall in Mesopotamien (auf dem Gebiet des heutigen Irak) zu Schmuck verarbeitet. Auch die alten Ägypter verehrten das Gold: In ihrer Kultur galt es als unzerstörbar und unvergänglich. Es wurde daher zu einem Symbol der Unsterblichkeit. Die Ägypter bauten Minen, um den wertvollen Stoff in großen Mengen abzubauen. Noch heute, Tausende Jahre später, ist das Gold der Pharaonen in Museen und Ausstellungen zu bewundern.

Wie Gold zum begehrtesten Metall der Menschheitsgeschichte wurde

Der Exkurs in die Geschichte zeigt, dass Gold für die Menschheit seit jeher eine besondere Bedeutung hatte. Gewiss kulturell, aber im Laufe der Zeit auch immer stärker finanziell. Im Laufe der Jahrhunderte etablierte sich das Gold als eines wertstabilsten Zahlungsmittel der Welt. Trotz Kriegen, Krisen und Währungsreformen hat es seinen seinen materiellen Wert nie verloren. Genau deshalb bildeten Staaten jene großen Goldreserven, die wir aus Filmen wie Goldfinger kennen.

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Dadurch wurde das Edelmetall auch für Anleger zu einer finanziellen Absicherung gegen Wirtschaftskrisen. Im geringeren Maßstab gilt das ebenfalls für den kleinen Bruder des Goldes: Silber. Beide sind noch heute als Krisenwährungen bekannt, eine Art Zuflucht in schweren Zeiten. Die Corona-Pandemie und die darauf folgende Rezession hat das wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Der Goldpreis ist um 30 Prozent zum Vorjahr auf über 1500 Euro pro Feinunze gestiegen (Stand: 11.6.2020) und nähert sich einem neuen Allzeithoch. Auch der Silberpreis liegt derzeit um mehr als 20 Prozent über dem Vorjahr bei knapp 16 Euro.

Bleibt die Frage: Wie kann man in Gold und Silver investieren? Und in welcher Form sind Gold- und Silver-Investments überhaupt sinnvoll?

So funktionieren Gold- und Silber-Investments

Es gibt verschiedene Wege zur goldenen oder silbernen Absicherung. Hier möchten wir dir drei Optionen vorstellen:

1. Gold und Silber physisch kaufen: Das ist die alte Schule. Man erwirbt echtes Gold oder Silber, zum Beispiel in Unzen- oder Münzenform, und deponiert es zu Hause oder bei der Bank. Das Gute daran ist, dass man im Notfall tatsächlich über ein wertvolles Gut verfügt. Gleichzeitig sind die Kosten und Gebühren für den physischen Besitz von Gold oder Silber hoch. Zudem ist es nicht unbedingt sicher, die Edelmetalle in den eigenen vier Wänden zu lagern. Das Risiko eines Diebstahls ist nicht zu unterschätzen. Gold und Silber erwerben kann man bei Filialen von Degussa und Pro Aurum sowie Online-Portalen wie gold.de.

2. Gold- oder Silber-ETCs: Was ETFs für Aktien sind, sind ETCs für Edelmetalle. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Commodities. Dabei handelt es sich um börsengehandelte Fonds, die die Wertentwicklung von Rohstoffen an der Börse abbilden. Dadurch kann man Gold- und Silber-Anteile zu einem wesentlich günstigeren Preis als dem der Feinunze erwerben. Man besitzt die Edelmetalle dann allerdings auch nicht physisch, sondern nur auf dem Papier. ETCs sind jedoch aus unserer Sicht die sicherste und sinnvollste Variante für Gold- und Silver-Investments. Hier gibt es Übersichten über Gold-ETCs und Silber-ETCs.

3. Xetra-Gold: Eine Mischung aus Wertpapier und physischem Besitz ist das Xetra-Gold. Dieses Zertifikat kann man bei der deutschen Online-Börse Xetra erwerben. Dadurch erwirbt man Anteile an Goldbeständen, die zu großen Teilen in Tresoren in Frankfurt am Main verwahrt werden. Zugleich hat der Anteilseigner jederzeit einen Anspruch darauf, dass sein Gold an ihn ausgeliefert wird. Der Kurs steht aktuell bei knapp 49 Euro (Stand: 11.6.2020). Ein Silberpendant gibt es nicht.

Bei alledem ist zu betonen, dass Gold- und Silber-Investments keine Allheilmittel für Anleger sind. Dafür sind die Preise letztlich doch zu starken Schwankungen unterworfen; zudem ist die Rendite in der Regel geringer als bei Aktien. Experten empfehlen daher, nicht mehr als 10 Prozent des Anlagevermögens in Gold oder Silber zu investieren. Denn wie gesagt dienen die Edelmetalle als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Als Beimischung im Depot sind sie damit durchaus sinnvoll. Die Hauptrolle im Vermögensaufbau sollten sie aber nicht spielen.

Neugierig auf Gold geworden? Wie man ganz einfach einen Goldsparplan aufsetzt, erklären wir hier.

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